Fixkosten – Abgrenzung, Berechnung & Anwendung

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Fixkosten sind konstante Kosten. Für Unternehmer ist es wichtig zu wissen, was Fixkosten sind und wie sie sich zusammensetzen. (Foto: Siriwat Sriphojaroen / Shutterstock.com)


Wissenswertes über Fixkosten

Definition: Gleichbleibende, nicht produktionsabhängige Kosten im Unternehmen

Synonyme: Bereitschaftskosten, beschäftigungsunabhängige Kosten

Beispiele: Miete, Strom, Personalkosten, Abschreibungen, Zinsen

Berechnung: Fixkosten = Gesamtkosten – variable Kosten

Verwendung: Teil der Kostenrechnung, betriebswirtschaftliche Kennzahl


Definition beschäftigungsunabhängige Kosten: Was sind Fixkosten?

Bei Fixkosten handelt es sich um Aufwände, die einen bestimmten Anteil der Gesamtkosten in einem Unternehmen ausmachen. Sie fallen innerhalb eines bestimmten Zeitraums kontinuierlich und immer in der gleichen Höhe an. Ob ein Unternehmen stark ausgelastet ist oder nicht, beziehungsweise wie hoch die produzierte Menge eines bestimmten Produkts ist, spielt dabei keine Rolle.

Anders gesagt: Ob das Geschäft in einem Betrieb aktuell floriert oder eher eine Flaute herrscht, beeinflusst die Fixkosten nicht. Damit ein Betrieb dauerhaft wirtschaftlich profitabel am Markt tätig sein kann, ist die kontinuierliche Abdeckung von Fixkosten erforderlich.

Beispiele für typische Arten von Fixkosten

Fixe Kosten in der Betriebswirtschaft

Es gibt bestimmte Kosten, die typischerweise den fixen Aufwänden zugeordnet werden. Darunter fallen beispielsweise die Mietkosten von Büro- und/oder Geschäftsgebäude. Da Angestellte regelmäßig ihr Gehalt bekommen, fallen auch diese Kosten im Bereich der Fixkosten an. (Personalkosten können jedoch, wie Löhne für konjunkturbedingte Arbeit (z.B. Akkord), auch unter die variablen Kosten fallen.)

Ebenfalls unter die Fixkosten fallen lineare Abschreibungen. Dabei handelt es sich um diejenige Abschreibungsmethode, die am häufigsten zum Tragen kommt. Grundannahme dabei ist, dass sich Geräte – beispielsweise eine Maschine, Fahrzeuge, Computer oder Möbel – konstant über die Jahre abnutzen. Grundsätzlich ist dabei davon auszugehen, dass die Kosten für Reparaturen oder Wartungen steigen. Des Weiteren sind Ausgaben fürVersicherungen oder die Steuerberatung fixe Belastungen.

Was sind Gemeinkosten?

Die Besonderheit von Gemeinkosten ist, dass diese einem Kostenträger – dabei kann es sich um ein Produkt oder eine Dienstleistung handeln – nicht direkt zugeordnet werden können. Die Fixkosten sind dabei ein Teil der Gemeinkosten. Diese bleiben bei Betrachtung der Beschäftigung als Bezugsgröße über einen definierten Zeitraum konstant. So gehören unter anderem die Mietkosten oderAbschreibungen zu den Gemeinkosten.

Hinweis

Fixkosten sind also immer auch Gemeinkosten. Auf der anderen Seite gibt es jedoch auch variable Gemeinkosten wie den Stromverbrauch, der nicht zu den Fixkosten, sondern zu den variablen Kosten zählt.

Bei der Verteilung von Gemeinkosten ist wichtig zu beachten, dass diese mithilfe eines Verteilungsschlüssels auf die Kostenträger verteilt werden. Außerdem fallen Gemeinkosten meist für mehrere Aufträge an.

Typisch für Gemeinkosten ist somit die Verteilung bzw. die Weiterverrechnung über Gemeinkostenzuschläge. Je nach Art der Zurechnung werden zwei Formen unterschieden:

  • Kostenträgergemeinkosten
  • Kostenstellengemeinkosten

Kostenträgergemeinkosten sind in der Regel für Kostenträger vorgesehen. Die Betriebswirtschaftslehre versteht unter einem Kostenträger die Produkte bzw. Dienstleistungen, die im Unternehmen hergestellt werden. Gemeinkosten können den verursachenden produzierten Ergebnissen nicht direkt zugewiesen werden. Mittels Kalkulationssätzen erfolgt eine grundsätzliche Schlüsselung der Aufwände.

Von Kostenstellengemeinkosten ist die Rede, wenn sich bestimmte Aufwände nur verschiedenen Kostenstellen exakt zuordnen lassen. Beispiel kann hier die Miete eine Lagerhalle sein, in der verschiedene Produktklassen gelagert werden.

Was sind Mischkosten?

Mischkosten sind Aufwände, die weder den variablen Kosten noch den Fixkosten klar zugeordnet werden können. Vielmehr geht es um eine Kombination, beziehungsweise einen Kostenmix aus fixen und flexiblen Kosten, beispielsweise handelt es sich bei den Telefonkosten um Mischkosten. Einerseits wird eine Grundgebühr fällig, andererseits kommen entsprechende Ausgaben hinzu, die sich danach richten, wie lange telefoniert wird und ob es sich um ein In- oder Auslandsgespräch handelt.

Wie viel eine Maschine einem Unternehmen dauerhaft kostet, ist ebenfalls nicht genau vorherzusehen. Ein Wartungsvertrag kann zwar den Fixkosten zugeordnet werden, entsprechende Reparaturarbeiten variieren allerdings erheblich. Auch Transportkosten mit entsprechenden Stand- und Fahrtzeiten sind Mischkosten.

Was ist die Kostenremanenz?

Wenn sich in einem Unternehmen die Mitarbeiterzahl verringert, verläuft der Rückgang der Gesamtkosten nicht automatisch proportional. Die Kosten fallen nicht in der Art und Weise, wie sie zuvor bei steigender Beschäftigung gestiegen sind. Diese höheren Kosten werden als remanente Kosten (Kostenremanenz) bezeichnet.

Beispiele für die Kostenremanenz sind Versicherungs- oder Lizenzkosten, die oftmals längere Laufzeiten besitzen als Mitarbeiter Kündigungsfristen haben. Auch andere Kosten wie ein höherer Verwaltungsaufwand sinken nicht im gleichen Maße.

Abgrenzung: Fixkosten und variable Kosten

Fixkosten vs variable Kosten

Im Gegensatz zu Fixkosten existieren auch variable Kosten. Diese können sich ständig durch eine Anpassung der Produktion verändern. Das kann unter anderem davon abhängen, wie viele Produkte gefertigt werden und wie groß der Produktionsaufwand ist. Variable Kosten werden des Öfteren auch als veränderliche Kosten tituliert.

Typische Beispiele für variable Kosten sind:

  • Löhne, insb. bei Akkordarbeit
  • Energiekosten
  • Kosten für Rohstoffe, Treibstoffe, u.ä.
  • Lieferkosten
  • Provisionen
Hinweis

Auf variable Kosten kann schneller Einfluss genommen werden als auf Fixkosten. Variable Kosten sollten daher stets im Blick eines Unternehmens sein, um im Bedarfsfall schnell reagieren zu können.

Fixkosten berechnen: Verfahren & Methoden

Wie hoch die Kosten eines Unternehmens oder eines Privathaushaltes sind, hängt von den Fixkosten und variablen Kosten gleichermaßen ab. Die Berechnung dafür ist relativ simpel.

Formel

Gesamtkosten = Fixkosten + Variable Kosten

In einem Privathaushalt ist die Aufstellung der Fixkosten im Vergleich zu einem Unternehmen einfacher und übersichtlicher. Die oben aufgeführte Gleichung wird dazu einfach umgestellt.

Formel

Fixkosten = Gesamtkosten – Variable Kosten

Anders sieht es in einem Unternehmen aus. Eine Vielzahl an variablen und fixen Kosten fallen hier an und erschweren es, die Übersicht zu behalten. Nicht selten erledigen Controller diese Aufgabe.

Deckungsbeitrag: Werden die Fixkosten erwirtschaftet?

Um herauszufinden, ob die entsprechenden fixen Aufwände auch tatsächlich erwirtschaftet werden, kommt die Berechnung des sogenannten Deckungsbeitrags zum Tragen. Die variablen Kosten werden dabei von den Verkaufserlösen abgezogen. Das Resultat ist der Deckungsbeitrag. Damit werden die Fixkosten beglichen.

Hinweis

Bei der Preiskalkulierung ist darauf zu achten, dass die Fixkosten durch den Deckungsbeitrag abgedeckt werden können.

Was sind sprunghafte Fixkosten?

Bei sprunghaften Fixkosten liegt ein Mix aus variablen und fixen Kosten vor. Wie hoch die Kosten für ein Unternehmen bei der Herstellung eines Produkts sind, hängt nicht zuletzt auch mit der Anzahl der produzierten Einheiten zusammen. Möglich ist allerdings, dass der Kostenaufwand gleich ist – egal, ob das Unternehmen fünf oder zwanzig Einheiten eines Produkts fertigt.

Wenn ab einer bestimmten Produktionsmenge, vielleicht bei hundert oder zweihundert Einheiten, allerdings die Kosten plötzlich steigen und einen markanten Sprung machen, ist von sprunghaften Fixkosten die Rede. Vorstellbar ist unter anderem, dass nur eine gewisse Anzahl von Produkten in einer Fertigungshalle produziert werden können. Notwendige Produktionsstätten für eine noch größere Produktion würden dann ebenfalls zu sprunghaften Fixkosten führen.

Hinweis

Sprunghafte Fixkosten setzen sich aus fixen und variablen Aufwänden zusammen. Während sie anfangs noch konstant verlaufen, kommt es ab einer bestimmten Schwelle zu einem deutlichen Anstieg der Kosten.

Betrachtung der Fixkostendegression

Fixkostendegression

Fixe Kosten haben eine weitere Eigenschaft inne: Sie sind absolut betrachtet zwar fix, können aber bezogen auf die Produktionsmenge steigen oder sinken. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn die Produktion sinkt, weil ein Kunde insolvent geworden ist. Dann nämlich verteilen sich die fixen Kosten auf eine geringere Produktionsmenge und die Fixkosten pro produzierter Einheit steigen.

Die Produktion wird also teurer und die Umsatzrendite sowie andere wichtige Unternehmenskennzahlen verschlechtern sich. Dieser Effekt ist der Grund für viele Unternehmenszusammenschlüsse. Durch die Zusammenschlüsse kann man eine höhere Ausbringungsmenge erzielen, aber Fixkosten einsparen, da diese produktionsunabhängig sind.

Sparpotenzial: Wie können fixe Kosten reduziert werden?

Betriebe wollen möglichst wirtschaftlich arbeiten. Deshalb ist die Frage danach, an welchen Stellen Sparpotenzial vorhanden ist, nur naheliegend. Eine Stellschraube kann möglicherweise auch im Bereich der Fixkosten liegen. Hierbei kann es unter Umständen eine Lösung sein, die fixen Kosten in variable Kosten umzuwandeln. Die finanziellen Möglichkeiten können sich dadurch deutlich erhöhen. In diesem Fall ist es sinnvoll, die Fixkosten genau zu analysieren und zu berechnen.

Oft liegen die Sparpotenziale in Bereichen, die mit hohen Kosten verbunden sind. Für Unternehmen kann es unter Umständen eine Lösung sein, stark leistungsbezogene Gehälter an die Mitarbeiter zu zahlen. Dies birgt allerdings auch Risiken. Einerseits können sich leistungsbezogene Gehälter positiv auf ihre Motivation auswirken, andererseits kann es aber auch eine gewisse Unsicherheit bei den Mitarbeitern geben, die kontraproduktiv wäre.

Um die Personalkosten möglichst fix zu halten, wird von Arbeitgeberseite mitunter auf All-In-Vertrage zurückgegriffen. Je nach Auftragslage ist es zudem möglich, die Arbeitszeitmodelle entsprechend anzupassen. Dazu können auch unbezahlte Überstunden zählen.

Das Auslagern einer gesamten Abteilung oder eines Produktionsbereiches ist ebenfalls denkbar. Infrage kommen hier beispielsweise die Lohnbuchhaltung, Personalbeschaffung oder das Marketing. Eine gewisse Unabhängigkeit geht damit allerdings verloren. Unternehmen müssen in diesen Fällen abwägen, ob Auslagerungsmaßnahmen unter gewissen Umständen sinnvoll sind. Weitere Bereiche, in denen möglicherweise fixe Aufwände reduziert werden können, sind Telefon und Internet, Versicherungen, Haushaltsenergie oder die Miete.

Fazit

Abschließend lässt sich festhalten, dass Fixkosten für die Wirtschaftlichkeit eines Unternehmens eine große Bedeutung besitzen. Eine regelmäßige, genaue Kalkulation und Prüfung sind daher unabdingbar. Nur so haben Unternehmen einen wichtigen Teil ihrer Ausgaben stets im Blick und können bei Bedarf neue Investitionen tätigen oder an bestimmten Stellen Einsparungen vornehmen.


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David Gerginov
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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