Euro-Rettung: Risiken für Deutschland wachsen immer weiter

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Die großen Krisen in der Welt halten uns täglich in Atem. Dabei vergessen Sie vielleicht, dass direkt vor Ihrer Haustür […] (Foto: Delpixel / Shutterstock.com)

Die großen Krisen in der Welt halten uns täglich in Atem.

Dabei vergessen Sie vielleicht, dass direkt vor Ihrer Haustür eine weitere lauert; eine, die Sie als Steuerzahler teuer zu stehen kommen kann.

Denn Sie haften letztlich für die Rettung des Euro.

Euro-Rettung: “The Show must go on!”

Und so läuft das Spiel:

Aufgrund der Euro-Rettungsmaßnahmen zahlen die wirtschaftlich starken EU-Länder jene, die nicht wettbewerbsfähig sind oder sich nicht schnell genug anpassen konnten oder wollten.

Daraus ergeben sich Haftungen aus den Target-2-Salden der Deutschen Bundesbank, den Wertpapier-Ankäufen der Deutschen Bundesbank für geldpolitische Zwecke und den zugesagten Finanzhilfen für Euroländer.

Deutschland haftet mit 1.400 Mrd. €

Diese Haftungen betragen bislang rund 1,4 Bio. €. Umgerechnet auf Einwohner haftet so jeder mit 16.500 €. Und jede Minute steigen diese Haftungen weiter an.

Deshalb muss diese ungeregelte Euro-Rettung beendet werden. Dazu gehören das Ende…

  • …des EU-Target-Systems ohne jährlichen Ausgleich der Salden,
  • …der Wertpapier-Ankäufe durch die EZB
  • …sowie der Finanzhilfen für Pleitestaaten.

Online-Petition gegen Haftungs-Risiken

Die voran genannten Maßnahmen fordern inzwischen v. a. die Initiatoren der Euro-Risiko-Uhr.

Um ihrer Position Nachdruck zu verleihen, wurde eine Online-Petition erstellt.

Zu den Erstunterzeichnern gehört eine Reihe namhafter Ökonomen, wie beispielsweise Roland Vaubel, Joachim Starbatty, Thorsten Polleit und der Bestseller-Autor Marc Friedrich.

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Wie die Reduzierung der Haftungs-Risiken für die deutschen Steuerzahler konkret aussehen soll, verraten wir Ihnen nachfolgend.

So sollen die Haftungs-Risiken reduziert bzw. ausgeschlossen werden

Die neu entstehenden Salden im Target-System sollen jährlich ausgeglichen werden. Die bislang aufgelaufenen Salden sollen innerhalb der nächsten 5 Jahre getilgt werden.

Zudem wird ein Stopp der Staatsanleihen-Käufe durch die EZB angestrebt.

Ebenso wird das Ende von Laufzeit-Verlängerungen und Zins-Stundungen im Rahmen der bereits vereinbarten Euro-Rettungskredite gefordert.

Die bestehenden Kredite samt Zinsen sollen in einem bestimmten Zeitraum zurückbezahlt oder die uneinbringbaren deutschen Forderungen müssen im aktuellen Bundeshaushalt abgeschrieben werden.

Die Risiken für Deutschland wachsen immer mehr

Bedenken Sie: Der BrExit hat schlagartig klargemacht, dass einzelne Staaten die Europäische Union doch verlassen können.

Großbritannien könnte nicht das einzige Land bleiben, das der EU den Rücken kehrt. So werden aufgrund des oder der Austritte die Risiken für Deutschland immer größer.

Denn die Forderungen, die wir an andere EU-Länder haben, sind von den Austritts-Kandidaten wohl unwahrscheinlich einzulösen.

Noch ein Wort zu den Target-Salden

Vergessen Sie nicht: Die Salden im Target-System sind nichts anderes als Zahlungsbilanz-Salden.

Sie sind in gleicher Weise öffentliche Kredit-Beziehungen wie Kredite, die über die offiziellen Rettungs-Schirme laufen.

In Bezug auf die Haftungen heißt das:

Die deutschen Target-Forderungen für den Fall des Zusammenbruchs der EU oder des Auseinanderbrechens des Euro stellen ein Haftungs-Risiko dar – und das in vollem Umfang.


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Von: Guido Grandt. Über den Autor

Der Autor, Jahrgang 1963, war viele Jahre lang als Manager in verschiedenen großen Unternehmen tätig. Lernte das unternehmerische Handwerk sozusagen von der "Pike" auf, bevor er sich ganz dem wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Geschehens Deutschlands publizistisch widmete.