Dropbox Börsengang naht: Das sollten Anleger beachten

Mit dem Dropbox Börsengang dürfte eines der größten Hightech-Börsengänge in diesem Jahr vor der Tür stehen. (Foto: Twinsterphoto / Shutterstock.com)

Seit Jahren gab es immer wieder Gerüchte, im ersten Halbjahr 2018 soll es nun soweit sein. Mit Dropbox dürfte eines der am höchsten bewerteten Start-ups (Bewertung: ca. 10 Mrd. US-$) an die Börse kommen.

Auch wenn Dropbox noch kein konkretes Datum für den Börsengang nennt, sollen die federführenden Banken für den Börsengang bereits feststehen: Goldman Sachs, JPMorgan Chase. Für Anleger stellt sich hier die Frage, ob sich ein Mitmachen beim Dropbox Börsengang lohnt?

Was ist Dropbox?

Die in San Francisco ansässige Dropbox wurde bereits im Jahr 2007 von den beiden Firmengründern Arash Ferdowsi und Drew Houston ins Leben gerufen. Dropbox gilt daher als einer der Pioniere, was Online-Speicherdienste (Clouds) angeht. Über ein Softwareprogramm bzw. über den Web-Browser können Dateien wie etwa Texte, Bilder, Videos in die Dropbox hochgeladen werden und anschließend an jedem Computer mit Internetanschluss geteilt werden.

Wie funktioniert Dropbox?

Mit Dropbox lassen sich so auch schnell Fotos und Videos, die mit dem Smartphone aufgenommen werden, mit Desktop-Geräten oder anderen Endgeräten teilen. Die Synchronisation der hochgeladenen Daten erfolgt automatisch über alle Geräte (Laptops, Smartphones etc.) hinweg, die mit dem Dropbox-Konto verbunden sind. Der Anwender kann dabei festlegen, welche Order bzw. Dateien privat bleiben oder welche Dateien mit der Öffentlichkeit geteilt werden können.

Der Vorteil: Der Ordner mit den entsprechenden Dateien erscheint zwar auf den Desktop bzw. Laptop, jedoch belegen die Daten kaum Speicherplatz auf der Festplatte, da diese in der Datenwolke (Cloud) liegen. Unterstützt werden von Dropbox verschiedene Betriebssystem-Plattformen wie Windows, macOS, Android oder iOS.

Wie verdient Dropbox sein Geld?

Dropbox bietet sowohl eine kostenfreie Version seines Online-Speicherdienstes für Konsumenten an, als auch eine kostenpflichtige Variante für Anwender und Unternehmen, die mehr Speicherplatz benötigen.

Insgesamt ist Dropbox heute bereits bei mehr als 500 Millionen Anwendern im Einsatz. Im Vorjahr erzielte Dropbox laut Brancheninsidern zufolge einen Umsatz rund 1,0 Mrd. US-$, der damit um 25 % gegenüber dem Vorjahr gewachsen ist. Zwei Drittel der Erlöse stammen inzwischen durch das Geschäft mit Firmenkunden. DropBox gilt im operativen Geschäft als profitabel. Wie viel Gewinn das Unternehmen im letzten Jahr erzielte, wurde nicht bekannt.

Das Dropbox Basic Konto mit 2 Gigabyte (GB) Online-Speicherplatz ist für Kunden kostenfrei, Business-Kunden die mehr Speicherplatz benötigen, können zwischen Dropbox Plus (1 Terabyte Speicher) für rund 10 Euro im Monat oder Professional (erweiterten Service) für 20 € im Monat wählen.

Vorsicht: hohes Risiko durch intensiven Wettbewerb

Der Dropbox Börsengang dürfte einer der größten Börsengänge in diesem Jahr im Technologiesektor werden. Wenngleich Dropbox weiterhin ein zweistelliges Wachstum aufweist, sollten Anleger die Risiken im Zusammenhang mit einem möglichen Investment nicht unterschätzen.

Denn Dropbox ist mit seinem Cloud-Speicherangebot nicht allein. Inzwischen tummeln sich große Firmen wie Microsoft (OneDrive), Google (Google Drive), Amazon.com und Box in diesem Marktsegment. Der Wettbewerb wird in diesem Marktsegment zunehmend intensiver, wodurch die Gewinnmargen der Anbieter unter Druck stehen.

Aus diesem Grunde haben Dropbox-Altinvestoren wie BlackRock, GSV Capital und USAA (Science & Technology Fund) den Wert ihrer Dropbox-Beteiligung im Vergleich zu 2015 bereits deutlich nach unten korrigiert.

Fazit: Dropbox ist ein Börsengang, bei dem man nicht unbedingt dabei sein muss, zumal große Player wie zum Beispiel Amazon.com mit seiner Cloud-Sparte Amazon Web Services (AWS) ebenfalls gute Chancen für Anleger bieten, die sich im Cloud-Bereich engagieren wollen.

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Von: Alexander Mittermeier. Über den Autor

Als Gründungsmitglied einer der größten Finanz-Communitys in Deutschland schreibt Alexander Mittermeier heute nicht nur über Aktien und Hightech-Unternehmen, sondern auch über Geld- und Wirtschaftsthemen. Im Mittelpunkt stehen dabei Hintergrundberichte und Bewertung wirtschaftlicher Themen unter Berücksichtigung technologischer Gesichtspunkte für eine der größten Banken Deutschlands