Echt grün – 5 nachhaltige deutsche Aktien fürs Depot

Wer in Deutschland auf nachhaltige Aktien setzt, befindet sich in bester Gesellschaft und Zukunftstitel mit erheblichem Potenzial im Depot. (Foto: Piotr Swat / shutterstock.com)

Ökologische und soziale Aspekte sind längst nicht mehr nur was für fundamental grüne Gemüter. Glaubt man Umfragen, so interessiert sich bereits jeder Dritte in Deutschland für nachhaltige Aktien. Überhaupt fokussieren sich die Finanzmärkte zunehmend auf den Wandel hin zu einer sozial- und umweltverträglichen Ökonomie. Vor allem der sichtbare Klimawandel trägt dazu bei.

Nachhaltige Aktien aus Deutschland gesucht

Wer nachhaltige Aktien bevorzugt, befindet sich also in bester Gesellschaft. Doch was versteht man eigentlich darunter? Wer sich an einschlägigen Spezialindizes, die unter Kürzeln wie ESG (Environment Social Governance) oder SRI (Social Resonsible Investing) laufen, orientieren möchte, kommt meist nicht sehr weit. Deren Ansätze in der Aktienauswahl sind uneinheitlich.

Teils werden einfach Titel von Unternehmen mit geringem CO2-Ausstoß höher gewichtet. Teils orientieren sie sich an K.o.-Kriterien, die von Alkohol oder Abtreibung über Genmanipulation, Kernkraft und Korruption bis zu Waffen oder Pelzverarbeitung reichen.

Andere wiederum folgen mehr einer allgemeinen Tendenz, die sich zum Beispiel darin ausdrückt, dass Unternehmen in der EU entsprechend der neuen CSR-Richtlinie vermehrt über ihre Corporate Social Responsibility berichten müssen, also die Auswirkung ihres Geschäfts auf Umwelt-, Sozial und Arbeitnehmerbelange sowie Menschenrechte und Korruption.

Für nach diesen Kriterien nachhaltige Aktien aus Deutschland bzw. deren Unternehmen gilt nun eine entsprechende Berichterstattungspflicht, die im März 2017 vom Bundestag verabschiedet wurde. Eines hat sich jedenfalls bisher gezeigt: Ethisch orientierte Titel haben Zuspruch, Zukunft und ein Potenzial, das noch lange nicht ausgereizt ist.

Wer sich in Deutschland für nachhaltige Aktien im engeren Sinne interessiert, dürfte mit folgenden Beispielen aus dem Bereich Energie richtig liegen:

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1. Eon im Dax

Eon hat 2016 seine konventionelle Stromerzeugung in den Ableger Uniper verpackt und sich ganz auf grüne Energie ausgerichtet. Die Aktie ist neben dem Dax und Euro Stoxx 50 in den wichtigsten Indizes für nachhaltige Unternehmen, DJ Stoxx Sustainability Index (DJSI Stoxx) und DJ Sustainability Index World (DJSI World) gelistet. Auf Xetra brachte das Papier im letzten Jahr rund 58 % Plus. Ab 2018 soll die Dividende auf eine Quote von mindestens 65 % angehoben werden. Aufgrund der Gewinndynamik gilt sie unter Analysten verbreitet als „Top Pick“ des Jahres.

2. Innogy im Mdax

Mit seiner Listung im Mdax ist Innogy die zweitgrößte nachhaltige Aktie Deutschlands. Mit ihr hat RWE ebenfalls 2016 die Zukunft der Energieerzeugung ausgegliedert. Der Ökostromanbieter Innogy ist quasi ein Produkt der Energiewende in Deutschland. Die Aktie des nachhaltigen Unternehmens konnte letztes Jahr zwar nur halb so stark zulegen wie Eon, besticht aber mit einer Ausschüttungsquote von 80 % und einer Dividendenrendite von 4,35 %. Dass sich bereits der spanische Energieriese Iberdrola und die italienische Enel für Innogy interessieren, lässt auf weiteren Auftrieb hoffen.

3. Capital Stage im Sdax

Ein Unternehmen, das fertige Solar- und Windparks kauft und betreibt, ist Capital Stage. Die Aktie des Hamburger Ökostrombetreibers im Sdax erfreut mit einer Dividendenrendite von 3,53 %. Angekündigt ist eine Steigerung der Ausschüttungen um 50 % in den nächsten fünf Jahren. Capital Stage erwirbt nach Aufkäufen in Dänemark, Finnland, Frankreich und Großbritannien nun auch Anlagen in den Niederlanden. Auf Zehnjahressicht brachte die Aktie über 140 % Plus. Seit einer Korrektur Anfang 2016 läuft sie seitwärts und wartet auf den nächsten Ausbruch.

4. 2G Energy auf Xetra

2G Energy aus Heek im Münsterland ist Anbieter von Blockheizkraftwerken zur dezentralen Energieversorgung mit Kraft-Wärme-Kopplung – ein Markt der noch in den Anfängen steckt. Die Xetra-Aktie brachte auf zehn Jahre 197 %. Nach steilem Aufstieg hielt sie sich zwischen 2012 und 2014 auf hohem Niveau, gab dann über 30 % ab und tritt seither im leichten Auf- und Ab auf der Stelle. Das Unternehmen konzentriert sich nun auf mehr Profitabilität. Die Zahlen der ersten neun Monate in 2017 stimmten zuversichtlich. Die Dividende wird erneut angehoben. Deren Rendite liegt bei 2,10 %.

5. ABO Invest an der Börse Düsseldorf

Noch gibt es keine Dividenden bei ABO Invest. Dennoch ist das Wiesbadener Unternehmen, das Windkraft und Biogasanlagen betreibt, einen Blick wert. Hauptgeschäftsträger sind die bislang 62 Windparks in Deutschland, Frankreich, Irland und Finnland. Laufende Erträge werden in den Kauf neuer Projekte investiert, um mit stetig wachsendem Portfolio den Wert des Unternehmens um mindestens 7 % im Jahr zu steigern. Die Aktie ist an der Düsseldorfer Börse gelistet und zeigt seit Ende 2011 ein Plus von rund 54 %. Positiv auffallend ist der wie mit dem Lineal gezogene Aufwärtsverlauf, der nur geringe Schwankungen zeigt.

Dass nachhaltige Aktien mit ihrem Zukunftspotenzial langfristig nachhaltige Renditen abwerfen, ergibt sich schon aus folgender Überlegung: Bislang werden weltweit nicht einmal 5 % des Energiebedarfs durch Erneuerbare Energieformen gedeckt. Wer sich zeitig positioniert, hat hervorragende Chancen.


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Ralf Hartmann
Von: Ralf Hartmann. Über den Autor

Ralf Hartmann arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.