ETFs als Leerverkäufe: Ist das möglich?

Normalerweise leerverkauft man Aktien. Allerdings besteht diese Möglichkeit auch für börsennotierte Indexfonds.

Börsennotierte Indexfonds (engl. „exchange traded funds“ bzw. ETFs) werden an der Börse wie Aktien behandelt.

Dementsprechend ist es erlaubt, auch Leerverkäufe von ETFs durchzuführen.

Ein Leerverkauf findet statt, wenn Anteile verkauft werden, die der Anleger nicht selbst besitzt, sondern sich lediglich geliehen hat. Gründe für einen solchen Verkauf sind vor allem:

  1. Der Anleger nimmt an, dass der Aktienkurs sinken wird. In diesem Fall erhofft er sich, die Anteile zunächst zu einem hohen Preis zu verkaufen und später zu einem geringen Preis zurückzukaufen – inklusive Profit.
  2. Der Anleger möchte eine Position in einem anderen Wertpapier absichern oder verrechnen. Hat er beispielsweise eine Verkaufsoption verkauft, würde der Leerverkauf des zugrundeliegenden Wertpapiers die Position ausgleichen.
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Ein entscheidender Vorteil von ETFs ist der einfache Zugang zum Markt – ohne die sogenannte „Uptick Rule“, die von der amerikanischen Aufsichtsbehörde seit 2000 für Leerverkäufe gilt.

Dadurch können Anleger selbst entscheiden, ob sie auch leerverkaufen wollen, wenn der Markt einen Abwärtstrend aufweist, anstatt die Aktie erst zu einer leichten Kurserhöhung (engl. „uptick“) verkaufen zu können.

Dies ist speziell für Anleger wichtig, die schnell aus dem Abwärtstrend des Marktes Kapital schlagen wollen.

Bei regulären Aktien wäre es ihnen jedoch aufgrund des Abwertungsdrucks nicht möglich, sich zu beteiligen.


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David Gerginov
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.