ETF Sparpläne – so einfach und flexibel geht es

ETF Sparplan: 2017 ist das Angebot der Direktbanken im Kampf um Kunden noch vielfältiger mit umfangreichem Service und geringen Kosten. (Foto: zhaoliang70 / Shutterstock.com)

Das Schöne an einem ETF: Man kauft einen Fondsanteil und nimmt an der Wertenwicklung ganzer Indizes teil. Fast alle Direktbanken bieten sie auch als Sparplan an. Für monatliche Raten ab 25 € oder 50 € baut man sein Investment auf und profitiert beispielsweise von der Performance des Dax.

ETF Sparplan: 2017 erneut attraktiver

Um die passende Auswahl einzelner Aktien wie Allianz oder Siemens muss man sich nicht kümmern. Sie sind ohnehin im deutschen Leitindex enthalten. Und der brachte in den letzten fünf Jahren ein Plus von über 86 %. Natürlich kann man sich fragen, ob ein ETF Sparplan 2017 noch lohnt.

Wenn die lang anhaltende Rally in eine Konsolidierungsphase übergeht und dazu noch die Zukunft großer Autohersteller wegen schwelender Kartellprobleme unklar ist, scheinen die Zuwachsraten nicht mehr so rosig auszusehen. Die Erfahrung mit der Vergangenheit legt aber nur eine Antwort nahe: Auch 2017 ist ein ETF Sparplan angesagt. Immerhin liegt seit 1996 die Durchschnittsrendite des Dax bei über 7 % im Jahr – trotz aller Höhen und Tiefen.

Ein ETF Sparplan ist ein langfristiges Investment. Da monatlich stets zu denselben Raten gekauft wird, werden am Tiefpunkt zum billigen Preis sogar besonders viele Fondsanteile erworben. Erholt sich der Index, steigt der Wert des Investments umso mehr. Somit profitiert man von beiden Richtungen. Und zwar gleichmäßiger und besser als dies bei einer Einmaleinlage der Fall wäre.

Kein Vergleich zu klassischen Fonds

Auch ist die Rendite höher als etwa bei klassischen aktiv gemanagten Fonds. Die werden ebenfalls zum Teil als Sparplan angeboten und versprechen durch Einzelauswahl bestimmter Aktien den entsprechenden Marktindex zu schlagen. Genau das aber gelingt nur wenigen, erst recht nicht über viele Jahre hinweg.

Und wenn, dann müsste die Überrendite so hoch sein, dass sie auch noch über den Kosten liegt, die durch den steten Kauf und Verkauf einzelner Aktien entstehen. Für dieses meist vergebliche Bemühen bezahlt man als Anleger zudem das Fondsmanagement – in Form von Ausgabeaufschlägen, manchmal Erfolgsbeteiligungen aber in jedem Fall höheren Verwaltungsgebühren.

Diese ETF-Sonderform ist flexibel aber nicht unbedingt sicherETN sind per Definition keine echten ETFs, sondern börsengehandelte Inhaberschuldverschreibungen ohne Insolvenzschutz und Besicherung. › mehr lesen

Während die im einstelligen Prozentbereich liegen, gibt es 2017 einen ETF Sparplan auf den Dax schon zu 0,08 %. Die jährlichen Verwaltungskosten werden in TER (Total Expense Ratio) ausgedrückt. Für den Weltindex MSCI World verlangt etwa der ETF-Ableger der Commerzbank Comstage 0,2 %. Gemanagte Fonds verlangen gut 10 Mal mehr.

Beim ETF entfallen zudem die Ausgabeaufschläge, und die Kosten werden automatisch in den Kurs eingerechnet, was sich allenfalls in einer geringen Minderperformance gegenüber dem Referenzindex ausdrückt.

Kampf um neue Kunden

ETF Sparpläne zeigen 2017, dass der Kampf um Kunden die Konditionen erneut verbessert hat. Nicht nur das Angebot ist größer und vielfältiger, auch gibt es mehr Sparpläne ohne jegliche Depotkosten. Bei der OnVista Bank sind alle 84 ETF kostenlos. Bei flatex sind es 363 von insgesamt 599 ETF.

Ein besonders umfangreicher Service findet sich bei Finvesto. Die Direktbank bietet etwa Sparen in Form von Vermögenswirksamen Leistungen (VL), das Einrichten von Auszahlplänen, sowie eine flexible Änderung bzw. Anpassung von Sparraten, Sparbeträgen oder Sparintervallen. Die Geldanlage ist täglich verfügbar, und das zu Sparraten ab 10 € im Monat.

Insgesamt werben alle Anbieter mit Sonderaktionen, die aber zum Teil zeitlich beschränkt sind. Mit Blick auf die Entwicklungspotenziale der Aktienmärkte sind ETF Sparpläne die optimale Form des Vermögensaufbaus für wenig Geld.


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Ralf Hartmann
Von: Ralf Hartmann. Über den Autor

Ralf Hartmann arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.