EEG-Umlage: So sieht die Zukunft aus

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In diesem Beitrag erläutern wir Anlegern, was hinter dem Erneuerbare-Energie-Gesetz steckt und wie die sogenannte EEG-Umlage ermittelt wird. (Foto: Marco Rullroetter / Shutterstock.com)

Wie immer wird auch im Jahr 2013 alles wieder ein Stückchen teurer: Benzin, Heizöl, Mietkosten etc. Doch diesmal wird auch bei den Strompreisen ordentlich zugeschlagen.

Das Erneuerbare-Energien-Gesetz im Überblick

Die Abkürzung EEG steht für das Erneuerbare-Energien-Gesetz. Es wurde schon im Jahre 2000 ins Leben gerufen und sorgt dafür, dass Strom aus erneuerbaren Quellen wie etwa Wind- und Solarkraft bei der Einspeisung ins Stromnetz Vorrang besitzt. Zudem regelt es die festgeschriebenen Preise für elektrischen Strom, der aus dieser Art Energiequellen erzeugt wird. Genau dies ist gemeint, wenn man von der so genannten “EEG-Umlage” spricht.

Umgangssprachlich heißt es hingegen meist “Ökostrom-Steuer”. Für das Jahr 2013 ist jedoch mit einer deutlichen Erhöhung zu rechnen, so berichteten es zahlreiche Print- und Onlinemedien in den letzten Tagen, darunter auch die Frankfurter Allgemeine Zeitung.

Strom wird auch weiterhin immer teurer

Nach Angaben der Agentur für erneuerbare Energien betragen die Kosten eines durchschnittlichen Haushalts in Deutschland fürs Heizen rund 1.200 € pro Jahr. Die Ausgaben für Benzin liegen mit rund 1.400 € nochmal 200 € darüber.

Diese beiden Posten machen gemäß der Verbraucherzentrale im Durchschnitt stets die höchsten Posten für private Energiekosten aus. Die Ausgaben für Strom sind dagegen vergleichsweise gering: nur etwa 2,5 % des jährlichen Haushaltsbudgets wird für Strom ausgegeben.

Gemäß der EEG-Umlage soll sich dies im nächsten Jahr jedoch ändern, denn die Bundesregierung stimmte jüngst einer Erhöhung der Ökostrom-Steuer um 5,3 Cent pro Kilowattstunde zu. Zur Veranschaulichung: Eine Ladung Wäsche in der Maschine zu waschen kostet etwa eine Kilowattstunde Strom. Da auf die Erhöhung auch noch Mehrwertsteuer angerechnet werden muss, wird der Strompreis tatsächlich eher um 6,3 Cent je kWh steigen.

Wie wird die EEG-Umlage ermittelt?

Ein Grund für diese Erhöhung liegt auch in der Art und Weise wie die jährliche EEG-Umlage ermittelt wird. Dies geschieht nämlich auf Grundlage einer Prognose der vier deutschen Übertragungsnetzbetreiber, namentlich den Unternehmen Tennet TSO, 50Hertz Transmission, Amprion sowie TransnetBW.

Sie ermitteln regelmäßig die Höhe der EEG-Umlage für das Folgejahr und zwar zusammen mit Forschungsinstituten anhand der erwarteten Ausgaben für EEG-Vergütungen und der voraussichtlichen Einnahmen aus dem Verkauf an der Strombörse EPEX Spotmarkt.

Die geschätzten Kosten für die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energiequellen werden dann durch die EEG-Umlage auf die Stromendverbraucher verteilt. Kommt es bei dieser Prognose zu Abweichungen von den tatsächlichen Kosten wird dies im jeweils nächsten Jahr rückwirkend reguliert, man spricht dann von eine Nachholung.

Von 2011 auf 2012 wurde lediglich ein geringfügiger Anstieg der EEG-Umlage von 3,53 Cent auf 3,59 Cent pro kWh prognostiziert. Mittlerweile hat sich jedoch herausgestellt, dass diese Schätzung fehlerhaft war und die tatsächlichen Ausgaben um einiges größer waren.

Als Folge dessen kam es im Rahmen der Prognose für die EEG-Umlage 2013 zu einer Nachholung von 0,67 Cent pro kWh. Weiter Gründe für eine Erhöhung liegen in den zahlreichen Eingriffen und Ausbauten des Stromnetzes, die ebenfalls erhöhte Netzentgelte zur Folge haben.


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David Gerginov
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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