Ethereum im Aufwind – was bringt das Metropolis-Update?

Ethereum ist hinter dem Bitcoin die weltweit zweitgrößte Kryptowährung nach Marktkapitalisierung (ca. 30 Mrd. US-$), die auch immer öfter genutzt wird. Erst jüngst wurde über die Ethereum Blockchain eine Rekordzahl von über 500.000 Transaktionen in 24 Stunden abgewickelt.

Dank seiner Smart Contract-Funktion wird die Ethereum-Blockchain auch gern bei sogenannten Initial Coin Offerings (ICOs) eingesetzt, wodurch junge Blockchain-Firmen Geld einsammeln können.

Diese Einsatzmöglichkeit hat unter anderem dazu beigetragen, dass die Kryptowährung Ethereum allein in diesem Jahr zur Freude der Anleger um mehr als 3.000 % im Wert zugelegt hat.

Zuletzt wurde 1 Ether um die Marke von 300 US-Dollar gehandelt. Einige Optimisten glauben, dass die Kryptowährung Ende 2018 sogar die Marke von 1.000 Dollar erreichen kann. Hintergrund ist unter anderem das geplante Metropolis-Update, das wichtige Weichen für die Zukunft stellt.

Ethereum Metropolis Update – was bedeutet das für die Kryptowährung?

Durch das Metropolis Update soll Ethereum schneller, einfacher und sicherer werden. Der Rollout ist für Ende September geplant. Metropolis ist der dritte von insgesamt vier Schritten der Roadmap, die das Entwicklerteam hinter Ethereum im Jahr 2015 vorgestellt hat und Ethereum maßgeblich nach vorne bringen soll.

Allerdings greift das Metropolis Update sehr umfangreich in die Codebasis von Ethereum ein, sodass sich das Entwicklerteam entschieden hat, Metropolis in 2 Schritten auszurollen: Byzantium und Constantinople.

Was bringt Byzantium?

Byzantium bringt insgesamt neun Verbesserungen in die Ethereum Blockchain, die als eine Art Patch ausgerollt werden. Neben dem Problem im Zusammenhang mit der Anpassung der Difficulty (Schwierigkeit beim Mining von Kryptowährungen), soll das Update Ethereum effizienter machen und gleichzeitig mögliche Angriffspunkte weitgehend ausräumen.

Daneben wird Ethereum durch das Metropolis Update besser mit fehlerhaften Code innerhalb von smarten Verträgen umgehen können. Smart Contracts sollen zudem einfacher angepasst werden können, sodass Transaktionen einfacher abgerechnet und dadurch potenziell günstiger werden.

Ein weiteres Update wird die sogenannte Difficulty Bomb hinauszögern, wodurch sichergestellt werden soll, dass die Transaktionen weiterhin im tolerierbaren Rahmen (10 bis 25 Sekunden) bestätigt werden. Außerdem wird das Update die Ausschüttungen für die Miner pro Block reduzieren, wodurch der Mining-Prozess nicht nur schneller, sondern auch günstiger werden soll.

Schlussendlich soll Byzantium den Weg frei für sogenannte zk-snarks (Zero-Knowledge-Proofs) machen. Dabei handelt es sich um eine kryptografische Prozedur, die private bzw. anonyme Transaktionen über die Ethereum Blockchain erlaubt.

Was bringt Constantinople?

Wann Constantinople ausgerollt wird, steht noch nicht fest. Jedenfalls soll mit Constantinople der Prozess, wie Transaktionen auf Ethereum evaluiert werden, vereinfacht werden.

Durch Constantinople sollen Ethereum-Nutzer zum Beispiel mehr Flexibilität hinsichtlich der Gestaltung von Sicherheitsfunktionen erhalten und zum Beispiel Zahlungen mit kryptografischen Spezifikationen versehen können. Dadurch sollen Ether-Konten nicht nur sicherer, sondern auch flexibler werden.

Nach Constantinople folgt die Implementierung von Serenity, der abschließende vierte Schritt, um Ethereum auf das nächste Level zu heben. Mit Serenity wird ein schrittweiser Wechsel von Proof of Work (PoW) zu Proof of Stake (PoS) erfolgen, wodurch die Ethereum Blockchain nicht nur weniger Energie benötigen wird, sondern auch insgesamt schneller und effizienter werden soll.

Fazit: Metropolis ist ein wichtiger Schritt für die Zukunft von Ethereum

Die Einführung von Metropolis ist ein wichtiger Schritt für die Ethereum Blockchain, halten dadurch nicht nur mehr Sicherheit, sondern auch mehr Anonymität und Programmiererleichterungen Einzug in Ethereum.

Gelingt die Implementierung von Metropolis reibungslos, könnte dies für positive Impulse für den Etherium-Kurs sorgen, zumal sich dadurch weitere Einsatzmöglichkeiten (Use Cases) für die Blockchain ergeben und ICOs dadurch tendenziell eher sicherer werden.

Allerdings sollten Anleger bedenken, dass Ethereum auf das Wohlwollen der Regulierungsbehörden angewiesen ist. Werden – wie zuletzt in China – ICOs gestoppt oder gänzlich verboten, hat dies unter Umständen einen negativen Einfluss auf die Kursentwicklung der Kryptowährung Ether.

10. September 2017

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Von: Alexander Mittermeier. Über den Autor

Als Gründungsmitglied einer der größten Finanz-Communitys in Deutschland schreibt Alexander Mittermeier heute nicht nur über Aktien und Hightech-Unternehmen, sondern auch über Geld- und Wirtschaftsthemen. Im Mittelpunkt stehen dabei Hintergrundberichte und Bewertung wirtschaftlicher Themen unter Berücksichtigung technologischer Gesichtspunkte für eine der größten Banken Deutschlands

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