Fake News über die Gründung der Union

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In dieser Beitrags-Reihe haben wir Ihnen aufgezeigt, wie die Vereinigten Staaten von Europa aussehen könnten, die SPD-Chef Martin Schulz bis […] (Foto: William Potter / Shutterstock.com)

In dieser Beitrags-Reihe haben wir Ihnen aufgezeigt, wie die Vereinigten Staaten von Europa aussehen könnten, die SPD-Chef Martin Schulz bis zum Jahr 2025 durchsetzen will:

  • Am Volk wird vorbeiregiert werden.
  • Brüssel wird zu einem noch gigantischeren, von Lobbyisten kontrollierten Bürokratie-Monstrum verkommen.
  • Die EUdSSR wird noch bürgerferner und die Eurokraten-Eliten aus Politik, Wirtschaft (Konzerne) und Lobbyisten werden den Laden in einen Selbstbedienungs-Laden umbauen.
  • Der Verlust der staatlichen Souveränität Deutschlands und der anderen EU-Mitglieds-Staaten wird nicht demokratisch legitimiert sein.
  • Und das bedeutet das Ende des freiheitlichen, demokratischen Europas.
  • Statt in Europa Frieden, Stabilität und Wohlstand zu sichern, wird Chaos ausbrechen.
  • Statt Wettbewerb und Vielfalt wird es Gleichmacherei geben.
  • Statt einer bürgernahen, schlanken EU wird es eine Über-Bürokratisierung geben.
  • Nicht nur die Nationalstaaten werden zerstört werden, sondern die Union an sich.

Selbst die EU-Gründerväter würden gegen ein solches Europa wohl Sturm laufen.

Fake News über die Gründung der Union

Ferner werden, um die Vereinigten Staaten von Europa zu rechtfertigen, Fake News über die Gründung des europäischen Staaten-Bündnisses verbreitet.

Beispielsweise heißt es fälschlicherweise, dass ihre Schöpfer die Nationalstaaten abschaffen wollten – so wie es jetzt Martin Schulz will.

Doch Sie wissen inzwischen, dass diese – ganz im Gegenteil – die Nationalstaaten reorganisieren und mit neuer Legitimation ausstatten wollten.

Und sie waren sich über die positive Rolle des Nationalstaats beim Aufbau einer Nachkriegs-Ordnung absolut im Klaren.

Der britische Wirtschafts-Historiker Alan Milward räumt dahingehend mit weiteren EU-Mythen auf:

Selbstporträt der EU ist Unfug

Milward ist davon überzeugt, dass das historische Selbstporträt der EU nicht nur „aufgemotzt“, sondern auch „großer Unfug“ ist.

Er meint damit den weit verbreiteten Mythos, dass die Mitglieds-Staaten bis zum Ausbruch der Verschuldungs-Krise gesund und stabil waren, weil sie eben in der Union waren und sind.

Das sei aber mitnichten der Fall gewesen.

Denn in den von 1945 – 1975 anhaltenden 30 glorreichen Jahren erlebte Westeuropa die längste Friedens-Periode seiner Geschicht und einen wahrlich rasanten Anstieg der Real-Einkommen.

Doch das alles sei keineswegs der damaligen Europäischen Wirtschafts-Gemeinschaft (EWG) zu verdanken.

Union trug wenig zum Wohlstand und Frieden in Europa bei

Tatsache ist, dass nicht das europäische Staaten-Bündnis für diesen Wohlstand verantwortlich war.

Nein, ganz andere Aspekte haben dies bewirkt, etwa die Abschaffung der Zölle und der freie Verkehr von Gütern, Geld und Menschen.

Ganz im Gegenteil: Die restaurierten Nationalstaaten mit ihren Investitionen und ihrer Risiko-Bereitschaft sowie mit dem politischen Ziel für Vollbeschäftigung für diesen Wirtschafts-Boom.

Nur so kam es zu Stabilität, Wohlstand und sozialer Gerechtigkeit in Westeuropa nach dem Zweiten Weltkrieg.

Ferner heißt es gebetsmühlenartig von den Eurokraten, dass die EU (und ihre Vorgänger-Unionen) den Frieden zwischen den europäischen Nationen möglich gemacht hätte.

Verschwiegen wird jedoch, dass dafür vielmehr die Amerikaner und der Kalte Krieg gesorgt hatten.

Neoliberalismus entfernte Staat von den Bürgern

Alan Milward erklärt weiter, dass auf die 30 „guten“ Jahre, also von 1945 – 1975, das neoliberale Dogma folgte, „das uns den Schlamassel beschert hat, in dem wir heute sitzen.“

Konkret: Der Nationalstaat privatisierte öffentliche Einrichtungen, die für das Leben der Menschen wichtig waren und büßte damit seine (mühsam gewonnene) Legitimität wieder ein.

Oder anders ausgedrückt: Je mehr der Staat sich von seinen Bürgern entfernte, umso mehr verloren diese das Interesse an den demokratischen Prozessen.


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Von: Guido Grandt. Über den Autor

Der Autor, Jahrgang 1963, war viele Jahre lang als Manager in verschiedenen großen Unternehmen tätig. Lernte das unternehmerische Handwerk sozusagen von der "Pike" auf, bevor er sich ganz dem wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Geschehens Deutschlands publizistisch widmete.