Exportrekord in Deutschland: Gefahr oder Segen?

Einer Veröffentlichung des Statistischen Bundesamtes zufolge, stieg der Export Deutschlands im November auf 108,5 Milliarden Euro.

Das ist über eine Milliarde mehr als der letzte Rekord im März 2016. Die Ausfuhren nahmen damit im Vergleich zum Vorjahresmonat um 5,6 Prozent zu.

Ist hoher Export ausschließlich positiv?

Was sich oberflächlich betrachtet als positive Entwicklung darstellt, lässt bei mir jedoch die Alarmglocken läuten.

Auch im Herbst 2008 – nur einen Monat vor Beginn der Finanzkrise -, hatten wir mit fast 90 Milliarden Euro im Monat ebenfalls einen neuen Exportrekord zu verzeichnen.

Doch danach folgten nicht ein weiterer Anstieg der Ausfuhren und der damals gebetsmühlenartig versprochene „Aufschwung“, sondern die größte Finanzkrise seit der Weltwirtschaftskrise der 1930er Jahre.

Das Exportvolumen sank innerhalb kürzester Zeit auf nur noch 60 bis 70 Milliarden Euro pro Monat und erholte sich erst im Jahr 2010 wieder von der Krise.

Die Gefahren für Deutschland aus einem hohen Exportanteil

Das sagt Ihnen, dass ein hoher Exportanteil keineswegs positiv für ein Land sein muss. Im Gegenteil.

Gerade für Deutschland kann das eher gefährlich werden.

Während beispielsweise das ebenfalls als „Exportland“ bezeichnete Japan gerade einmal auf einen Exportanteil von 15 Prozent am Bruttoinlandsprodukt (BIP) kommt, sind es bei Deutschland fast 47 Prozent.

Das heißt, die deutsche Wirtschaft ist extrem exportabhängig.

Sie sehen daran, dass neue Exportrekorde keineswegs anzeigen, dass die Wirtschaft und damit auch das Finanzsystem stabil sind.

Vielmehr besteht die große Gefahr, dass Deutschland durch die hohe Exportquote im nächsten Crash deutlich tiefer abstürzen wird als andere Industrieländer mit einem weitaus geringeren Anteil der Ausfuhren an der Wirtschaftsleistung.

Hohe Exportraten machen Deutschland extrem anfällig für eine neue Krise

Das wird auch an dem Erfahrungssatz deutlich: „Wenn die Weltwirtschaft einen Schnupfen hat, leidet Deutschland an einer Lungenentzündung“.

Die jetzige Wirtschaftslage suggeriert einen „Aufschwung“, der real gar nicht gegeben ist.

Wie die Entwicklung in der Finanzkrise 2008 zeigte, kann sich eine solche Einschätzung innerhalb kürzester Zeit als „Fata Morgana“ erweisen.

Deshalb ist es für Sie wichtig, sich gerade in Deutschland und den anderen deutschsprachigen Ländern auf eine massive Krise vorzubereiten.

Vor allem diese Länder werden in der nächsten, unweigerlich kommenden Krise durch ihren hohen Exportanteil und ihre massiven Verpflichtungen gegenüber dem Ausland besonders hart getroffen werden.

3. März 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Günter Hannich. Über den Autor

Günter Hannich, Bestseller-Autor und gefragter Experte auf dem Gebiet Kapitalschutz, unter anderem bei n-tv. Er steht mit dem „Crash Investor“ ab sofort zur Verfügung, um sein persönliches Wissen zu teilen. Für Ihre ­Sicherheit.

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