Flächendeckender Stellenabbau bei den Geldhäusern

Immer mehr Banken sterben; von 4.000 Geldinstituten, die 1990 existierten, sind es jetzt (Stand: 2017) gerade noch 1.950. Und auch […] (Foto: everything possible / Shutterstock.com)

Immer mehr Banken sterben; von 4.000 Geldinstituten, die 1990 existierten, sind es jetzt (Stand: 2017) gerade noch 1.950.

Und auch ihre Filialen sind davon betroffen, die aufgrund von Kostengründen und Restrukturierungen geschlossen werden – mit dramatischen Folgen.

Problem für Senioren

Sie meinen jetzt vielleicht, dass das alles gar nicht so schlimm sei, und denken, „dann gehe Ich eben in eine andere Filiale“.

Aber bitte bedenken Sie: Insbesondere Kunden, die auf ein großes Filialnetz angewiesen sind, gehören zu den Verlierern.

An 1. Stelle ist das natürlich für ältere Menschen, für Senioren und Rentner ein großes Problem.

Denn gerade wenn vermehrt Raiffeisen/Volksbanken und Sparkassen ihre Tore dicht machen, müssen sie irgendwie in eine Nachbarstadt kommen, um Geld abheben zu können.

Verlierer: Mitarbeiter und Kunden

Oftmals sind die alten Damen und Herren jedoch nicht mobil, müssen also mit dem Bus oder einem Verwandten zum Geldabheben fahren.

Das kostet nicht nur zusätzliches Geld, sondern auch mehr Zeit.

Sie sehen selbst: Die Kosten-Einsparung geht nicht nur zulasten der Mitarbeiter, sondern letztlich auch zulasten der Kunden.

Unglaublich, aber wahr: Banken gehören zu einer aussterbenden Branche

Wer hätte je auch nur einen einzigen Gedanken daran verschwendet, dass Banken und Versicherungen bald eine aussterbende Branche sein würden?

Glauben Sie: Vor wenigen Jahren wäre das noch ins Reich der Phantasie eingegangen oder gar als Verschwörungs-Theorie abgetan worden.

Gründe für den Stellenabbau bei den Geldhäusern

Der Stellenabbau wird mit vielen Argumenten begründet; etwa mit der Niedrig-, dann Null- und jetzt Negativzins-Politik der EZB.

Denn früher haben die Banken viel Geld durch Zinsen eingenommen, weil sie mit den Guthaben ihrer Kunden arbeiten konnten. Diese Einnahmequelle ist heute fast versiegt.

Ein anderes Argument: die fortschreitende Automatisierung, mit der jede Menge Personal eingespart werden kann.

Das Ende der flächendeckenden Bankberatung

Das Bankensterben birgt eine weitere Gefahr:

Durch weniger Filialen (und dadurch weniger Mitarbeiter) schwindet somit auch die einst so wichtige und hervorgehobene flächendeckende Bankberatung immer mehr.

Gerade für Sparkassen, Volks- und Raiffeisenbanken ist das ein großes Problem:

Zu ihrem Geschäftsmodell gehörte es, in fast jeder Stadt oder jedem Dorf präsent zu sein, um Kunden sämtlichen Service zu bieten, v. a. eine individuelle Finanz-Beratung.

Kunden orientieren sich vielleicht bald noch mehr online

Das gehört nur vielerorts der Vergangenheit an. Und somit steht dieses Geschäftsmodell vor dem Abgrund.

Besonders internetaffine Kunden werden nun ihre Bank-Angelegenheiten wohl vermehrt online bzw. per App abwickeln.

Doch in diesem Bereich sind viele Online-Banken kostengünstiger als die herkömmlichen vor Ort.

Was das letztlich für Sparkassen & Co. bedeutet, brauchen wir Ihnen nicht extra zu sagen…

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Von: Guido Grandt. Über den Autor

Der Autor, Jahrgang 1963, war viele Jahre lang als Manager in verschiedenen großen Unternehmen tätig. Lernte das unternehmerische Handwerk sozusagen von der "Pike" auf, bevor er sich ganz dem wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Geschehens Deutschlands publizistisch widmete.