Ein Tag statt drei Tage: Überweisungsfrist verkürzt sich ab 2012

Ab 2012 verkürzt sich die Frist zwischen Überweisung und Gutschrift auf dem Empfängerkonto. Aber es gibt künftig auf Fallstricke.

Ob Steuernachzahlung oder Begleichung einer Rechnung: Ab 2012 ist das Geld schneller auf dem Konto des Empfängers. Das regelt Paragraph § 675s des Bürgerlichen Gesetzbuches (Ausführungsfrist für Zahlungsvorgänge).

Demnach darf nach einer Überweisung die Gutschrift auf dem Empfängerkonto maximal einen Geschäftstag in Anspruch nehmen.

Bis 1. Januar 2012 haben die Banken in Deutschland indessen noch die Möglichkeit, durch gesonderte Vereinbarung mit dem Kunden dafür drei Geschäftstage in Anspruch zu nehmen.

Schnellere Gutschrift: Fristeinhaltung wird leichter

Die schnelle Gutschrift hat handfeste, positive Konsequenzen. Künftig dürfen Sie mit einem pünktlichen Eingang der Zahlung auch dann rechnen, wenn Sie erst am Tag vorher überweisen. Außerdem spielt es keine Rolle, an welches Geldinstitut Sie den Betrag überweisen.

Bisher war nur bei institutsgleichen Überweisungen eine Frist von maximal einem Geschäftstag vorgeschrieben. In Zukunft gilt die maximale Frist von einem Tag für alle Banken innerhalb des SEPA-Raumes (EU-Staaten plus Schweiz, Island, Liechtenstein, Norwegen, Monaco, Gibraltar, Saint-Pierre und Miquelon).

Allerdings dürfen sich die Banken auch in Zukunft eine Verlängerung um einen weiteren Geschäftstag genehmigen, wenn die Überweisung in Papierform eingereicht wird. Mit anderen Worten: Die kurze Frist gilt nur fürs Online-Banking oder für Transaktionen, die Sie am elektronischen Terminal Ihrer Bank erledigen.

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Wer weiterhin auf Papier überweist, muss mit einer Frist von bis zu zwei Tagen rechnen, bis das Geld auf dem Konto des Empfängers landet.

Der Pferdefuß: Umstellung auf internationale Bankleitzahl und Kontonummer ab 2014

Eine Pferdefuß hat die Sache aber doch: Ab 2014 reicht es nicht mehr, die nationale, also hier in Deutschland gültige Kontonummer einzugeben. Stattdessen ist die internationale Kontonummer IBAN (Swift Code) gefragt. Und die hat in Deutschland 22 Stellen.

Und noch eine Änderung macht es Bankkunden künftig schwerer: Die Bank muss die Gültigkeit dieser Kontonummer nicht mehr nachprüfen. Wenn ein Bankkunde sich also vertippt und das System, das die IBAN aufnimmt, keine Fehlermeldung auswirft, geht dieser Fehler zulasten des Bankkunden.

Mein Tipp: Kontrollieren Sie bei jeder Überweisung genau die eingegebenen Bankdaten. Veranlassen Sie nie eine Online- oder Papierüberweisung ohne diese abschließende Prüfung. Dann profitieren Sie von den kürzeren Fristen und müssen nicht irgendwelchen versehentlich veranlassten Fehlüberweisungen hinterher rennen.

Glossar heute: SEPA

SEPA ist die Abkürzung für Single European Payments Area. Das heißt übersetzt „Einheitlicher Europäischer Zahlungsraum. Die SEPA-Länder haben eine Erleichterung des grenzüberschreitenden Zahlungsverkehrs beschlossen.

Grenzüberschreitende Überweisungen und Lastschriften sind somit künftig nicht teurer als im Inland, und sie dauern auch nicht länger.

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Von: Dr. Erhard Liemen. Über den Autor

Dr. Erhard Liemen ist Chefredakteur verschiedener, international renommierter Informationsdienste. Seit 1996 betreut er den angesehenen und erfolgreichen Dienst "Der Deutsche Wirtschaftsbrief".

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