EnEV: Welche Modernisierungsmaßnahmen energiesparend sind

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Neu am Energiebedarfsausweis ist, dass nicht mehr nur die maximalen Verbrauchswerte einer Heizungsanlage oder U-Werte (früher: k-Werte) einzelner Baubestandteile ermittelt […] (Foto: Scanrail1 - Shutterstock.com)

Neu am Energiebedarfsausweis ist, dass nicht mehr nur die maximalen Verbrauchswerte einer Heizungsanlage oder U-Werte (früher: k-Werte) einzelner Baubestandteile ermittelt werden, sondern dass Gebäude als Gesamtheit erfasst werden, wobei der Niedrigenergiehaus-Standard nicht überschritten werden darf.

Planen Sie eine Modernisierungsmaßnahme, empfiehlt es sich daher, die Möglichkeit einer energieeinsparenden Verbesserung zu nutzen.

Der U-Wert, auch als Wärmedurchgangskoeffizient bezeichnet, ist ein Maß für den Wärmeverlust bestimmter Bauteile wie Fenster, Außenwände etc. Je geringer der U-Wert, umso weniger Wärme geht verloren.

Folgende energiesparende Maßnahmen sind möglich und förderungswürdig:

Kanalstromprinzip-Geräte am effektivsten

Das Kernstück einer Wärmerückgewinnungsanlage ist der Wärmetauscher. Bei Geräten, die nach dem sogenannten Kanalstromprinzip arbeiten, ist die Wärmetauschfläche etwa doppelt so groß wie bei den älteren sogenannten Plattenwärmetauschern.

Die neuen Geräte haben einen deutlich höheren Wirkungsgrad. Während die älteren Plattenwärmetauscher eine Wärmerückgewinnung zwischen 60 und 70% erreichen, kann ein Wärmetauscher mit Kanalstromprinzip 90% erreichen.

So kann beispielsweise bei Ausnutzung der Wärme verbrauchter Luft in Höhe von 20 °C zugeführte Frischluft von 0 °C auf 18 °C erwärmt werden. Auf diese Weise können 20 bis 50% der Heizenergie und -kosten eingespart werden.

 Wärmerückgewinnungsanlagen nach 10 Jahren amortisiert

Die Preise für eine Wärmerückgewinnungsanlage hängen stark von der Art und Gestaltung des Gebäudes ab. Wärmerückgewinnungsanlagen können Sie in Einfamilienhäusern, Mehrfamilienhäusern und Bürogebäuden verwenden.

Die Investitionskosten liegen zwischen 3.500 und 5.000 € für eine Etage bzw. eine Wohneinheit von max. 150 m2. Aufgrund der enormen Heizkosteneinsparung amortisieren sich Wärmerückgewinnungsanlagen aber bereits nach ca. 10 Jahren.

Auch ist der Einbau von Wärmerückgewinnungsanlagen über die genannten Förderprogramme des Bundes und der Länder förderwürdig.

Heizung: alte Heizkessel außer Betrieb nehmen

76% der Energie werden bei Gebäuden für die Beheizung der Räume verwendet. Heizungsanlagen, die über 20 Jahre alt sind, verbrauchen in einem kalten Winter etwa 30% mehr Brennstoff als moderne Heizungsanlagen.

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Deshalb fordert die EnEV, dass Heizkessel, die vor dem 01.10.1978 eingebaut oder aufgestellt worden sind, bis zum 31.12.2006 außer Betrieb zu nehmen waren.

Brennwerttechnik: aktuell effektivste Heiztechnik

Die zurzeit effektivsten, mit dem Brennstoff Gas betriebenen Heizungsanlagen nutzen die sogenannte Brennwerttechnik. Ein Brennwertkessel gibt durch Kondensation des im Abgas vorhandenen Wasserdampfes zusätzliche Wärme ab.

Diese Anlagen arbeiten zudem zuverlässig, sind schadstoffarm und verbrauchen etwa 10% weniger Gas als moderne Niedrigtemperatur-Gasheizungen. Die Brennwerttechnik lässt sich sehr gut mit der solaren Brauchwasser-Erwärmung kombinieren.

Solarstromanlagen (Photovoltaik-Anlagen): nicht überall lohnend

Photovoltaik ist die Umwandlung von Sonnenlicht in elektrische Energie. Technisch erreicht man dies unter Verwendung von Solarzellen, die aus Silizium bestehen. Photovoltaik-Anlagen bestehen aus 0,5 bis 1 m2 großen Solarmodulen, die auf dem Dach oder an der Fassade eines Gebäudes montiert werden.

Bei Sonnenlicht wird Gleichstrom produziert, der in Wechselstrom mit 230 V Spannung umgewandelt wird. Mit einer Fläche von 10 m² Solarzellen kann man in einer Region mit durchschnittlicher Sonnenstrahlung jährlich rund 850 kWh Solarstrom erzeugen.

Optimal geeignet sind Dächer, die zwischen Südosten und Südwesten ausgerichtet sind und zwischen 20 und 55° Neigung haben. Für Flachdächer gibt es geeignete Gestelle.

Solarmodule können auch als Fassadenelemente oder Schallschutz, als Sonnenschutzelemente für Fensterfassaden, Oberlichter und Win tergärten oder als Schattenspender und Überdachung für Müll- oder Abstellplätze genutzt werden.

Achtung: Ob sich eine Anlage in Ihrem Gebiet lohnt, können Sie bei einem Solarunternehmen durch Blick auf eine Energiekarte erfahren.

Solarkollektoranlagen für Warmwasser und Beheizung: einfaches Prinzip, große Wirkung

Die Energie des Sonnenlichts wird in der Solarwärmetechnik zur Erzeugung von Wärme genutzt. Eine Speicherfläche, der Sonnenkollektor, nimmt Sonnenstrahlen auf und wandelt sie in Wärme um.

Diese Anlagen werden vor allem in sonnigen Gegenden immer öfter eingesetzt. 1 bis 1,3 m2 Sonnenkollektorfläche erwärmen das Wasser, wobei im Sommer 90% und im Winter 10% des Warmwasserbedarfs einer Person gedeckt werden.

Den Rest kann eine konventionelle Heizung leisten. Durch Nutzung der solaren Energie können zwischen 10 und 25% des Öl- oder Gasverbrauchs gespart werden. Wird ein alter Heizkessel durch eine moderne Brennwerttechnik ersetzt, kann die Energieeinsparung bis zu 60% betragen.


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David Gerginov
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.