Facebook: Bringt Virtual Reality den Befreiungsschlag?

Facebook will 1 Mrd. Nutzer für seine Virtual Reality Plattform gewinnen - ein neues VR Headset soll helfen. (Foto: I am Nickom / shutterstock.com)

Facebook-Anleger hatten es zuletzt nicht leicht. Nach diversen Datenlecks stand Facebook in den letzten Monaten immer wieder am Pranger. Zudem stagniert das Nutzerwachstum in Europa.

Zwar konnte Facebook im dritten Quartal 2018 solide Wachstumszahlen vorlegen und den Umsatz um 33 % auf 13,73 Mrd. US-$ steigern, doch damit blieb Facebook hinter den Erwartungen der Wall Street (13,8 Mrd. US-$) zurück. Obwohl der Nettogewinn mit 1,76 US-$ je Aktie über den Erwartungen (1,47 US-$ je Aktie) ausfiel, rutschte die Facebook-Aktie unter die Marke von 150 US-$.

Facebook wächst deutlich langsamer, Investitionen angekündigt

Die Gesamtzahl der registrierten Facebook-Nutzer wuchs um weitere 40 Mio. auf nun 2,27 Mrd. Facebook-Mitglieder weltweit – Analysten hatten an dieser Stelle mit 2,29 Mrd. Facebook-Nutzern gerechnet.

Für wenig Begeisterung unter Anlegern sorgte auch die Ankündigung von Facebook-Chef Mark Zuckerberg, dass 2019 ein Jahr „signifikanter Investments“ werden wird. Facebook will die Nutzeraktivität auf neue Funktionen lenken. Dazu gehören Facebook-Geschichten und -Videos, die nach kurzer Zeit wieder verschwinden.

Aber auch das Thema Virtual und Augmented Reality lässt Facebook nicht los. Facebook-Gründer Mark Zuckerberg sieht in der virtuellen Realität die Computer-Plattform, der nächsten Generation.

Facebook kündigt neues Virtual Reality Headset an

Im Rahmen der jüngsten Oculus Connect Konferenz in San Jose/Kalifornien präsentierte Facebook seine Pläne rund um den Bereich Virtual Reality (VR). Dazu gehört auch eine neues VR Headset der Oculus VR Sparte.

Bei der Oculus Quest handelt es sich um ein neues VR Headset, das ohne Kabel auskommt. Die Daten werden via Funk übertragen. Außerdem ist das Gerät das erste Funkt-Headset, das sowohl die Position des Headsets als auch der Controller überträgt. Die Oculus Quest soll im Frühjahr 2019 für 399 US-$ auf den Markt kommen.

Snap Aktie - Wie geht es nach dem Kurssturz weiter?Die Snap Aktie liegt am Boden – und Besserung ist momentan nicht in Sicht. Wie geht es nun weiter? › mehr lesen

Die Quest ergänzt die Oculus Go (199 US-$) im Billig-Segment und die Oculus Rift (399 US-$), die auf den Premium-Markt abzielt. Im Gegensatz zur Oculus Rift, die an einem hochklassigen Spiele-PC angeschlossen werden muss, kommt die Oculus Quest ohne einen High-End-PC aus.

Facebook und Virtual Reality: 1 Milliarde Nutzer im Visier

Facebook-Chef Mark Zuckerberg macht keinen Hehl daraus, dass man langfristig 1 Mrd. Nutzer für seine Virtual Reality (VR) Geräte gewinnen will. Allerdings ist bis dahin noch ein weiter Weg für Facebook zu gehen. Die Marktforscher von TrendForce schätzen, dass Facebook in 2018 gerade Mal 900.000 VR Geräte verkaufen wird, nach 700.000 im Jahr vorher.

Bei durchschnittlichen Verkaufspreisen von 200 bis 400 US-$ dürfte das VR-Geschäft für Facebook in diesem Jahr geschätzte 180 und 360 Mio. US-$ einbringen. Dies wären weniger als 1 % des prognostizierten Facebook-Gesamtumsatzes für 2018.

Fazit: Virtual Reality bleibt für Facebook noch ein Nischenmarkt

Dies zeigt: Trotz aller Bemühungen und Investitionen – Facebook hat rund 2 Mrd. US-$ für die Übernahme von Oculus in 2014 bezahlt – bleibt Virtual Reality (VR) weiter nur ein Nischenmarkt für Facebook. Anleger müssen darüber hinaus bedenken, dass die Gewinnmargen im Hardware-Geschäft in der Regel sehr dünn sind.

Facebook wird also auch in den nächsten Jahren weiter in den VR-Markt investieren müssen, will der Social Media Gigant sein hochgestecktes Ziel von 1 Mrd. Nutzer erreichen. Entsprechendes deutete auch Facebook-Boss Mark Zuckerberg an: Man habe erst „1 % der Wegstrecke erreicht“, so Zuckerberg.

Anleger müssen sich daher weiter gedulden. Noch steht nicht fest, ob sich die hohen Investitionen von Facebook beim Thema Virtual Reality (VR) jemals auszahlen werden. Anleger müssen mit weiter steigenden Investitionen rechnen, die kurz- bis mittelfristig die Ertragslage bei Facebook weiter belasten könnten.


© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Alexander Mittermeier. Über den Autor

Als Gründungsmitglied einer der größten Finanz-Communitys in Deutschland schreibt Alexander Mittermeier heute nicht nur über Aktien und Hightech-Unternehmen, sondern auch über Geld- und Wirtschaftsthemen. Im Mittelpunkt stehen dabei Hintergrundberichte und Bewertung wirtschaftlicher Themen unter Berücksichtigung technologischer Gesichtspunkte für eine der größten Banken Deutschlands