Elektro-Autos: Der Wandel der deutschen Automobil-Branche

Ich habe Ihnen an dieser Stelle bereits sehr ausführlich den Umbau des BMW-Konzerns geschildert. Dabei ging es u. a. um […] (Foto: Yuri Kabantsev / Shutterstock.com)

Ich habe Ihnen an dieser Stelle bereits sehr ausführlich den Umbau des BMW-Konzerns geschildert.

Dabei ging es u. a. um die Produkt-Offensive im Bereich Elektromobilität, mit der BMW zukünftig seinen aufstrebenden amerikanischen Konkurrenten Tesla stärker als bisher angreifen will.

Hier möchte ich Ihnen, daran anknüpfend, von den Ergebnissen einer Studie berichten, die das Münchner Ifo-Institut im Auftrag des Verbandes der Automobilindustrie (VDA) durchgeführt hat.

In der Studie ging es um das Thema Elektromobilität.

Bis zu 620.000 Jobs in Deutschland gefährdet

Kommt es ab 2030 tatsächlich zu dem von den Grünen geforderten Zulassungs-Verbot von Autos mit Verbrennungsmotor (Otto- und Diesel-Motoren), sind laut der Studie des Ifo-Instituts hierzulande theoretisch bis zu 620.000 Arbeitsplätze gefährdet.

Es geht dabei um Stellen, die direkt oder indirekt an der Herstellung von Verbrennungsmotoren hängen.

Dabei werden also sowohl die Jobs bei den Autoherstellern selbst als auch die bei den Zulieferern berücksichtigt.

Ifo-Chef Clemens Fuest betont aber, dass die Zahlen diejenigen Beschäftigten auflisten, die vom Wechsel vom Verbrennungsmotor hin zur E-Mobilität betroffen seien.

Daher würden keinesfalls die aufgelisteten 620.000 Arbeitsplätze ersatzlos wegfallen, sollte es zum Verbot von Verbrennungsmotoren kommen.

Schließlich entstehen durch neue Antriebs-Technologien auch neue Arbeitsplätze.

Ein Teil derjenigen, die aktuell direkt oder indirekt ihr Geld mit Verbrennungsmotoren verdienen, könnte also zukünftig ihr Geld mit Elektromotoren verdienen.

Über den Umfang der neuen Stellen, die entstehen würden, schweigt sich das Ifo-Institut aus.

Nach bisherigen Schätzungen dürfte es sich dabei aber um rund 1/3 der Arbeitsplätze handeln, die derzeit am Verbrennungsmotor hängen.

Ifo-Forscher widersprechen Grünen

Die Grünen vertreten den Standpunkt, dass die deutsche Automobil-Branche den Wandel zu alternativen Antriebs-Arten versäumt habe.

Und deswegen diene ein Verbot von Verbrennungsmotoren quasi als Innovations-Motor.

Dem widersprechen die Forscher des Ifo-Instituts, welche die Studie erstellt haben.

Als Beleg dafür, dass der Standpunkt der Grünen falsch sei, listet die Studie die bewilligten Patent-Anmeldungen auf.

Hier lag Deutschland in den Jahren 2010 – 2015 nicht nur bei den Verbrennungsmotoren klar vor Japan, Südkorea, China, Frankreich und den USA.

Nein, dies gilt auch für den Bereich der Elektro-Autos und Hybridfahrzeuge.

Es seien bislang bereits erhebliche Anstrengungen unternommen und Milliarden-Investitionen in diesen Bereichen getätigt worden.

Einzig bei Batterien und Akkus gibt es Nachholbedarf. Hier kann und sollte die Politik im Bereich der Forschungs-Förderung tätig werden, so Fuest.

Ein Verbot von Verbrennungsmotoren ergebe, so die Studie, dagegen wenig Sinn.

Meine Einschätzung zum Thema

Meine Einschätzung dazu: Auch ich bin gegen ein Verbot von Verbrennungsmotoren – egal ob ab dem Jahr 2030 oder ab 2040.

Der Wandel wird stattfinden, braucht aber Zeit (die Technologie muss weiter reifen, die Infrastruktur aufgebaut werden).

In den kommenden Jahren werden die Automobil-Hersteller und deren Zulieferer noch gute Geschäfte mit Verbrennungsmotoren machen.

Und auf längere Sicht werden die deutschen Autohersteller wie BMW, Daimler und VW mit alternativen Antriebs-Konzepten ebenfalls gute Geschäfte machen.


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Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.

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