Drohender Handelskrieg: Diese Produkte importiert Deutschland aus den USA

Deutschlands Importe aus den USA sind nur etwa halb so hoch wie die deutschen Exporte. Neue Strafzölle schaden letztlich aber beiden Seiten. (Foto: Roman Vyshnikov / Shutterstock.com)

Erfahrene Anleger wissen, dass Aktien langfristig die beste Wahl sind, auch wenn es zwischendurch zu kritischen Phasen kommt, die häufig von Krisenherden und Konflikten ausgelöst werden. Was Donald Trump aber in die Tat umsetzen will, ist berührt den Kern des freien Welthandels, von dem bisher jeder auf seine Weise profitiert hat.

Nach Strafzöllen auf Stahl und Aluminium aus der EU hat er deutsche Autos im Visier. Er setzt auf die überlegene Position seines Landes und gibt sich sicher, den bereits angezettelten Handelskrieg zu gewinnen.

Die USA sind der mit Abstand größte Importeur der Welt und aus hiesiger Sicht neben China der wichtigste Handelspartner. Für die Vereinigten Staaten wiederum ist Deutschland der fünftgrößte Handelspartner, wobei Deutschlands Importe aus den USA erheblich geringer sind als umgekehrt.

Nadelstiche gegen Trumps Protektionismus

Zwar ist Deutschlands Exportvolumen 2017 im Vorjahresvergleich mit 4,31 % etwas weniger gewachsen als die Importe, die 5,61 % zulegen konnten. Doch mit fast 112 Mrd. € übertreffen sie die Importe Deutschlands aus den USA, die auf rund 61 Mrd. € kommen, immer noch um Längen.

Mit seinem Vorstoß ruft Trump die EU auf den Plan, die sich auf Gegenmaßnahmen einstellt. Immerhin werden allein im Bereich Stahl und Aluminium Einbußen von nicht ganz 3 Mrd. € befürchtet. Lange musste man in Brüssel nicht suchen, um bestimmte Produkte zu benennen, die umgekehrt mit europäischen Strafzöllen belegt werden können. Die Liste wurde schon während des letzten Handelsstreits mit George W. Bush zusammengestellt.

Darunter befinden sich Motorräder von Harley-Davidson mit Sitz in Wisconsin oder Whiskey aus Tennessee und Kentucky. Diese Bundesstaaten sind Heimat von führenden republikanischen Politikern. Das Kalkül ist, über Umsatzrückgänge und drohenden Jobverlust Druck und politischen Widerstand aus den eigenen Reihen zu erzeugen – gezielte Nadelstiche mit Symbolcharakter statt Frontalreaktion. Auch landwirtschaftliche Produkte von Kartoffeln über Tomaten bis zu Mais kämen infrage.

Importe Deutschlands aus den USA

Bei der Gelegenheit lohnt sich ein Blick auf die Größenordnungen der Importe Deutschlands aus den USA: Der größte Einzelposten sind Autos, die auf über 6,3 Mrd. € kommen – ohne Fahrzeugteile wohlgemerkt. Auf Rang zwei befinden sich Triebwerke für die Luftfahrt und Gasturbinen im Wert von 5,3 Mrd. €. Es folgen pharmazeutische Produkte, Geräte zur Datenverarbeitung und für die Medizin, Gesundheitsprodukte, Laborreinrichtungen oder elektronische Bauteile.

Inwieweit es sinnvoll wäre, auf einzelne weitere Produkte Strafzölle zu erheben, ist fraglich. Dass sich Privatverbraucher hierzulande auf ein paar Verteuerungen einstellen müssten, ist eine Sache. Güter, die vor allem in der Industrie verwendet werden, würden der Wirtschaft mehr schaden. Von daher dürften auch lancierte Berichte über mögliche Digitalsteuern für US-Firmen wie Google, Microsoft, Facebook, Twitter und andere eher als Drohszenario dienen.

Davon abgesehen sind Importe Deutschlands aus den USA nicht zwingend echte US-Produkte. Beispiel Autos: Zahlreiche Modelle von BMW, Daimler oder VW stammen aus amerikanischen Werkshallen, wovon über die Hälfte aus den USA nach Europa und Asien exportiert werden. Wollte man hierauf Schutzzölle erheben, würde es auch die deutschen Verbraucher und Hersteller treffen.

Absehbarer Bumerang-Effekt

Im Welthandel sind die Strukturen letztlich zu verwoben und komplex, als dass Schuttzölle eine rein einseitige Wirkung entfalten könnten. Auch US-Unternehmen produzieren dort wo es billiger ist. Autos von Ford oder GM in Mexiko oder Computer von Dell und Apple in China.

Spätestens wenn mit Trumps Strafzöllen die Lebenshaltungskosten in den USA steigen, und Teile seiner Steuerreform aufgefressen werden, entsteht flächendeckender Druck in den USA. Schon jetzt ist der Unmut in der Wirtschaft groß. Amerikas Exportwirtschaft wird durch Protektionismus nicht wettbewerbsfähiger.


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Ralf Hartmann
Von: Ralf Hartmann. Über den Autor

Ralf Hartmann arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.

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