Erbschaft: Das wollen die Parteien

Steuererklärung Geldscheine – IhorL – shutterstock_500278282

Bei der Bundestagswahl 2017 hat vor allem die SPD schon klare Vorstellungen zum Thema Erbschaftssteuer. Andere Parteien sind da unkonkreter. (Foto: IhorL / Shutterstock.com)

Steuerreformen sind bei jeder Bundestagswahl ein entscheidendes Thema und jede Partei hat ihre eigenen Vorstellungen davon, wie das optimale Steuerkonzept aussieht. Ein Punkt auf der Agenda ist bei vielen Parteien auch die Erbschaftssteuer, die je nach Partei mehr oder weniger stark angepasst werden sollte.

Diese Konzepte zur Erbschaftssteuer planen die Parteien für die Bundestagswahl 2017

SPD: Für die SPD steht für die Bundestagswahl 2017 fest, dass sie große Erbschaften mit höheren steuerlichen Abgaben belasten will. Gerade wenn es um Firmenvermögen geht, soll die Steuerlast steigen, die Weitergabe von Vermögen innerhalb einer Familie soll davon allerdings unberührt bleiben und nach wie vor Freibeträgen unterliegen.

CDU/CSU: Die CDU/CSU will für Erben keine Verschlechterung bei der Erbschaftssteuer erwirken.

FDP: Auch die FDP hält sich bei diesem Thema zurück. Sie wollen keine weitere Verschärfung dieser Steuer und plädieren gegen die Erbschaftssteuer, wenn es um Erbschaften zwischen Ehepartnern oder eingetragenen Lebenspartnern geht.

Bündnis 90/Die Grünen: Die Grünen wünschen sich ein einfaches und gerechtes Erbschaftssteuermodell, das auf den Pfeilern des Grundgesetzes entwickelt wird. Ein konkretes Konzept haben sie aber noch nicht durchgesetzt. Eine Überlegung im Jahr 2016 war, die Einführung einer „Flatrate“-Erbschaftssteuer, die alle Erbschaften gleich hoch besteuert, Einigungen zu diesem Thema oder konkrete Konzepte gibt es aber noch nicht.

Die Linke: Die Linke plädiert für eine Erhöhung der Erbschaftssteuer bei großen Erbschaften. Wohneigentum, das selbst genutzt wird, soll weiterhin von der Erbschaftssteuer freigestellt bleiben.

AfD: Die AfD will die Erbschaftssteuer als Substanzsteuer abschaffen. Eine Substanzsteuer ist eine Steuer, die sich auf Basis eines gewissen Vermögensstamms bemisst. Auch die Kraftfahrzeugsteuer oder die Grundsteuer sind Substanzsteuern.

So sieht das geltende Erbschaftssteuermodell aus

Vor der Bundestagswahl 2017 sieht das geltende Steuerkonzept hinsichtlich der Erbschaftssteuer so aus, dass je nach Verwandtschaftsgrad unterschiedliche Regeln und Freibeträge gelten. In bestimmten Verwandtschaftsverhältnissen wie zum Beispiel zwischen Ehepartnern, dürfen bis zu 500.000 € steuerfrei vererbt werden. Kinder dürfen steuerfrei bis zu 400.000 € erben, wohingegen Freunde, Nichten und Neffen und Geschwister nur bis zu 20.000 € steuerfrei erben dürfen.

Steuern Erklärung – IhorL – shutterstock_515257978

Erbschaftssteuer: Wer zahlt wieviel fürs Haus?Wer ein Haus erbt, zahlt Erbschaftssteuer - der eine mehr, der andere weniger, einige gar nicht. Wer was zahlt, hängt von den Umständen ab. › mehr lesen

Wer zu welcher Steuerklasse gehört, ist klar festgelegt und welche Steuersätze bei welcher Vermögenshöhe und welchem Verwandtschaftsgrad fällig werden, ebenfalls. Bis 50 % Steuern können bei Erbschaften fällig werden, die dann in die Kassen der Bundesländer wandern.

Fazit

Wer bei der Erbschaft keine steuerliche Veränderung beziehungsweise Schlechterstellung wünscht, der sollte in dieser Hinsicht die CDU wählen. Auch die Pläne der anderen Parteien wirken aber in Bezug auf die Erbschaftssteuer wenig radikal.

Es ist davon auszugehen, dass die Parteien, die noch keine konkreten Pläne für die Erbschaftssteuer haben, ihr Programm bis zur Bundestagswahl 2017 noch konkretisieren. Grundsätzlich gilt dieser Punkt bei vielen Parteien aber nicht als zentral beziehungsweise wahlentscheidend, da stehen andere Themen stärker im Vordergrund wie zum Beispiel die Zuwanderung.


© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
David Gerginov
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.