Eigenkapitalquote: Die Bank fragt nach

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Die Eigenkapitalquote gilt als einer der wichtigsten Faktoren bei der Unternehmensbewertung durch Anleger und Investoren. (Foto: dominic8 / Shutterstock.com)

Die Eigenkapitalquote gilt als einer der wichtigsten Faktoren bei der Unternehmensbewertung durch Anleger und Investoren.

Doch wenn es um das Thema Bonität geht, zeigt auch die Bank großes Interesse an dieser Kennziffer.

Höhere Eigenkapitalquote = höhere Bonität

Eine der wichtigsten Überlegungen beim Verleihen von Geld gilt der Bonität des Kreditnehmers, also seiner Fähigkeit, den Kredit mit hoher Sicherheit wieder zurückzahlen zu können.

Genau dies ist der Grund, warum Investoren vor der Anlage ihres Kapitals bei einigen Unternehmenszahlen ganz genau hinschauen. Eine dieser Kennziffern ist die sogenannte Eigenkapitalquote.

Mehr zum Thema: Eigenkapitalquote – Beispiele helfen beim Verständnis

Sie gibt Auskunft darüber, welcher Anteil des gesamten Kapitals einer Firma aus eigenen Quellen stammt.

Fällt die Eigenkapitalquote nur gering aus, heißt das dementsprechend, dass ein Großteil des Geldes eigentlich Fremdkapital ist, zum Beispiel aus Krediten.

Doch nicht nur potentielle Investoren sind daran interessiert, anhand dieser Kennziffer die finanzielle Stabilität eines Unternehmens zu bemessen. Auch für die Bank spielt die Eigenkapitalquote eine große Rolle und zwar dann, wenn es um die Vergabe weiterer Kredite geht.

Eigenkapitalquote: Die Bank fragt nach

Denn: Unternehmen, deren Kapital zu großen Teilen auf externem Vermögen beruht, sind in ihrer Handlungsfähigkeit gerade in Krisenzeiten stark eingeschränkt.

Hinzu kommt, dass dieses Fremdkapital natürlich permanente Fixkosten durch Zinsrückzahlungen verursacht und somit auch etwaige Gewinne schmälert.

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Eigenkapitalquote-Formel: Das Verhältnis von Eigenkapital zu GesamtkapitalEigenkapitalquote Formel - so berechnet man das Verhältnis von Eigenkapital zu Bilanzsumme › mehr lesen

Grundsätzlich gilt: Je niedriger die Eigenkapitalquote, desto geringer wird auch die Bonität eines Unternehmens eingestuft.

Mehr zum Thema: Wie hoch sollte die Eigenkapitalquote sein?

Dies führt dazu, dass die Bank Kredite nur zu ungünstigeren Konditionen vergibt, was einer der Gründe dafür ist, warum Unternehmen heutzutage versuchen, ihre Eigenkapitalquote möglichst stabil und hoch zu halten.

So errechnet man die Eigenkapitalquote

Im Prinzip ist es ganz einfach, die Eigenkaptalquote eines Unternehmens zu berechnen, vorausgesetzt, man verfügt über die notwendigen Grundangaben.

Formel  

Eigenkapitalquote berechnen

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Die Eigenkapitalquote gibt den Anteil des Eigenkapitals am Gesamtkapital an. Nach betriebswirtschaftlichen Grundsätzen sollte die Eigenkapitalquote nicht unter 30 % sinken.
$$\bo\text"Eigenkapitalquote" = (\text"Eigenkapital" / \text"Bilanzsumme"\)*100$$
Ergebnis berechnen

Für die korrekte Bestimmung der Eigenkapitalquote ist es natürlich wichtig, genau zu unterscheiden, was zum Eigenkapital gehört und was nicht.

Hierzu zählt in der Regel alles gezeichnete Kapital sowie Kapital- und Gewinnrücklagen und Reserven für eigene Unternehmensanteile.

Mehr zum Thema: Eigenkapitalquote – Aussagekraft und Bedeutung

Alles Kapital, das aus externen Quellen wie Krediten entstammt oder anderweitige Rückzahlungen nötig macht (zum Beispiel gemietete Maschinen oder Immobilien), gehört zum sogenannten Fremdkapital.  Dieses wird nicht in die oben genannte Formel eingesetzt.

Man teilt also das Eigenkapital der Firma durch das Gesamtkapital und multipliziert das Ergebnis mit 100.

Auf diese Weise entspricht die Eigenkapitalquote immer einer prozentualen Angabe, die leicht mit den Quoten anderer Unternehmen verglichen werden kann.


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David Gerginov
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.