Euro-Krise: Angebliche Fortschritte in Krisenländern nur Propaganda

Selbst im geplagten Griechenland gehe es nun mit der Beschäftigung nach oben und mit der Arbeitslosigkeit nach unten.

Diese frohe Botschaft wollten die Euro-Finanzminister vom EU-Gipfel in Tallinn der europäischen Öffentlichkeit im September 2017 verkünden.

Na ja, die Botschaft hört man wohl gern, allein der Glaube daran fehlt…

Alles nur Propaganda?

Der ehemalige Präsident des Ifo-Instituts, Prof. Hans-Werner Sinn, traut dieser Aufschwungs-Rhetorik nicht wirklich über den Weg – im Gegenteil:

In einem Interview ging er sogar so weit, dass er diese Botschaft als „Propaganda“ bezeichnete.

Zur Begründung führte er aus, dass im Euro-Raum völlig falsche Preise vorlägen.

Der Süden der Euro-Zone sei zu teuer. Jetzt werde versucht, diese Malaise durch staatliche Verschuldung zu kompensieren.

Das sei aus Sinns Sicht purer Keynesianismus.

Ungelöstes Schulden-Problem

Prof. Sinn führte weiter aus, dass diese Art von Politik nur ein Strohfeuer sei, und brandgefährlich sei es ja, dass man dieses auch noch mit immer mehr Schulden anzünden würde.

Er merkte hier klar an, dass sich die Schulden-Quoten fast aller EU-Länder seit dem Jahr 2012 erhöht hätten – und zwar trotz und entgegen des damals ausgehandelten Fiskalpakts.

Damals hätten Ex-Ifo-Präsident Sinn zufolge alle hoch und heilig versprochen, dass sie die Schulden-Quoten Jahr für Jahr verringern würden.

Das krasse Gegenteil sei aber in der Realität eingetreten: Mit Ausnahme von Irland, Malta und Deutschland haben die Schuldenquoten überall zugenommen.

Damit sei zum einen das Schulden-Problem in der Euro-Zone nach wie vor ungelöst.

Und zum anderen sei das strukturelle Problem der mangelhaften Wettbewerbsfähigkeit der Krisenländer in Europa alles andere als behoben – im Gegenteil.

Sorgenkind Italien

Herr Sinn legte dann auch noch den Finger in die Wunde des großen Krisenlandes Italien:

Er sprach hier von einer angespannten Stimmungslage und stellte heraus, dass die Industrie-Produktion der Italiener sich seit der Krise keinesfalls erholen konnte.

Das verarbeitende Gewerbe läge immer noch 22% unter dem Niveau des Jahres 2007.

Er merkte weiter an, dass man zwar durch staatliches Schuldenmachen die Binnen-Wirtschaft ein bisschen ankurbeln könne.

Es sei aber nicht möglich, das verarbeitende Gewerbe wieder auf Vordermann zu bringen.

EU-Probleme unlösbar – Sorgen Sie vor!

Ja, liebe Leser, die Probleme in der Euro-Zone sind nicht gelöst; sie sind unter dem Strich unlösbar.

Wappnen Sie sich schon jetzt davor! Denn es ist nur eine Frage der Zeit, ehe die Heerschar der Investoren das auch so realisieren wird…

29. September 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Günter Hannich. Über den Autor

Günter Hannich, Bestseller-Autor und gefragter Experte auf dem Gebiet Kapitalschutz, unter anderem bei n-tv. Er steht mit dem „Crash Investor“ ab sofort zur Verfügung, um sein persönliches Wissen zu teilen. Für Ihre ­Sicherheit.

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