FlixBus Aktie: Börsengang ist eine Option – das ist für Anleger drin

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Mit FlixBus könnte eine interessante Aktie an die Börse kommen, denn das Unternehmen dominiert seinen Markt. (Foto: Flixbus / FlixMobility GmbH)

Der Fernbus-Marktführer FlixBus will offenbar in 2019 oder 2020 an die Börse. Mit einem einzigartigen Geschäftsmodell will das Unternehmen Anleger überzeugen. Für viele Investoren stellt sich nun die Frage, lohnt sich ein Mitmachen beim Börsengang oder sollten Anleger eher die Finger vom FlixBus Börsengang lassen?

Zunächst ein Blick auf das in München ansässige Unternehmen, dass in den letzten Jahren rasant gewachsen ist.

FlixBus Börsengang – das Unternehmen auf einen Blick

Die Muttergesellschaft von FlixBus nennt sich Flixmobility und wurde im Jahr 2013 von 3 jungen Unternehmern (André Schwämmlein, Jochen Engert, Daniel Krauss gegründet. Seither bietet FlixBus Fernbusreisen in über 2.000 Orte in 28 europäischen Ländern an. Tagtäglich kann der Kunde zwischen 350.000 Verbindungen auswählen, die auf der Webseite von FlixBus einfach online gebucht werden können.

Neben der Online-Webseite bietet FlixBus inzwischen auch mobile Anwendungen (Mobile Apps) für iOS und Android an, wodurch Kunden Reisen auch von unterwegs buchen können. Städtereisen nach Frankfurt oder Berlin sind mit FlixBus bereits ab 9,99 Euro möglich. Seit kurzem lässt sich ein FlixBus samt Fahrer auch für einen Vereinsausflug oder Betriebsfahrt buchen.

Seit März 2018 bietet das Unternehmen Flixmobility unter der Marke FlixTrain auch Bahnreisen ab 9,99 Euro an. Mit seinen grün lackierten Fernbussen ist Flixmobility eigenen Angaben zufolge der Marktführer unter den Fernbus-Anbietern in Deutschland mit einem Marktanteil von über 90%.

Die Firmengründer rund um Jochen Engert halten 23,8 % der Anteile, während 35,9% in der Hand des Finanzinvestors General Atlantic liegen. Holtzbrinck Ventures hält weitere 16,3 % der Anteile, während der US-Investor Silver Lake 10,8 % der Anteile besitzt. Auch der Auto-Hersteller Daimler ist mit 5,6 % an FlixBus beteiligt.

FlixBus in Zahlen

Im Jahr 2016 erzielte FlixBus einen Umsatz von über 350 Mio. €, inzwischen hat das Unternehmen nach Angaben von FlixBus-Chef Jochen Engert die Umsatzmarke von 500 Mio. € deutlich überwunden. Bis vor wenigen Jahren galt FlixBus noch als defizitär, inzwischen hat der Fernbus-Anbieter aber die Gewinnzone erreicht und ist in Europa profitabel.

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Um Personen zu befördern betreibt FlixBus keine eigenen Busse, sondern unterhält Partnerschaften mit über 300 Buspartnern. 74 % der Erlöse erhält der Busunternehmer, 26 % gehen an FlixBus. Im Jahr 2017 beförderte FlixBus rund 40 Mio. Fahrgäste, diese Zahl soll in den nächsten Jahren kräftig wachsen.

FlixBus – ein Ausblick auf die Zukunft

Nachdem Markteinritt in den USA, wo das deutsche Fernbus-Unternehmen weiter expandieren will, sondiert FlixBus auch die Marktlage in Russland. Laut FlixBus-Mitgründer André Schwämmlein will FlixBus bald auch in Russland seine Dienste anbieten und ist bereits mit einem kleinen Team in Moskau vor Ort.

Im Frühjahr 2019 verstärkte sich FlixBus durch die Übernahme des französischen Konkurrenten Eurolines, wodurch die Münchner ihr Geschäft in Frankreich, den Niederlanden, Belgien, Spanien und Tschechien weiter ausbauen.

Auch die Schwestermarke FlixTrain will neue Bahnverbindungen in Deutschland anbieten und so sein Geschäft weiter ausbauen.

Fazit: FlixBus ist eine der wenigen großen Erfolgsstorys im deutschen Internet

FlixBus versteht sich weniger als ein Bus-Unternehmen, sondern vielmehr als Technologie-Plattform. Der Grund: FlixBus betreibt selbst keine Busflotte, sondern arbeitet mit Bus-Unternehmern zusammen. In erster Linie gestaltet FlixBus die Fahrpläne, betreut die Kunden und steuert den Fahrschein-Verkauf.

Dies ist die eigentliche Stärke des Geschäftsmodells, denn dadurch trägt FlixBus keine hohen Wartungskosten, die in Verbindung mit der Unterhaltung einer eigenen Flotte anfallen würden. Das Geschäftsmodell von FlixBus lässt sich damit in gewisser Weise mit dem Mitfahrdienst Uber vergleichen.

Unter dem Strich ist FlixBus neben Zooplus eine der wenigen großen Erfolgsstorys im deutschen Internet, von der auch Anleger profitieren könnten, sofern FlixBus doch den Börsengang wagt. Der große Konkurrent für FlixBus ist das selbstfahrende Auto, dass womöglich eines Tages Reisende günstiger ans Reiseziel bringt.


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Mittermeier neu
Von: Alexander Mittermeier. Über den Autor

Als Gründungsmitglied einer der größten Finanz-Communitys in Deutschland schreibt Alexander Mittermeier heute nicht nur über Aktien und Hightech-Unternehmen, sondern auch über Geld- und Wirtschaftsthemen. Im Mittelpunkt stehen dabei Hintergrundberichte und Bewertung wirtschaftlicher Themen unter Berücksichtigung technologischer Gesichtspunkte für eine der größten Banken Deutschlands