Differenzbesteuerung: Mit Beispiel und Erklärung

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Ein Sonderfall der Umsatzsteuer ist die Differenzbesteuerung. Diese kommt beispielsweise im Kfz-Bereich zur Anwendung. (Foto: Aisa girl / Shutterstock.com)

Im Regelfall sind Umsätze umsatzsteuerpflichtig oder eben nicht. Die Differenzbesteuerung bildet eine Ausnahmeregelung der Umsatzsteuer. Hierbei unterliegt lediglich die Differenz zwischen dem Einkaufspreis und dem Verkaufspreis, die sogenannte Marge, der Umsatzsteuer.

Zum Einsatz kommt die Differenzbesteuerung zum Beispiel beim Handel mit Gebrauchtwagen, Antiquitäten und Kunstgegenständen.

Die Anwendung der Differenzbesteuerung kommt jedoch lediglich dann zum Tragen, wenn beim Erwerb keine Umsatzsteuer angefallen ist. Betroffen hiervon sind Kleinunternehmer, Berufe, die nicht der Umsatzsteuer unterliegen, oder auch Privatpersonen.

Anwendung der Differenzbesteuerung

Die gesetzliche Grundlage der Differenzbesteuerung ist im § 25a UStG festgelegt. Bis Mitte der 1990er Jahre fand diese Regelung nur für den Handel mit Gebrauchtwagen Anwendung, wurde jedoch auf den Handel mit beweglichen, körperlichen Gegenständen erweitert.

Dazu gehören unter anderem Kunstgegenstände, Sammlungsstücke und Antiquitäten. Edelsteine und Edelmetalle sind allerdings von der Differenzbesteuerung ausgenommen.

Voraussetzungen für eine Differenzbesteuerung

Durch den Ankauf darf keine Möglichkeit des Vorsteuerabzugs entstehen, es darf also beim Erwerb keine Umsatzsteuer anfallen. Dies ist etwa bei einem Ankauf von Kleinunternehmern und Privatpersonen der Fall.

Eine weitere Voraussetzung liegt darin, dass der Erwerb innerhalb des Gemeinschaftsgebietes (Deutschland oder EU) stattfinden muss. Notwendigerweise muss es sich beim Erwerb zudem um einen Wiederverkauf handeln.

Wird ein Gegenstand für private Zwecke oder zur Eigennutzung des Unternehmens erworben, kann die Differenzbesteuerung nicht eingesetzt werden.

Übrigens: Die Differenzbesteuerung kommt nicht nur bei gebrauchten Gegenständen zum Einsatz. Auch neue Gegenstände, die ohne ausgewiesene Mehrwertsteuer gekauft wurden, können von der Differenzbesteuerung profitieren.

Ein Beispiel für die Differenzbesteuerung

Die Differenzbesteuerung wird auf den Betrag angewandt, die der Verkaufspreis den Einkaufspreis übersteigt. Als Bemessungsgrundlage wird immer der allgemeine Steuersatz von 19% herangezogen. Ist die Marge negativ, beträgt die Bemessungsgrundlage 0 €. Anhand eines Beispiels lässt sich die Differenzbesteuerung am besten erläutern:

Ein Wiederverkäufer erzielt für einen antiken Küchentisch einen Verkaufspreis von 2.000 €. Der Einkaufspreis beträgt 1.000 €, kleine Ausbesserungsarbeiten belaufen sich auf 100 €. Nun wird die Umsatzsteuer aus der Differenz von Verkaufspreis und Einkaufspreis herausgerechnet. Die Ausbesserungsarbeiten finden hierbei keine Berücksichtigung.

Die Umsatzsteuer von 19% auf die 1.000 € Erlös ergibt einen Betrag von 159,66 €. Die Bemessungsgrundlage für die Differenzbesteuerung beträgt also:

1.000 € – 159,66 € = 840,34 €.

Sinn und Zweck der Differenzbesteuerung

Das Ziel der Differenzbesteuerung liegt darin, zu vermeiden, dass durch einen Wiederverkauf nicht erneut der gesamte Wert des gebrauchten Gegenstandes der Umsatzsteuer unterworfen wird. Der Umsatzsteuer soll also nur die unternehmerische Wertschöpfung unterliegen.

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Von: Sonja Hüsken. Über den Autor

Schon vor ihrem Studium der Volkswirtschaftslehre beschäftigte sich Sonja Hüsken intensiv mit dem Zusammenspiel von Politik und Wirtschaft und der Frage nach der richtigen Vorsorge. Immer im Fokus: Der Mehrwert der Information für den Leser.