Facebook drängt in den Online-Handel – Was heißt das für die Aktie?

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Facebook will im Online-Handel stärker Fuß fassen, die Aktie klettert auf ein Rekordhoch. Ist noch mehr für Anleger drin? (Foto: Anikei / Shutterstock.com)

Die Facebook Aktie kletterte jüngst auf ein neues Rekordhoch bei über 240 US-Dollar – trotz Corona-Krise. Hintergrund ist die Ankündigung von Facebook-Chef Mark Zuckerberg, mit Facebook Shops eine neue Funktion anbieten zu wollen.

Anleger und Analysten-Häuser sind begeistert. Bei Morgan Stanley glaubt man zum Beispiel, dass Facebook damit zu einem ernsthaften Konkurrenten zu Amazon und auch Google avancieren könnte.

Bei der Deutschen Bank sieht man durch den neuen Vorstoß eine Milliarden-Umsatzchance für Facebook. Konkret könnte Facebook Shops bis zu 30 Mrd. US-Dollar zusätzlich in die Kassen von Facebook spülen, so die Deutsch Banker. Doch was steckt hinter Facebook Shops?

Was ist Facebook Shops?

Im Zuge des weltweiten Lockdowns durch die Coronavirus-Pandemie verlagert sich das Geschäft zunehmend in den Online-Bereich. Der Online-Handel boomt seit Monaten, darauf hat nun auch Facebook reagiert.

Mit der Funktion Facebook Shops will man insbesondere kleine und mittelgroße Firmen eine Möglichkeit geben, Produkte online zu verkaufen. Facebook möchte mit der Integration von Shops auf Facebook und Instagram erreichen, dass kleine Unternehmen ein größeres Publikum mit ihrem Angebot ansprechen können.

Die entsprechenden Produkte in Facebook Shops sollen dann auch über die Stories Kategorie auf Facebook und Instagram mit Werbeanzeigen beworben werden können.

Verkauf auch über WhatsApp, Messenger und Instagram

Zudem können interessierte Kunden über WhatsApp, dem Facebook Messenger und Instagram Direct direkt das Unternehmen anschreiben und Fragen zu den Produkten und Lieferbedingungen stellen. In Zukunft soll es auch möglich sein, direkt aus dem WhatsApp-Chat heraus, im Facebook Messenger und Instagram Direct ein Produkt zu kaufen, verspricht Facebook.

Ferner können Firmen ihre Produkte während eines Facebook- oder Instagram-Livestreams entsprechend markieren (tag) und so auf ihr Produktangebot hinweisen. Um Facebook Shops zu realisieren, arbeitet Facebook mit verschiedenen Partnern, darunter mit Shopify, BigCommerce, WooCommerce und einigen anderen Spezialisten zusammen.

Instagram Shop startet im Sommer

Ergänzend zu Facebook Shops wird der Social-Media-Gigant im Sommer auch mit Instagram Shop starten. Über diese neue Funktion können Interessenten Produkte auf Instagram über den Instagram Explorer finden und direkt kaufen.

In Collections können Firmen individuelle Einkaufsmöglichkeiten und Kategorien zusammenstellen und damit eine Art Geschichte rund um das Produkt und die Marke erzählen.

Fazit: E-Commerce ist eine große Chance für Facebook

Der Vorstoß ist eine große Chance für Facebook, im Online-Handel stärker Fuß zu fassen. Facebook verschafft sich so Zutritt zu einem potenziell 1,3 Billionen US-Dollar schweren Markt.

Mit Facebook Shops zielt Facebook vor allem auf jene Nutzer, die das Smartphone für Online-Einkäufe nutzen. Mittelgroße Unternehmen können sich im Umkehrschluss schnell und unkompliziert einen zusätzlichen Vertriebskanal aufbauen und zwar nahezu kostenlos.

Facebook hat die Zeichen der Zeit erkannt und relativ schnell auf die geänderte Marktsituation reagiert. Das US-Brokerhaus Goldman Sachs hält daher auch deutlich höhere Kurse (250 US-Dollar) für die Facebook Aktie in der Zukunft für möglich. Unter dem Strich bleibt die Facebook Aktie trotz Rekordkurse und ambitionierter Bewertung weiter für langfristig orientierte Anleger interessant.

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Von: Alexander Mittermeier. Über den Autor

Als Gründungsmitglied einer der größten Finanz-Communitys in Deutschland schreibt Alexander Mittermeier heute nicht nur über Aktien und Hightech-Unternehmen, sondern auch über Geld- und Wirtschaftsthemen. Im Mittelpunkt stehen dabei Hintergrundberichte und Bewertung wirtschaftlicher Themen unter Berücksichtigung technologischer Gesichtspunkte für eine der größten Banken Deutschlands

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