Dow Jones: Warum 1000er-Marken bedeutsam sind

In einem vorangegangenen Artikel hatten wir für den DAX die Relevanz seiner 1000er-Marken diskutiert.

Hier folgt nun die entsprechende Untersuchung für den Dow Jones – und ich verspreche Ihnen, Sie werden daraus wieder einige interessante Erkenntnisse mitnehmen.

Psychologie ist tatsächlich im Spiel

Im oben angesprochenen Beitrag hatten wir bereits einige nennenswerte Punkte herausgearbeitet:

So werden die runden 1000er-Marken gerne mit dem Attribut „psychologisch wichtig“ versehen.

Das rührt daher, dass wir Marktteilnehmer auf bzw. an diesen Niveaus gerne in bestimmte Handlungsmuster verfallen:

Nach Rallyes verkaufen Investoren gerne an runden 1000er-Marken, weil sie sich daran später besser erinnern können.

Zudem „glauben“ viele Anleger, dass der Index damit etwas Bedeutendes „erreicht“ habe.

Diese Beweggründe führen häufig dazu, dass die 1.000er-Niveaus zu Widerstands-Zonen werden.

Nach Kurs-Rückgängen kaufen Investoren gerne an runden 1000er-Marken, weil sie zuvor nicht an deren Überwindung „geglaubt“ hatten und daher den Einstieg verpassten.

Nun bietet ihnen der Markt noch einmal die unverhoffte Möglichkeit dazu.

Bei Kurs-Abstürzen sind die 1000er-Marken ebenfalls beliebte Einstiegs-Niveaus:

So rutschte der DAX im Herbst-Crash 2011 von 7.500 auf knapp unter 5.000 Punkte. Die erstarkende Nachfrage auf diesem Niveau war der Ausgangspunkt für die anschließende Trend-Wende.

Dow Jones von 1976 bis 2012

Schauen wir uns nun einmal die folgende Grafik mit dem Dow Jones an:

Wie zuvor schon beim DAX, so habe ich Ihnen auch hier wieder die 1000er-Marken farblich gekennzeichnet.

So sehen Sie auf einen Blick, welche Niveaus eher Widerstand, Unterstützung oder sogar beides waren.

Da der Dow Jones einige 1000er-Marken mehr aufzuweisen hat als der DAX, habe ich den Index-Verlauf wegen der besseren Übersicht auf 2 Charts aufgeteilt:

dow jones_1_23-10-2017

Dow Jones: 14.000-Punkte-Marke war den Investoren wichtig

Das vielleicht bedeutendste Niveau im Dow Jones der Jahre 1976 bis 2012 war die 14.000er-Marke:

Von 1999 bis 2011 und noch einmal in den Jahren 2005 und 2010 leistete dieser Index-Stand hartnäckigen Widerstand.

Nach der endgültigen Überwindung im Herbst 2006 boten die 14.000 Zähler dem Dow Jones mehrfache Unterstützung (2008, 2010 und 2011).

Bemerkenswert ist, dass die Niveaus 2.000, 5.000 und 6.000 praktisch keine Rolle in den Überlegungen und Handlungen der Marktteilnehmer spielten.

Dow Jones von 2012 bis 2017

Blicken wir nun auf den Dow Jones ab 2012 bis 2017:

dow jones_2_23-10-2017

Dow Jones: 18.000-Punkte-Marke war den Investoren wichtig 

Auch in diesem Chart sticht ein Niveau hervor:

Die 18.000er-Marke wurde von Dezember 2014 bis Juli 2015 und dann noch einmal im Herbst desselben Jahres unzählige Male erfolglos angelaufen.

Dazwischen gewann das Niveau bei 16.000 wachsende Bedeutung als Unterstützung.

Im Jahr 2017 erwiesen sich die 20.000- und die 21.000-Punkte-Marke als Widerstands-Linien. Das macht diese Niveaus in der Zukunft zu favorisierten Unterstützungs-Niveaus bei Rücksetzern.

Bei größeren Kurs-Einbrüchen besteht eine gute Wahrscheinlichkeit dafür, dass diese bei 18.000 Dow Jones-Punkten aufgefangen oder abgebremst werden können.

Fazit

Sie haben es nun selbst gesehen: Runde 1000er-Marken spielen sowohl beim DAX, als auch beim Dow Jones durchaus „psychologisch wichtige“ Rollen.

Allerdings lässt sich daraus keine generelle Regel ableiten. Tatsächlich finden wir auch diverse Niveaus, die letztlich ohne Bedeutung im Sinne von Widerstand oder Unterstützung blieben.

Der Grund, warum die runden 1000er relevant sein können, ist in der menschlichen Natur zu finden:

Wir Investoren neigen schließlich dazu, diese Marken als Kauf- oder Verkaufs-Argumente zu verwenden.

Noch wichtiger ist indes: Sie können aus dem Verhalten an früheren runden 1000er-Marken Rückschlüsse auf das künftige Verhalten der Indizes ziehen:

So wandeln sich ehemalige Widerstände im späteren Verlauf gerne einmal zu Unterstützungen und umgekehrt.

23. Oktober 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Andreas Sommer. Über den Autor

Andreas Sommer ist ein absoluter Börsen-Profi. Der gelernte Bankkaufmann war 10 Jahre als Wertpapierberater bei einer großen deutschen Bank tätig.

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