ETF – aktuelle Trends für Privatanleger

ETF-Trends spiegeln zunehmend die Vorlieben von Anlegern weltweit. Mit einem Marktanteil von nunmehr 14 % weisen die Indexfonds den Weg. (Foto: Imilian / Shutterstock.com)

Neue Produkte und Möglichkeiten schaffen stets auch neue Vorlieben unter Anlegern. Markantes Beispiel ist das Aufkommen der ersten passiven Indexfonds Exchange Traded Funds 1993 in den USA.

Seitdem beeinflusst das Thema ETF die Trends an den Finanzmärkten. Mittlerweile halten sie mit über drei Billionen US-$ aller Anlagegelder weltweit einen Marktanteil von mindestens 14%.

ETF: Erfolgsprodukt für Jedermann

Mit einer breiten Streuung innerhalb eines Produkts, ihrer hohen Sicherheit als Sondervermögen und extrem niedrigen Kosten wurden ETFs ab dem Jahr 2000 auch in Europa immer beliebter. Das anfangs übersichtliche Angebot auf gängige Aktienindizes umfasst heute mehr als 4.500 ETFs für alle Anlagewünsche.

Die Konstruktion des ETFs ermöglichte plötzlich, von der Wertentwicklung großer Indizes wie DAX oder S&P 500 mit all ihren Unternehmen völlig simpel zu profitieren. Keine Aktienauswahl, kein teures Management und kaum Transaktionskosten – für viele eine Revolution.

Schon bald waren weitere Indizes gefragt. Das Angebot erweiterte sich ab 2001 auf Branchen-, Subindizes und ganze Länder. Um Hürden bei Direktinvestitionen zu umgehen, kamen zunehmend synthetisch replizierende Produkte auf den Markt. Da sie Basiswerte wie Aktien indirekt über Swaps abbilden, bei denen die Bank die Wertentwicklung liefert, konnte man etwa in den MSCI-World-Index investieren, ohne jeden der rund 1.600 Titel zu halten. Als ab 2003 Renten-ETFs folgten, konnten Anleger erstmals selbst ein ausgewogenes Portfolio bauen, da sich Anleihen gegenläufig zu Aktien entwickeln.

Rückbesinnung auf physische Indexabbildung

Die nächsten ETF-Trends waren ab 2004 Emerging Markets, gefolgt von neuen Strategie-ETFs mit Dividenden, Value- oder Wachstumsaktien als Schwerpunkt. 2006 kamen die neuen Rohstoff-ETFs – genauer ETCs – in Mode. Den Auftakt machte physisch gedecktes Xetra-Gold. Dann verbreiteten sich neben Geldmarkt- auch Short-ETFs, die zur Depotsicherung Gewinne beim Kursabfall ermöglichen.

Die Finanzkrise überstanden die ETFs 2009 erstaunlich gut. Sie waren zudem sicherer als die in Verruf geratenen Zertifikate. Doch weil sich nach der Lehman-Pleite die Bankenrisiken und somit die Gefahren von Swaps zeigten, entbrannte eine Debatte um die Nachteile synthetischer ETFs. Das Ergebnis: eine Art Rückbesinnung. Ab 2010 lag wieder der physische ETF im Trend, der die typischen Merkmale von Transparenz und Sicherheit besser verkörpert.

In der Erholung und dem anhaltenden Aufschwung der Aktienmärkte gab es eher kleinere Trends. So wanderte in der Eurokrise extrem viel Anlegergeld in US-Indizes. Parallel erlebten Anleihen-ETFs Rekordzuflüsse, vor allem Unternehmensanleihen.

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Aktueller Trend: Schlaue ETFs mit besserer Performance

Zu den aktuellen ETF-Trends zählen Smart Beta-Produkte. Sie füllen eine der letzten großen Lücken im Angebotsspektrum und stehen eher in Konkurrenz zu aktiv gemanagten Fonds. Die Mehrfaktoren-ETFs setzen auf neue Indizes, die nach spezifischen Kriterien gebaut sind und gezielte Anlagekonzepte wie geringe Volatilität, Momentum oder Value effizienter gestalten. Bei einer Konsolidierung der Aktienmärkte und anhaltend niedrigen Zinsen sind sie mit besseren Renditen ein gefragter Zusatz im Portfolio.

Die Anbieter setzen derweil auf weitere Trends, mit Themen-ETFs wie alternde Bevölkerung, Innovation im Gesundheitsbereich sowie Automatisierung & Roboter und Digitalisierung der Industrie.

Indizes werden grüner

Als künftiger Megatrend wird der ganze Bereich der Nachhaltigkeit gehandelt, und zwar nicht nur Erneuerbare Energien, sondern beispielsweise sog. karbonfreie Indizes. Das können große Börsenbarometer mit Blue Chip-Unternehmen sein, die aber keine „Umweltverschmutzer“ enthalten – CO2 -Verursacher werden herausgenommen. Erst jüngst wurde eine derartige Version des S&P 500 aufgelegt, der S&P 500 Fossil Fuel Free ETF (SPYX).

Wegen seiner Konzentration auf stabile, etablierte Konzerne ist er weitaus weniger schwankungsanfällig als reine Clean Energy-Indizes. Umfragen zufolge sind diese neuen Produkte gerade bei jüngeren Anlegern gefragt, die ihr Portfolio grüner gestalten wollen.

Diese 2 ETF-Trends kommen Sicherheitsbestreben entgegen

Der eine Trend betrifft Investments auf attraktive Titel außerhalb der Eurozone. Ein ETF auf den MSCI USA oder Japan beispielsweise unterliegt der Gefahr von Währungsschwankungen. Um Chancen und Wechselkursrisiken in ein vernünftiges Verhältnis zu bringen, gibt es ETFs mit eigener Währungsabsicherung – neuerdings auch mit flexibler Sicherung, bei der man die Sicherungsstufe regulieren kann.

Der andere Sicherungstrend betrifft Anleihen-ETFs. Es geht um das Zinsänderungsrisiko, weil bei steigenden Zinsen der Kurs sinkt. Anders als früher setzen ETF-Häuser zunehmend auf Anleihen mit kurzer Restlaufzeit, schließlich können die Zinsen nur noch steigen. Eines ist aber stets zu beachten: Auch wenn ETFs günstig sind, mit zunehmender Spezialisierung entstehen auch hier höhere Kosten, die am Ertrag nagen.


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Ralf Hartmann
Von: Ralf Hartmann. Über den Autor

Ralf Hartmann arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.

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