Erfolgreiches Risikomanagement beim Handel mit CFDs

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Beim Trading mit CFDs sollten Sie Ihr Risikomanagement im Griff haben. (Foto: Deutsche Börse AG)

Die derzeitigen Märkte sind ein Paradies für Trader.

Da man mit CFDs sowohl long wie auch short gehen kann, bieten sich gerade jetzt überall Chancen, einzusteigen und satte Gewinne mitzunehmen.

Mehr dazu: Börsen ABC: CFDs verstehen

Aber Vorsicht: selbst erfahrene Börsenprofis haben nicht nur Gewinntrades, was in der Natur der Sache liegt.

Ziel ist es, am Ende mehr Geld zu verdienen als zu verlieren. Deshalb ist ein funktionierendes Risikomanagement das A und O. Risikomanagement sollte man beim Trading und in der Geldanlage immer beachten, nicht nur beim Handel mit CFDs.

Das 5%-Risikomodell oder: die goldene Regel der Kapitalerhaltung

Erfolgreiches Risikomanagement ist also wichtig. Aber wieso sollten gerade CFD Trader darauf achten? Schließlich kommt es bei jedem Börsengeschäft zu Verlusten, auch zu Verlustserien.

Der CFD-Trader muss sein besonderes Augenmerk auf die Verlustbegrenzung legen, da CFDs Hebelprodukte sind und der Hebel vergrößert nicht nur Gewinne, sondern auch Verluste.

Sie sollten also genau Ihr Risiko kennen. Dieses Risiko (den Betrag, den Sie verlieren dürfen) errechnen Sie ganz einfach, indem Sie 5% mit Ihrem aktuellen Depotwert, also CFD-Positionen zu Marktpreisen und Ihrem Bar-Bestand, multiplizieren.

Das garantiert Ihnen, dass Sie auch nach Verlusttrades in der Lage sind, weiterzutraden und nicht mit einem Trade Ihr Depot verspielt haben.

Gerade Einseiger haben häufiger Schwierigkeiten, die genauen Positionsgrößen zu bestimmen, aber auch bei erfahreneren Tradern schleicht sich schon einmal der Fehlerteufel ein.

In der Regel gilt zudem: Je volatiler, also schwankungsanfälliger ein Markt ist, umso weiter sollte der Stopp gewählt werden.

Ein Vergleich des 5%- und 10%-Risikomodells bei einer Verlustserie

Das 5%-Risikomodell

Dieses Chart zeigt Ihnen, dass bei der Verwendung eines 5%-Risikomodells selbst nach 13 Verlusttrades in Serie Ihr Depotstand noch immer 50% des Ursprungskapitals liegen würde.

Das 10%-Risikomodell

Bei einem 10%-Risikomodell (Sie rechnen im obigen Beispiel also mit 10% statt 5%) sind die Verluste bereits wesentlich höher, bereits nach 5 Verlusttrades in Serie beträgt der Depotstand  nur noch etwas mehr als 50% des Ursprungskapitals.

Im direkten Vergleich wird der Unterschied noch deutlicher

50 % ist eine magische Grenze. Wenn Sie 50% Ihres Depots verloren haben, sollten Sie sich zurücklehnen und Ihre Strategie überprüfen. Es ist nicht unmöglich, aber denken Sie dran: Wenn Sie 50% Ihres Kapitals verlieren, müssen Sie 100% gewinnen, um wieder auf Ihrem Ursprungswert zu sein!

Wenn Sie nach dem Grundsatz der Goldenen Regel der Kapitalerhaltung vorgehen, verlieren Sie im Verlustfall lediglich 5% Ihres Depots pro Trade, was Sie als Ausgangswert nehmen können.

Jeder Trader sollte aber noch einmal für sich selbst überprüfen, wie lange die längste persönliche Verlustserie war. Reichen die 5% aus oder müssen Sie das Risiko eventuell noch reduzieren?

Sind die persönlichen Verlustserien deutlich kürzer und Sie sich Ihrer Sache sehr sicher sind, kann man das Risiko auch vorsichtig erhöhen. Aber behalten Sie genau im Hinterkopf, was bei 10% passiert: schon 5 Verlusttrades halbieren Ihr Depot.

Ich will Ihnen kleine Angst machen, mit der richtigen Strategie verschmerzt man auch eine längere Durstsstrecke.

Sie sollten sich nur immer bewusst sein, wie viel Sie einsetzen.

Denn: Setzen Sie zu große Beträge im Verhältnis zu Ihrem Kapitalgrundstock, können Sie schnell so weit zurückgeworfen werden, dass Sie den Handel aufgrund einer zu dünnen Kapitaldecke beenden müssen.

Auch beim Trading gilt: Die wichtigste Aufgabe ist der Erhalt Ihres Kapitals.

Um nicht nur in der Theorie zu bleiben, hier noch ein Beispiel zur Ermittlung der richtigen Positionsgröße

Sie wollen einen CFD-Trade eröffnen und haben ein Depot mit 10.000,00 €. Sie erhalten folgende Beispiel-Order. Wie viel CFD-Kontrakte dürfen Sie einsetzen?

DAX

If Next Bar Open < 5.111 To Enter Long Buy 1 Contract Market

Stop-Loss: 100

Mit anderen Worten: Kaufen Sie den DAX ohne Limit („Market“), wenn der DAX unter 5.111 Punkten eröffnet und setzen Sie einen Stopp 100 Punkte unter Ihrem Einstieg entfernt!

Hier die Beispielrechnung zur Bestimmung der Positionsgröße:

Sie sehen also, es ist gar nicht mal schwer, das eigene Kapital zu erhalten. Solange Sie das 5%-Risikomodell beherzigen und mit Umsicht und planvoll vorgehen, können Sie beruhigt mit CFDs traden und sich satte Profite sichern.

Herzlichst

Ihr Heiko Seibel

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Heiko Seibel
Von: Heiko Seibel. Über den Autor

Jahrelang hat Chefanalyst, Diplom-Kaufmann und Master of International Economics Heiko Seibel in internationalen Brokerhäusern in Singapur und Hongkong gearbeitet und besucht noch heute regelmäßig Unternehmen in Südostasien. Sein Spezialbereich: CFDs.