DWS: Dividendenjäger haben eine neue Quelle

Die DWS-Aktie ist neu an der Börse und die Deutsche Bank-Fondsgesellschaft nun selbständig. Geeignet ist sie vor allem für Dividendenjäger. (Foto: Martin Good / Shutterstock.com)

Es war wohl der letzte größere Akt des scheidenden Deutsche Bank-Chefs John Cryan: Mit der DWS-Aktie wurde der profitabelste Ableger der Bank an die Börse gebracht.

Interessant dürfte das Papier für Anleger vor allem wegen der Dividenden sein. Das aber hat seine Kehrseite. Zudem dürfte viele die Rechtsform der Fondsgesellschaft als KG auf Aktien stören, die Aktionären kein Mitspracherecht bietet.

Fondsgesellschaft muss kämpfen

Entsprechend verhalten war denn auch der Börsenstart am 23. März. Die Deutsche Bank, die mit rund 2 Mrd. € Einnahmen über die Aktien ihrer Vermögensverwaltungssparte gerechnet hatte, musste sich am Ende des ersten Tages mit insgesamt 1,6 Mrd. € begnügen. Waren ursprünglich 36 € für die DWS-Aktie geplant, lag der Ausgabepreis bei nur 32,50 €, der sich dann auch nur auf 32,55 € erhöhte. In den folgenden drei Wochen gab der Kurs sogar um über 6 % nach.

Damit fiel die DWS auf einen Börsenwert von 6,09 Mrd. € und zugleich unter den Buchwert der Fondsgesellschaft von 6,4 Mrd. €. Für die Deutsche Bank ist das natürlich wenig erfreulich. Ihre Intention für den Börsengang ist, die DWS durch die Loslösung wendiger zu machen und auch das Asiengeschäft voranzutreiben. Daher sind schon mal 5 % an den japanischen Versicherungskonzern Nippon Life gegangen, der somit Ankerinvestor ist.

Die Deutsche Bank selbst hält entgegen ursprünglichen Plänen nun doch 77,75 % an der DWS und damit die Kontrolle über eine der beliebtesten deutschen Fondsgesellschaften, die Anlegergeld in Höhe von rund 700 Mrd. € verwaltet. Geplant sind jährliche Steigerungen um bis zu 5 %. Jedoch steht die DWS mit ihren gemanagten Produkten unter erheblichem Druck: Passive ETFs haben erhebliche Marktanteile erobert.

DWS Aktie mit zwei Seiten

Zumindest konnten letztes Jahr 720 Mio. € vor Steuern eingefahren werden, nach einem Verlust von 200 Mio. € im Vorjahr. Was aus Anlegersicht für die DWS-Aktie spricht, ist neben dem günstigen Kurs-Gewinn-Verhältnis (KKGV) von 11 viel eher die Tatsache, dass die Deutsche Bank an möglichst hohen Dividendeneinnahmen interessiert ist.

Als „Trittbrettfahrer“ kann man sich auf eine angekündigte Ausschüttungsquote zwischen 65 % und 75 % freuen. Bei einer Dividende von 2,10 € käme so eine Dividendenrendite mit einem Top-Wert von 6,7 % zustande.

Die Kehrseite der Medaille: Die schwächelnde Deutsche Bank ist auf die Einnahmen angewiesen, die an anderer Stelle fehlen. Etwa für Investitionen zum Ausbau der Infrastruktur oder fürs Erschließen neuer Geschäftsfelder. Je mehr die DWS als Cash-Kuh herhalten muss, desto geringer fallen Margen und Gewinne aus. Hier gilt es, die Grantwanderung zu schaffen, damit das Papier auch auf Dauer für Anleger interessant bleibt.

Ein Hinweis noch: Verbreitet wird die DWS in Klammern mit Deutsche Asset Management beschrieben, was allerdings nicht zum Kürzel passt. DWS steht eigentlich für Deutsche Gesellschaft für Wertpapiersparen. Die gibt es seit 1956 und wurde 2013 zunächst in Deutsche Asset & Wealth Management und dann in Deutsche Asset Management umbenannt. Mit dem Börsengang wurde wieder auf den alteingeführten Namen DWS zurückgegriffen. Es ist somit der alte und neue Name der nun selbständigen Fondstochter.


Der Gold-Report 2018
So machen Sie die besten Gold-Geschäfte

Sichern Sie sich jetzt gratis den Sonder-Report: “Der Gold-Report 2018” und erfahren Sie exklusiv, welche Aktien in Ihrem Depot nicht fehlen sollten!

Massive Gewinne voraus: So machen Sie 2018 zu Ihrem Goldjahr ➜ hier klicken!


© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Ralf Hartmann
Von: Ralf Hartmann. Über den Autor

Ralf Hartmann arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.

10 Dividendenaktien, deren Dividende IMMER steigt