Ernteausfall wegen Dürre: Diese Unternehmen sind betroffen

Noch sind Ernteausfall-Hilfen wegen Dürre die Ausnahme. Im Klimawandel könnten sie zu Subventionen für Versicherungspolicen werden. (Foto: Watchara Ritjan / Shutterstock.com)

Es war nicht ganz so extrem wie im Jahr 2003, doch auch dieser Sommer zeigte sich äußerst heiß und trocken. Wegen der Dürre erhielten die deutschen Landwirte damals rund 80 Mio. Euro Ernteausfall- Hilfen. Nach Vorgaben des Bundesrechungshofs springt der Bund ein, wenn die Ernte 30 % unter dem üblichen Schnitt liegt. Dieses Jahr ging es um einen Rückgang von bundesweit 22 % im Vorjahresvergleich, wobei die Verlustquote in einigen Regionen über der Hälfte lag.

Ernteausfall: Hilfen für die Landwirtschaft

Der Bauernverband bezifferte die Schäden auf 680 Mio. Euro, die Regierung sagte Hilfen für den Ernteausfall in Höhe von bis zu 170 Mio. Euro zu. Als Anleger und Aktionär wird man da natürlich hellhörig. Schließlich handelt es sich um landwirtschaftliche Unternehmen, die mit guten und schlechten Jahren rechnen müssen. Davon abgesehen, sind von klimatischen Ausnahmen auch andere betroffen.

Die Landwirtschaft bekommt ohnehin Sonderkonditionen. Gut 6,2 Mrd. Euro erhalten deutsche Bauern in Form von EU-Agrarsubventionen. Und Banken gewähren Betrieben, die von Dürre betroffen sind, Kredite zu Sonderkonditionen. Etlichen der rund 286.000 Landwirtschaftsbetriebe dürften die aktuellen Ernteausfall-Hilfen über die Runden helfen, doch für Anleger haben sie allenfalls marginale Auswirkung.

Im Rückblick zeigt sich zudem, dass einige Bereiche nicht ganz so stark betroffen sind, wie befürchtet. Etwa bei Zuckerrüben. Europas größter Zuckerproduzent, die Südzucker AG, kämpft viel eher mit leicht rückläufigen Umsätzen, weil der weltweite Zuckerpreis aufgrund guter Ernten gesunken ist und im Bereich CropEnergies die Nachfrage nach Ethanol stagnierte.

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Agrarhändler verkaufen mehr Soja

Dafür ist Weizen teuerer geworden. Das globale Minus der Ernte liegt bei 3 %. In der Folge werden einige Lebensmittelproduzenten und Handelsketten ihre Preise bei bestimmten Produkten anheben. Andere wiederum werden günstiger. Die großen Anbieter agieren international. Übrigens auch Europas größter Agrarhändler BayWa.

Der Aktiengesellschaft mit Sitz in München kommt die Dürre dieses Jahr an einer Stelle entgegen: Wegen der Futterknappheit sehen sich etliche Landwirte gezwungen, teures Soja zuzukaufen, wobei die Ernteausfall-Hilfen des Bundes zugute kommen. Die BayWa, einer der weltweit größten Sojahändler, kann derzeit günstig in den USA einkaufen. Dort sind die Preise gefallen, weil China im Handelskrieg nun in Brasilien einkauft.

Versicherungspolicen zu teuer

Ernteausfall-Hilfen bewirken zudem, dass sich Landwirte nicht bei Versicherern wie Allianz oder Münchner Rück gegen Dürre absichern. Die meisten sind gegen Hagel, Frost und Sturm versichert. Eine Police gegen Dürre wäre ohnehin sehr teuer, sie liegt zwischen 25 % und 30 % des Versicherungswerts. In vielen Ländern Südeuropas hingegen werden Dürreversicherungen staatlich bezuschusst, weshalb sie die meisten Bauern abschließen und die Angebote erschwinglich sind.

Sollten im Klimawandel Dürren auch hierzulande zum geläufigen Risiko werden, so ist auf Dauer eine Anpassung der Versicherungsbedingungen nicht auszuschließen. In dem Fall könnten sich Ernteausfall-Hilfen in eine Art Dauersubvention verwandeln.


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Ralf Hartmann
Von: Ralf Hartmann. Über den Autor

Ralf Hartmann arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.