Dow Jones: Ob ein neues Allzeithoch ein gutes Zeichen ist

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Täglich gibt es ein neues Dow Jones-Hoch – so boomt Amerika wirklich. (Foto: Venturelli Luca / shutterstock.com)

Der Dow Jones Industrial Average listet die 30 wichtigsten Unternehmen an der amerikanischen Börse. Es sollte ein gutes Zeichen für die Märkte sein, wenn die Aktien dieser Firmen im Durchschnitt immer teurer werden.

Doch beim letzten Hoch im Oktober 2007 standen danach die Zeichen auf Sturm und es ging deutlich abwärts. Was für eine Wiederholung einer derartigen Situation spricht, schauen wir uns im Folgenden an.

Dow Jones: Fast 400 Punkte über Allzeithoch

Das ehemalige Dow Jones-Allzeithoch stammt vom 11. Oktober 2007 und liegt bei 14.164,5 Punkten. Inzwischen ist der Dow Jones über 14.500 Punkte geklettert und es scheint, als könne ihn nichts aufhalten. Im Gegenteil: Der Index hatte im Jahr 2013 erst 2 negative Wochen und diese brachten auch nur minimale Verluste.

Das Jahr 2012 endete bei 13.109 Punkten, somit hat der Dow Jones in 2 1/2 Monaten bereits über 10% zulegen können. Eine Konsolidierung scheint bald nötig zu sein.

Wirtschaftsdaten von 2007 im Vergleich

Um einmal einen Blick auf Unterschiede und Parallelen zwischen 2007 und 2013 zu werfen, betrachten wir einige wichtige Daten: Der durchschnittliche Benzinpreis in den USA liegt derzeit bei rund 3,71 $ – vor 6 Jahren waren es noch 2,75 $. Das Bruttosozialprodukt der USA weist aktuell ein Wachstum von 1,6% auf – 2007 waren es 2,5%.

Menschen, die auf Lebensmittelmarken angewiesen sind, gibt es heute 47,69 Mio. in den USA – damals waren es 26,9 Mio. Die Schuldenlast der USA betrug 2007 rund 9 Bio. US-$ – heute sind es fast 16,5 Bio. Das Verbrauchervertrauen war beim letzten Allzeithoch mit einem Wert von 99,5 bereits an der Decke – aktuell liegen wir bei etwa 70 Punkten.

Außerdem hat sich das S&P Rating der USA in diesen 6 Jahren von AAA auf AA+ verschlechtert. Und zuletzt noch eine Zahl zum Goldpreis: 2007 lag die Unze bei 748 $ – aktuell liegt sie bei 1.590 $.

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Wirtschaft desaströs, aber Kurse steigen

Den Notenbanken kann man als Aktionär danken. Denn dadurch, dass diese den Markt mit billigem Geld fluten (Niedrigzins), gibt es als Kapitalanlage wenige Alternativen zur Aktie. Auch weil die Kurse trotz der eigentlich schlechteren Wirtschaftslage immer höher steigen, will keiner den Boom verpassen. Immer mehr Anleger springen auf und investieren.

Ein Top könnte sich demnach schon bald bilden. Lediglich das Verbrauchervertrauen hinkt noch deutlich hinterher – was bei knapp 48 Mio. Beziehern von Lebensmittelmarken aber auch kein Wunder ist. Steht auch ein Crash im DAX bevor?

Andererseits haben arme Menschen natürlich auch keine Aktien im Depot. Wenn es diesen also noch schlechter geht, werden die Börsenkurse deswegen nicht sinken.

Dow Jones-Hoch

In starken Anstiegsphasen steigt auch das gehandelte Volumen. Fallen die Umsätze, während die Kurse anziehen, dann sollten die Alarmglocken läuten. Derzeit ist genau das der Fall. Wir hatten am 26.2.2013 ein Hoch im Volumen gebildet (siehe Tageschart). Seitdem geht es kontinuierlich bergab.

Quelle: Metatrader4

Der große Verfall Ende der Woche kann da zwar auch mit reinspielen – dennoch sieht ein gesunder Anstieg anders aus. Wer auf steigende Kurse investiert hat, sollte langsam vorsichtig werden. Antizykliker stehen bereits in den Startlöchern und warten auf einen Kursrückgang, auch wenn es bisher noch kein direktes Anzeichen dafür gibt.


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Von: Michael Berkholz. Über den Autor

Michael Berkholz entdeckte vor einigen Jahren seine Leidenschaft fürs Trading und gibt sein Wissen heute mit großer Leidenschaft an seine Leser weiter.