ETF Sparplan – Funktionsweise & Kosten

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Aufgrund ihrer Flexibilität, der Rendite und der geringen Kosten sind ETFs und ETF-Sparpläne eine sehr gute Option für die langfristige Geldanlage. (Foto: zhaoliang70 / Shutterstock.com)


Alles über den ETF Sparplan

Definition: Möglichkeit der langfristigen, regelmäßigen Geldanlage

Investment: Durch monatliche Sparraten wird festgelegter Betrag regelmäßig in die entsprechenden ETFs investiert

Ankauf von ETFs: Über Bankfiliale oder Online-Depot

Einrichtung des Sparplanes: Wird vom Anleger vorgenommen; individuelle Faktoren berücksichtigt; Sparplan sollte Ansprüchen und Möglichkeiten des Anlegers entsprechen

Kosten: Teilweise kostenlos als Promotionen, sonst pro Transaktion des Sparplanes


Bei Exchange Traded Funds (ETFs) handelt es sich um eines der beliebtesten Mittel der Geldanlage in Deutschland. Im Vergleich zu Aktien haben hier auch Anleger mit nur wenig Kapital die Möglichkeit, Depots anzulegen und Rendite mit den Entwicklungen eines ganzen Marktes zu erwirtschaften.

Bei ETFs handelt es sich um meistens langfristige Geldanlagen. ETF Sparpläne bieten die Möglichkeit der regelmäßigen Investition auf Grundlage beliebiger Summen. ETFs können vergleichbar mit Aktien bequem über ein Online-Depot bei einem Broker gekauft werden und sich daher einfach zugänglich.

Definition Exchange Traded Funds: Was sind ETFs?

Bei ETFs handelt es sich um Indexfonds, die an der Börse gehandelt werden. Sie können dort jederzeit erstanden und auch wieder veräußert werden. In den meisten Fällen handelt es sich hierbei um passiv gemanagte Indexfonds. Ein Fondsmanager verwaltet also die Entwicklung nicht aktiv. Ein ETF bildet die Wertentwicklung eines zugrundeliegenden Index ab. Man spricht hier auch von einem Referenzindex. Ist man im Besitz eines ETFs partizipiert man beinahe eins zu eins an der Wertentwicklung des entsprechenden Indexes.

Im Grunde genommen handelt es sich bei ETFs um eine Kombination aus Einzelaktien und Fonds, in der die Vorteile beider Produkte kombiniert werden. Mit ETFs ist es möglich in ganze Märkte zu investieren statt nur in einzelnen Aktien. Dementsprechend können sie als gute Möglichkeit für private Geldanlagen betrachtet werden und funktionieren vergleichbar mit einem Fonds. Ein Investmentfonds bietet ebenfalls die Option, dass Privatanleger in ganze Indexe oder Märkte investieren können.

ETF Pro und Contra

Was ist ein Indexfonds?

Indexfonds haben das Ziel, einen Börsenindex möglichst genau nachzubilden. Sie repräsentieren einen Referenzindex. Die Aktienanteile sind hier wie im Börsenindex gewichtet. Mögliche Referenzindexe sind beispielsweise der Dow Jones, der S&P500 oder der DAX.

Indexfonds werden passiv gemanagt, wodurch sehr geringe Kosten entstehen. Aufgrund der Tatsache, dass es sich um einen Fonds auf diverse Einzelaktien handelt, findet eine Risikostreuung statt. In einem Index sind grundsätzlich die börsenstärksten Unternehmen bzw. die Betriebe zu finden, die essenziell für den jeweiligen Markt sind. Hierbei handelt es sich oftmals um die Unternehmen, die bei den Investoren am beliebtesten sind. Ein Indexfond bildet also die allgemeine Präferenz des Aktienmarktes mit Hinblick auf ein bestimmtes Marktsegment ab.

Hinweis

Welche Aktien Teil des ETFs sind, wird jährlich mehrfach kontrolliert. Sollten Veränderungen der üblichen Listung stattfinden, werden diese mit Blick auf den ETF entsprechend übernommen.

Welche Arten von ETFs gibt es?

Physischer ETFEin physischer ETF ist die Kopie des aktuellen Aktienindex. Der ETF-Herausgeber kauft die tatsächlichen Aktien physisch, um den Index abzubilden. Diese Form der ETFs ist bei Anlegern sehr beliebt, da sie von allen die transparenteste und am einfachsten zu verstehende Variante darstellen.

Werden nur einige Aktien eines Indexes erworben, spricht man von einer Teilreplikation bzw. dem Sampling.

Synthetischer ETFBei einem synthetischen ETF erwirbt der Herausgeber die zugrundeliegenden Aktien nicht physisch. Stattdessen wird der Aktienindex mit Derivaten künstlich nachgebildet. Dies ist vor allem bei größeren Aktienindizes wie dem MSCI World mit über 1.600 Einzeltiteln sinnvoll.
Ausschüttender ETFDie erwirtschafteten Gewinne werden in regelmäßigen Abständen an die Investoren ausgeschüttet. Geht es hierbei um Aktien, die in einem Fonds stecken, fließt die Summe des Geldes erst in den Fonds. Die Anleger bekommen ihre Dividenden in diesem Fall gebündelt ausgezahlt.
Wiederanlegender ETF (thesaurierend)Beim thesaurierenden ETF werden die Dividenden nicht an den Anleger ausgeschüttet, sondern reinvestiert. Diese Option ist insbesondere für Leute attraktiv, die bei ihrer Anlageentscheidung langfristig investieren wollen. Der Zinseszinseffekt sorgt dafür, dass bei langer Anlagedauer die Wertsteigerung der Fondsanteile größer ausfällt.

Wie können ETFs gekauft werden?

ETFs zu kaufen, kann auf unterschiedlichen Wegen stattfinden. Zum einen besteht die Möglichkeit, dies in einer Bankfiliale zu tun. Hier besteht allerdings die Möglichkeit, dass hohe Bearbeitungsgebühren berechnet werden. Diese Gebühren können auf einfachem Weg gespart werden. Denn über das Internet können ETFs bei einem Online-Broker gekauft werden. Die Gebühren eines ETFs fallen in der Regel geringer als bei einem Fonds aus: Ausgabeaufschlag und generelle Verwaltungskosten sind niedrig oder nicht existent.

Hierzu muss lediglich ein Online-Depot angelegt werden. Dies kann bei einer Direktbank oder bei einem Online-Broker eröffnet werden. Ist das digitale Wertpapierdepot eröffnet, können die ETFs bzw. die Fondsanteile einfach erstanden werden. Hierzu müssen nur noch die entsprechenden Identifikationsnummern des ETFs angegeben werden.

Tipp

Die Herausgeber von ETFs wie iShares oder Vanguard geben für die jeweiligen ETFs die passenden Identifikationsnummern in den Verkaufsprospekten bekannt. Alternativ bieten die meisten Depots auch eine Suchfunktion nach Namen an.

Was ist ein ETF Sparplan?

Bei einem ETF Sparplan handelt es sich um eine langfristige Investition in ETFs. Diese wird durch monatliche oder quartalsweise Käufe von entsprechenden ETFs vorangetrieben. Als Ergebnis werden im Laufe der Zeit eine Vielzahl diverser Anteile der ETFs erstanden. Die Investitionen, die monatlich getätigt werden, belaufen sich auf eine beliebig festlegbare Summe. Ein Sparplan dient dementsprechend dem Anbau eines Kapitals durch den Kauf von börsengehandelten Indexfonds.

Funktionsweise eines ETF Sparplanes

Im Rahmen eines Sparplanes wird in der Regel monatlich eine festgelegte Summe automatisiert vom Broker-Konto in die ETFs investiert. Dabei werden die auf dem Broker-Konto zur Verfügung gestellten Guthaben in die vorab definierten Anteile der jeweils bestimmten ETFs investiert.

Beim Anlegen eines ETF Sparplanes gilt es also darauf zu achten, dass definiert wird, welche Summe in welche ETFs automatisch investiert werden sollen. Je nach Anbieter muss das Broker-Konto dafür entweder vorab mit den benötigten finanziellen Mitteln ausgestattet sein oder es erfolgt ein Bankeinzug bzw. eine Abbuchung der hinterlegten Kreditkarte in der jeweiligen Höhe.

Hinweis

Sparpläne sind bei vielen Anbietern bereits ab einer monatlichen Rate von 25 € möglich. Bei niedrigen Beträgen lohnt es sich, statt monatlichen Beträgen quartalsweise zu investieren, um die Kosten zu reduzieren.

Der Beginn eines Sparplanes ist dabei weniger ausschlaggebend für die schlussendliche Rendite als der Ausstiegszeitpunkt. Dieser sollte mit Bedacht gewählt sein. Daher ist es wichtig, die Wertpapiere zu verkaufen, wenn der Kurs günstig für den Anleger ist. Ferner besteht die Möglichkeit, die ETFs länger zu behalten und auf eine Besserung des Kurses zu spekulieren oder aber auszusteigen, sobald das Sparziel erreicht ist.

So funktioniert ein ETF Sparplan

Worauf gilt es beim Wertpapierdepot zu achten?

Bei der Auswahl des Wertpapierdepots sollten einige wesentliche Aspekte beachtet werden. In erster Linie gilt es ein Depot bei einem Broker zu eröffnen, welcher keine oder möglichst geringe Depotführungsgebühren verlangt. Darüber hinaus sollte der Broker ausreichende ETFs, vor allem diejenigen, in die investiert werden soll, anbieten.

Es darf nicht vergessen werden, dass nicht alle ETFs bei jedem Broker auch via Sparplan bespart werden können. Es gilt vorab zu überprüfen, dass genügend Optionen zur Verfügung stehen, in die investiert werden kann.

Kosten eines ETF Sparplanes

Die Kosten eines Sparplanes sind individuell. Sie werden von der entsprechenden Depotbank vorgegeben und können anhand der Gesamtkostenquote verglichen werden. Diese umfasst alle Gebühren des Indexfonds, inklusive der jährlichen laufenden Kosten. Dadurch, dass der ETF meistens passiv durch den Fondsmanager gemanagt werden, sind die Kosten überschaubar.

Die einzigen Kosten, die aus der Gesamtkostenquote nicht hervorgehen, sind die Transaktionskosten. Diese werden ersichtlich, betrachtet man die Produkt­informations­blätter bzw. Verkaufsprospekten der Emitten­ten oder die Total Cost of Ownership. Letztere berücksichtigt auch Handelsgebühren und Spreads bei Transaktionen innerhalb eines ETFs sowie Steuern und Erträge.

Der Beginn eines Sparplanes ist in den meisten Fällen kostenlos. Dies soll einen Anreiz schaffen, mit einem ETF Sparplan anzufangen. Allerdings werden nach einigen Jahren Laufzeit in den meisten Fällen Gebühren verlangt. Aus einer solchen Situation ergeben sich für den Anleger unterschiedliche Handlungsoptionen.

Mögliche Handlungsoptionen:

  1. Der Anleger spart wie gewohnt weiter und verzichtet damit auf einen Teil seiner Rendite.
  2. Der Sparplan wird ausgesetzt oder durch einen neuen Sparplan, der wieder kostenlos ist, ersetzt.
  3. Der Depotanbieter wird gewechselt, sollte der aktuelle Anbieter keine kostenlosen ETF Sparpläne zur Verfügung stellen. In den meisten Fällen kann die bereits gesparte Summe auf das neue Konto übernommen werden.
Tipp

Viele Online-Broker werben mit kostenlosen ETF Sparplänen im Verkaufsprospekt für eine gewisse Zeit. Ist der gewünschte ETF nicht dabei, gibt es häufig sehr ähnlich konstruierte Alternativen von einem anderen Emittenten. Je nach Anlageentscheidung sollte der passende Online-Broker ausgewählt werden.

Bei den Transaktionskosten gilt es zwischenfixen Gebühren pro Transaktion und prozentualen Gebühren zu unterscheiden. Bei kleineren Sparbeträgen sind pauschale Gebühren meistens vorteilhaft. Da die Gebühren einen nicht unerheblichen Einfluss auf die Rendite haben, sollten die Online-Broker verglichen werden.

Wie wird ein ETF Sparplan eingerichtet?

Nachdem die Auswahl des Depotanbieters und des ETFs getroffen ist, muss ein Depot eröffnet werden. Hierfür müssen, wie bei jeder Eröffnung eines Kontos, die persönlichen Daten des Anlegers angegeben werden. Bevor nun Zugriff auf das Depot gewährt wird, findet eine Identifizierung statt, durch die sichergestellt wird, dass es sich bei dem Anleger um die entsprechende Person handelt.

Hinweis

Das Identifikationsverfahren kann bis zu zwei Wochen dauern. Vor Abschluss dessen besteht kein Zugriff auf das Depot.

Sobald der Zugriff auf das Depot möglich ist, wird die Sparrate, das Sparintervall und der ETF festgelegt. In vielen Fällen kann durch den Anleger ausgewählt werden, ob der Sparplan am ersten Tag oder am 15. des Monats durchgeführt wird. Dies hängt von individuellen Faktoren ab und sollte dementsprechend angepasst werden. Bei der Einrichtung des Sparplanes kann außerdem gewählt werden, ob es sich um monatliche oder quartalsweise Zahlungen handeln soll.

Vor- & Nachteile eines ETF Sparplanes

VorteileNachteile
Kursschwankungen spielen nur eine untergeordnete RolleKein Schutz vor Verlusten
Renditen möglichKeine garantierten Gewinne
Wegfall der Depotgebühr bei Online-BrokernJe nach Anbieter hohe Sparplankosten
Einstieg schon mit geringen Sparraten möglichZinseszinseffekt nur bei thesaurierenden ETFs
Enorme Flexibilität
Keine festen Vertragslaufzeiten; der Anleger hat jederzeit Zugriff auf sein Depot

Für wen eignet sich ein ETF Sparplan?

Ein ETF Sparplan eignet sich für jeden, der langfristig Geld anlegen will. Hierbei sollte dem Anleger bewusst sein, dass es sich mindestens um eine Laufzeit von zehn Jahren handeln sollte. Andernfalls macht ein ETF Sparplan nur wenig Sinn.

Diese Möglichkeit lohnt sich auch für Anleger, die monatlich nur wenig Geld zur Seite legen können. Viele Anbieter ermöglichen Sparpläne ab einer Rate von 25 € monatlich. ETF Sparpläne sind daher auch für junge Menschen nicht uninteressant.

Deutsche ETF Sparpläne

Fazit zu ETFs & einem ETF Sparplan

Aufgrund ihrer enormen Flexibilität, ohne Ausgabeaufschlag und mit geringen Verwaltungskosten bieten ETFs eine angenehme Option der Geldanlage. Sie sind einfach zugänglich und leicht zu verwalten. Durch die Möglichkeit eines ETF Sparplanes wird die Option des Geldanlegens noch attraktiver. Auch geringe Sparraten, die monatlich investiert werden, können entsprechende Gewinne erzielen. ETFs und die Optionen der Sparpläne gehören zu den beliebtesten Geldanlagen in Deutschland.

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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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