EC-Karte im Ausland – Geld abheben, Kosten & Tipps

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Wer sich im Ausland auf seine EC-Karte verlässt, hat womöglich Pech und steht ohne Geld da. Lesen Sie hier, woran das liegt. (Foto: Syda Productions / Shutterstock.com)

EC-Karte im Ausland – Geld abheben, Kosten & Tipps


EC-Karte im Ausland: Wissenswertes

Arten von EC-Karten: V-Pay, Maestro – abhängig vom Kreditinstitut

Kostenfaktoren: Abhebungsgebühren, Umrechnungsgebühren

Hinderungsgründe: Zerstörter Magnetstreifen, Kartenlimit, kein V-Pay oder Maestro


Eine Girokarte bzw. Kreditkarte ist insbesondere für Reisende eine praktische Möglichkeit, auf Bargeld zu verzichten und aufwändige Währungsumtausche zu umgehen. Wichtig für den Verbraucher bei der Bargeldverfügung ist allerdings das Wissen darüber, dass nicht jede Girokarte überall funktioniert. Dies wird irrtümlicherweise oftmals angenommen, weswegen auf Reiseschecks verzichtet wird. Dieser Artikel beschreibt, wie die EC-Karte im Ausland genutzt werden kann und welche Aspekte beim Auslandseinsatz beachtet werden müssen.

Grundsätzliches zur EC-Karte im Ausland

Die EC-Karte kann das Leben von Reisenden deutlich vereinfachen, da es mit der EC-Karte möglich ist, ohne Bargeldwechsel im Ausland zu zahlen und Barabhebungen in Fremdwährung durchzuführen. Allerdings sollte grundsätzlich beachtet werden, dass nicht jede EC-Karte in jedem Land als Zahlungsmittel verwendet werden kann. Informationen hierzu sind in der Regel der Kartenrückseite der Girocard zu entnehmen. Bei Unklarheiten oder Fragen empfiehlt es grundsätzlich, vor der Abreise bzw. Reiseantritt Kontakt mit der emittierenden Direktbank aufzunehmen.

Tipp

Die Nummer des Sperrnotrufs sollte dem Kartenbesitzer grundsätzlich bekannt sein. Mit dieser kann die Karte im Falle eines Diebstahls oder Verlustes unmittelbar stillgelegt werden. Es ist empfohlen, diese Nummer der Direktbank vor Reiseantritt im Smartphone oder auf einem Blatt Papier zu notieren.

Geld abheben mit EC-Karte im Ausland

Im Ausland kann nicht über jede EC-Karte Geld abgehoben werden. Allerdings lässt sich leicht herausfinden, ob es mit der eigenen Karte bei Geldautomaten oder Partnerbanken möglich ist. Auf der Rückseite der Karte sind die entsprechenden Informationen zu finden. Karten, die das V-Pay- oder Maestro-Logo zeigen, können für Abhebungen im Ausland verwendet werden.

Wird eine EC-Karte im Ausland genutzt, fallen in der Regel Gebühren an. Auf welcher Höhe sich diese belaufen, ist individuell und von Bank zu Bank verschieden. Die groben Eckdaten können im Vorfeld in Erfahrung gebracht werden. Unter anderem können die Banken darüber Auskunft geben. Es empfiehlt sich, vor der Reise bei der Bank zu erfragen, mit welchen ausländischen Partnerbanken diese kooperiert. Somit können die zusätzlichen Gebühren für Barabhebungen unter Umständen so min´ß0mal wie möglich gehalten werden.

EC Karte im Ausland

 

Was sind V-Pay bzw. Maestro?

V-Pay bzw. Maestro sind zwei Arten von EC-Karten. Diese Bezeichnungen beschreiben, in welchen Regionen der Welt die Karte verwendet werden kann. Insbesondere für einen Auslandsaufenthalt außerhalb der EU ist diese Information für den Karteninhaber wichtig. Daher sollte Wissen darüber vorhanden sein, wo diese Informationen zu finden sind und was sie bedeuten. Entnommen werden kann die Information, um welche Art von EC-Karte es sich handelt, aus der Rückseite der ausgegebenen Karte.

V-Pay-VerfahrenDie Karte kann im europäischen Ausland zum Abheben von Geld oder zur Kartenzahlung verwendet werden. Bei dieser Zahlungsart wird bei Zahlung die PIN gefordert. Die Datenauslesung findet über den integrierten Chip statt, nicht ausschließlich über den Magnetstreifen, wodurch der Arbeitsaufwand für Kopien erhöht wird. Dieses Verfahren bietet ein höheres Maß an Sicherheit.
MaestroDie Karte kann weltweit zum Abheben von Geld oder zur Kartenzahlung verwendet werden. EC-Karten mit diesem Logo können schneller gefälscht werden, da sie über den Magnetstreifen ausgelesen werden, nicht über den Chip. Sie sind daher anfälliger für Diebstahl und Betrug.

Kosten der EC-Karte im Ausland

Jeder Reisende sollte sich der Tatsache bewusst sein, dass Bargeldabhebungen im Ausland mit erhöhten Kosten verbunden sind. Grund hierfür ist der erhöhte Verwaltungsaufwand bei der Umrechnung des Euros in die entsprechende Fremdwährung.

Die Kosten hierfür können sich je nach Karte und Land unterschiedlich gestalten. Einige Banken berechnen pro Abhebung eine Pauschale, wobei die Summe der Abbuchung keine Rolle spielt. Andere Banken berechnen die Gebühr prozentual. In diesem Falle werden in der Regel zwischen 3 – 5 % des Abhebungsbetrages als Verwaltungsgebühr veranschlagt. Gebühren fallen allerdings nicht zwingend an, da viele deutsche Banken Kooperationsbanken im Ausland besitzen, bei denen die Gebühren für die Geldabhebung geringer ausfallen oder sogar ganz wegfallen. Inforamtionen dazu findet man auf der Website der jeweiligen Banken oder bei Bankberatern.

Im Ausland kann es außerdem dazu kommen, dass Geldautomatenbetreiber verschiedene Gebühren für das Abheben mit ausländischen Karten verlangen. Auf diese Kosten hat man als Reisender keinen Einfluss, da diese Gebühren nicht von der eignenen Bank bestimmt werden. Diese Gebühren werden von deutschen Banken in der Regel nicht erstattet.

Bei der Geldabhebung im Ausland ist es daher ratsam, gleich eine größere Summe abzuheben, damit nicht jedesmal aufs neue abgehoben werden muss und sich die Gebühren somit sammeln.

Hinweis

Meist ist das Geldabheben am Automaten trotz der anfallenden Gebühren deutlich günstiger, als Bargeld zu Hause oder vor Ort in einer Bank bzw. Wechselstube umzutauschen. Die Gebühren für die Bargeldabhebung via EC-Karte im Ausland kann der Gebührentabelle des Kreditinstitutes entnommen werden.

Kostenfalle DCC: So kann diese vermieden werden

Die Geldautomaten-Betreiber können für eine Bargeldabhebung ebenfalls eine Gebühr verlangen. Insbesondere die „Dynamic Currency Conversion” gilt als eine bekannte Kostenfalle. Hier kann der Nutzer wählen, ob seine Auszahlung in der Landeswährung oder in Euro verrechnet werden soll. Für den Urlauber scheint die Option des Euros die bessere Wahl zu sein. Bei dieser muss der Betrag nicht zu einem teuren Wechselkurs umgerechnet werden.

Fakt ist aber, dass für diesen Prozess hohe Gebühren anfallen. Diese betragen nicht selten bis zu 10 % Aufschlag auf den aktuellen Wechselkurs. Sollte keine ausgesprochen hohen Zusatzgebühren anfallen, wird die geforderte Summe in vielen Fällen zu einem schlechten Wechselkurs umgerechnet. Empfehlenswert ist, das Geld in der Landeswährung auszahlen zu lassen. Die hierbei anfallenden Gebühren bei den deutschen Kreditinstituten sind in der Regel deutlich günstiger.

Tipp

Währungsumrechnungen am Bankautomaten sollten, wenn möglich, vermieden werden.

Gebühren bei der EC Karte vermeiden

 

Warum funktioniert die EC-Karte im Ausland nicht?

Wieso die EC-Karte im Ausland nicht funktioniert, kann unterschiedliche Gründe haben. Zum einen ist es im Ausland häufig so, dass der Prozess des Geldabhebens über den Magnetstreifen abgewickelt wird. In Deutschland hingegen wird hierzu die Chipkarte verwendet, die auf den Karten ebenfalls zu finden ist. Daher merken viele Nutzer nicht, wenn der Magnetstreifen beschädigt ist. Diese Beschädigung führt dazu, dass Abhebungen an entsprechenden Automaten im Ausland nicht möglich sind.

Ferner haben einige Banken das Kartenlimit auf null gesetzt, um Missbrauch durch illegale Kartenkopien zu vermeiden. Dieses Null-Limit betrifft ausschließlich Abhebungen, die über den Magnetstreifen der Karte veranlasst werden, nicht über den goldfarbenen Chip. In Deutschland und der gesamten EU sowie der Schweiz, Island, Liechtenstein, Norwegen und Monaco lässt sich mit solchen Kopien aus technischen Gründen kein Geld abheben.

Hinweis

Durch den EMV-Standard soll die Sicherheit der EC- und Kreditkarten erhöht werden. Der EMV-Standard wird auf den EC-Karten mittels Chip abgebildet.

Kopien von EC-Karten fehlt der Chip, auf den die hiesigen Automaten zugreifen, um Geld auszugeben. Der Grund hierfür liegt darin, dass sich dieser nicht leicht fälschen lässt. Es gibt im außereuropäischen Ausland viele Automaten, die keinen Chip erfordern. Diese werden von vielen Fälschern mit Vorliebe benutzt, um an Geld zu gelangen.

Was tun, wenn die EC-Karte im Ausland nicht funktioniert?

Sollte die EC-Karte im Ausland nicht funktionieren, empfiehlt sich ein Anruf bei der Bank vom Urlaubsland aus. Auf den meisten EC-Karten ist auf der Rückseite eine Telefonnummer abgedruckt. Diese kann angerufen werden, um sich ein Limit einrichten zu lassen.

Falls dies fehlschlägt und man ohne Bargeld und funktionierende Karte im Urlaubsland verweilt, kann man über die Angehörigen ein Bargeldtransfer über Western Union beispielsweise veranlassen. Dieser Geldtransfer ist beispielsweise über die Postbank oder die Reisebank möglich, die Internetseite des Zahlungsdienstes gibt Aufschluss. Durch einen Bargeldtransfer wird das Geld im Ausland – in entsprechender Währung– direkt ausgezahlt und kann die Reisekasse aufstocken.

Vorsicht

Western Union und vergleichende Zahlungsdienstleister sind für hohe Gebühren bekannt. Es sollte nur im äußersten Notfall hierauf zurückgegriffen werden. Wer vor dem Auslandsaufenthalt mit seiner Bank spricht, kann solche Situationen in der Regel vermeiden.

EC-Karte im Ausland: Verfahren gegen Missbrauch

Durch das EMV-Verfahren kann die Authentizität einer Geldkarte überprüft werden. Hierzu sind drei unterschiedliche Verfahren möglich. Neben Static Data Authentication (SDA) und Dynamic Data Authentication (DDA) steht noch Combined Dynamic Data Authentication (CDA) zur Verfügung. Bei EC- und Kreditkarten kommen hauptsächlich SDA und DDA zum Einsatz.

Das SDA-Verfahren wird von Betrügern inzwischen missbraucht. Aus Großbritannien häufen sich Meldungen dieser Art. Das SDA-Verfahren setzt darauf, feststehende Kartendaten mit einem RSA-Schlüssel des herausgebenden Institutes zu signieren. Bei RSA handelt es sich um ein Verschlüsselungssystem.

Da diese Signatur statisch ist, kann sie bei der Produktion der Geldkarte in den Sicherheits-Chip implementiert werden. Es werden Kosten eingespart, was für das emittierende Unternehmen interessant ist. Das Problem liegt darin, dass die SDA-Chips keine eigenen Verschlüsselungsaufgaben bewältigen können.

Was ist die Haftungsumkehr für den EC-Karten Missbrauch im Ausland?

Karten mit Magnetstreifen werden weiterhin unterstützt. Somit werden das Bezahlen und Geldabheben im Ausland ermöglicht. Es ist gut zu wissen, dass 2005 die Haftungsumkehr eingeführt wurde. Dies bedeutet, dass bei Betrugsfällen das Unternehmen und die Bank haftbar gemacht werden. Die Haftungsumkehr greift dann, wenn die Bank oder das jeweilige Unternehmen nicht dazu in Lage gewesen sind, das EMV-Verfahren sicher durchzuführen.

Hinweis

Aus Kostengründen kommen insbesondere in Großbritannien häufig SDA-Chips zum Einsatz, während deutsche Kreditinstitute in erster Linie auf das sicherere DDA-Verfahren setzen.

Tipps zur EC-Karte im Ausland

Sollte ein Urlaub im Ausland anstehen, ist es sinnvoll, die Bank im Vorfeld darüber zu informieren. Ohne Information kann es zum Missbrauchsverdacht kommen. In einem solchen Fall wird die Karte direkt durch die Bank gesperrt, wodurch weitere Abbuchungen augenblicklich unmöglich werden.

Davon abgesehen, besitzt jede EC-Bankkarte ein Tageslimit. Es ist empfehlenswert, dieses vor der Reise aufstocken zu lassen. Ist das Tageslimit erreicht, sind für diesen Tag keine weiteren Zahlungen bzw. Abhebungen mit der entsprechenden Karte möglich.

Ferner werden bei Auszahlungen von Bargeld im Ausland Gebühren fällig. Sinnvoll ist es, einmalig eine höhere Summe abzuheben, anstatt fünf Mal täglich eine kleine Summe. Auf diese Art und Weise können die Gebühren im Rahmen gehalten werden.

Diese Gebühren können umgangen werden, sollte die eigene Bank Partnerschaften im Ausland pflegen. Informiert man sich im Vorfeld darüber ob ihre Bank Partnerschaften im Zielland besitzt, können Abhebungsgebühren unter Umständen vollständig umgangen werden.

Währungsumrechnungen am Geldautomaten sollten am besten vermieden werden. Somit können erhebliche Kosten gespart werden. Die Automatenbetreiber verlangen für Umrechnungen von Euro in die entsprechende Landeswährung teilweise Gebühren von bis zu 10 %. Es ist daher sinnvoller, auf die Umrechnung zu verzichten und sie, falls gewünscht, selber durchzuführen.

Tipps zum Geldabheben im Ausland

 

Alternative zur EC-Karte: Die Kreditkarte

Als Alternative zu der Nutzung von EC-Karten im Ausland bietet sich die Kreditkarte an. Diese wird immer beliebter, funktioniert in den meisten Ländern der Welt und oft fallen die Gebühren geringer aus als bei einer EC-Karte. Neben viele Vorteilen besitzt die Kreditkarte allerdings auch Nachteile, die beachtet werden sollten. Genauere Informationen zu Konditionen des jeweiligen Reiseziels im Bezug auf Kreditkarten sollten daher vor jeder Reise eingeholt werden, um Kostenfallen zu vermeiden.

Vorteile der Kreditkarte im Ausland

Vorteile der Zahlung mit der Kreditkarte im Ausland sind unter anderem folgende:

  • Ist in den meisten Ländern der Welt anerkannt.
  • Geldabheben ist auch mit der Kreditkarte möglich.
  • Zahlungen mit der Kreditkarten wie Visa, Mastercard und American Express sind im Euro-Raum generell kostenlos.
  • Zahlreiche Unternehmen, wie Fluggesellschaften, bieten bei Zahlung mit Kreditkarte Sammlerpunkte an.
  • Kreditkarten wie DKB Visa und comdirekt Visa bieten kostenlose Bargeldabhebung weltweit an.

Nachteile der Kreditkarte im Ausland

Die Nachteile der Nutzung der Kreditkarte im Ausland, die beachtet werden sollten:

  • Ausgaben sollten immer überblickt werden, da sich hohe Zinsen ansammeln können, wenn man das Limit überschreitet.
  • Es kann zur Kostenfalle kommen, da Gebühren bei Zahlungen und Bargeldabhebungen im Ausland anfallen, vor allem außerhalb des Euro-Raums, meist liegen die Auslandsgebühren bei 1,00 und 2,00 %. Die Gebühren werden von der jeweiligen Bank festgelegt, die die Kreditkarte ausgegeben haben.
  • Kreditkarten sind oft ein Magnet für Betrügereien, wie beispielsweise manipulierte Geldautomate und Terminals, die die Kartendaten ablesen.
  • Wechselkurse können sich stark unterscheiden und sind oft nicht 100% Transparent.

Fazit zur EC-Karte im Ausland

Die Kartennutzung von EC-Bankkarten im Ausland ist grundsätzlich möglich. Der Kartenbesitzer sollte allerdings darauf achten, ob sich die Funktion seiner Karte auf die EU bezieht oder weltweit Gültigkeit hat. Es ist sinnvoll, sich vor der Reise ins Ausland mit den Zahlungsarten des Reiseortes zu beschäftigen, da die Verfügbarkeit von Bargeldautomaten oder die Möglichkeit der Kartenzahlung eventuell eingeschränkt sein können.

Insgesamt ist es empfehlenswert, vor der Abreise mit der Bank in Verbindung zu treten, um sich Tipps zu holen und die Eckdaten der EC-Karte abzuklären. Auf diese Art und Weise kann tatsächlich vermieden werden, dass es zu Komplikationen durch Unwissen kommt.


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David Gerginov
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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