Facebook-Aktien: Ist der Ruf erst ruiniert…

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Facebooks Börsengang wird als Fiasko in Erinnerung bleiben. Die Aktie aber hat sich davon längst erholt und holt jetzt noch weiter auf. (Foto: Alexey Boldin / Shutterstock.com)

Facebook ist und bleibt das am meisten genutzte und am meisten imitierte soziale Netzwerk unserer Zeit.

Weltweit ist die Zahl der Facebook-Nutzer Anfang 2013 auf 1,6 Mrd. angestiegen. Ähnliche Plattformen (wie z.B. meinVZ) geraten gegenüber dem Original immer mehr in den Hintergrund.

Facebooks Börsengang zugleich Fiasko und Vorbild der Branche

Dementsprechend überraschend kam es, dass die Facebook-Aktie  unmittelbar nach dem Börsengang am 18. Mai 2012 zunächst negative Schlagzeilen machte.

Mehr zum Thema: Warum der Börsengang von Facebook gefloppt ist

Die Hauptursachen dafür lagen in  dem extrem hoch angesetzten Börsenwert von 104 Mrd. $  und dem ebenfalls überbewerteten Ausgabekurs von 38 $.

Die Aktie konnte unmöglich das Anfangsniveau erreichen, das der Hype der Masse von ihr erwartete. Der Kurs stürzte, das Wall Street Journal bezeichnete Facebooks Börsengang als Fiasko.

Dabei wird jedoch oft übersehen, dass Facebooks Einnahmen von 16 Mrd. $ immer noch alle bisher dagewesenen Börsengänge von Internet-Unternehmen übertreffen.

Zur Erinnerung: Facebook-Finanzierung von Werbung abhängig

Allgemein gesehen ist das größte Problem der Facebook-Einnahmen seit jeher die relativ schwierige Wertschöpfung eines digitalen Dienstes, der für die Nutzer kostenlos ist und sich zum Großteil aus Werbung finanziert.

Soll heißen: Facebook ist zwar mit 80 Mrd. $ Unternehmenswert größer als McDonalds. (75 Mrd. $) – das ändert jedoch nichts daran, dass Freundschaftsanfragen sich anscheinend schlechter in schwarze Zahlen verwandeln lassen als Big Macs.

Sichere langfristige Performance der Facebook-Aktie

Nach 226 Tagen im Handel hatte sich der Kurs der Facebook-Aktie bereits auf einem Niveau um 26 $ eingependelt.

Somit konnten bisher etwa 40% des ursprünglichen Verlustes wieder eingeholt werden.

Mehr zum Thema: Facebook-Aktie: Langfristig ein gutes Investment?

Auch die 200-Tage-Linie als wichtiger Kaufindikator kommt jetzt erstmals ins Spiel.

Analysten sind allerdings zu dem Schluss gelangt, dass eine Kaufempfehlung erst ab Kursen von 28 $ sinnvoll wäre.

Facebook-Aktien: Aufhol-Potenzial durch attraktive Updates

Ein Argument dafür, der Facebook-Aktie eine zweite Chance zu geben, wäre, dass Facebook als Seite noch lange nicht „fertig“ ist und sein Angebot an neuen Funktionen, Layouts und Services ständig erweitert und erneuert.

Ein Beispiel aus der Trickkiste der Facebook-Programmierer ist Graph Search, eine Suchfunktion, mit der man die auf Facebook geposteten Informationen bald gezielt danach durchsuchen kann, welche Freunde die gleichen Interessen haben.

Damit nicht genug: Die  App „Facebook Home“ wird künftig für alle Smartphone-Modelle und Tablets verfügbar gemacht werden.

Im Gegensatz zur normalen Facebook-App, wie wir sie schon kennen, ist Facebook Home dazu da, dass man die neuesten Updates von Freunden jetzt auch anstelle des Sperrbildschirms auf dem Smartphone sieht.

Mehr zum Thema: Facebook: Jetzt läuft es auch mobil

Halten Sie im Zusammenhang mit der Facebook-Aktie also immer Ausschau nach neuen Funktionen und Services, bzw. Updates. Denn jedes interessante Update hat theoretisch das Potenzial, einen positiven Trend nach sich zu ziehen.

Es ist jedoch nach wie vor Vorsicht geboten, denn Garantien auf einen Anstieg gibt es nicht.

Der hohe Bekanntheitsgrad und die relative Neuheit von Facebook an der Börse kann dem Unternehmen sogar zum Verhängnis werden, wenn es um Betrugsfälle geht.

Facebook-Aktien: Offensichtliche Fälschungen in Amerika aufgetaucht

Ein privater Anlageberater aus New York kam Ende März 2013 vor Gericht,

da er mit gefälschten Facebook-Aktien nichtsahnende Investoren um circa 8 Mrd. $ Kapital gebracht hat.

Anleger können sich vor solchen Betrugsfällen schützen, indem sie vor allem nicht ihr gesamtes Vertrauen in Expertenurteile setzen, sondern selbst recherchieren und den Markt vor einer Anlage-Entscheidung langfristig beobachten.

In diesem Fall hätte es sogar genügt, lediglich das Wichtigste zu wissen: Der Facebook-Aktien-Fälscher warb bereits 2010 mit der Möglichkeit, Facebook-Aktien zu kaufen .

Informierte Anleger hätten den Betrug recht schnell erkannt, da Facebook erst im Mai 2012 an die Börse ging.

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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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