Fed: Zinserhöhung in 2019 abgesagt

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Im März hat die Fed bekannt gegeben, dass für 2019 keine Zinserhöhung geplant ist. Im Juni wurden sogar Spekulationen zur Zinssenkung laut. (Foto: Paul Brady Photography / shutterstock.com)

Ende März 2019 hat die US-Notenbank Fed (Federal Reserve System) angekündigt, im Jahr 2019 voraussichtlich keine weiteren Zinserhöhungen anzustreben. Neun Mal seit 2015 hatte die Fed den Leitzins in den USA angehoben. Zwischen 2,25 und 2,5 Prozent befindet er sich nun in einer Spanne, die keine besondere Auswirkung auf die Wirtschaft hat.

So steht es um die US-amerikanische Konjunktur

Das Wirtschaftswachstum in den USA ist gehemmt – trotz einer nach wie vor guten Lage auf dem Arbeitsmarkt. Es wird weniger konsumiert und weniger investiert, was sich negativ auf die Konjunktur auswirkt. 2,1 Prozent Wirtschaftswachstum werden für 2019 prognostiziert, im Dezember 2018 waren es noch 2,3 Prozent. Einige Faktoren tragen dazu bei, dass sich die Aussichten in den USA eingetrübt haben:

  • die insgesamt schwächere globale Konjunktur
  • geringere Auswirkungen der Steuererleichterungen
  • Handelskonflikt mit China

Fed: Zinserhöhung in 2019 wird nicht kommen

Die Fed ist der Meinung, dass die aktuellen Daten keinen Grund liefern, den Leitzins entweder zu erhöhen oder zu senken. Geduld sei die Prämisse und damit das Gegenteil der Aussagen aus Dezember 2018. Zu diesem Zeitpunkt hatte die Fed zwei Erhöhungen für 2019 angekündigt und davon nun wieder Abstand genommen.

Neben den Wirtschaftsdaten könnte auch ein internes Thema den Kurs der Fed mitbestimmt haben. Im Herbst 2017 hat die Notenbank begonnen ihre Bilanz abzubauen und will diesen Prozess nun erst verlangsamen (Verkäufe von Staatsanleihen von 30 Mrd. US-Dollar auf 15 Mrd. US-Dollar monatlich halbieren) und ab September ganz einstellen. Ab Oktober sollen dann aulaufende Hypothekenpapiere in Staatsanleihen umgeschichtet werden – diese Papiere machten bisher den großteil der billionenschweren Bilanz aus. 20 Mrd. US-Dollar sollen reinvestiert und die Bilanzsumme der Fed auf diese Weise konstant gehalten werden.

Dass die Zinsen für Staatsanleihen auf diese Weise gedrückt werden, soll die Wirtschaft ankurbeln – so lauten zumindest die Einschätzungen von Experten.

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Wie wirkt sich der passive Kurs der Fed aus?

Der stagnierende Leitzins in den USA sorgt für zwei Effekte:

  1. Investitionen werden nicht teurer.
  2. Zinsen für Staatsanleihen oder ähnliche Produkte bleiben niedrig.

Der Aktienmarkt bleibt nach wie vor der attraktivste Weg zur Vermögensbildung, da ein hoher Leitzins sowohl in Europa als auch in den USA aktuell nicht in Sicht ist.

Kommt eventuell sogar eine Zinssenkung?

Einige Stimmen gehen davon aus, dass im zweiten Halbjahr 2019 das Thema Leitzinssenkung wieder relevant wird. Selbst der Fed-Chef Jerome Powell hat mittlerweile Äußerungen in eine Richtung getätigt, die darauf schließen lassen.

So bezieht er sich insbesondere auf den Zollstreit und kündigte an, die Wirtschaft aufmerksam zu beobachten und angemessen zu reagieren, um den Aufschwung der Wirtschaft in den USA mit den nötigen Mitteln zu unterstützen.


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David Gerginov
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.