Flucht aus Südost-Europa – Statistik der EU-Schande

Die EU-Jubelfeier zum 60. Jahrestages der Unterzeichnung der Römischen Verträge im März 2017 war eine Farce.

Stattdessen hätte die Union eher Trauergesänge anstimmen müssen.

Denn Großbritannien, eines der größten europäischen Länder, beginnt in diesen Tagen mit den Austritts-Verhandlungen.

Das ist das erste große Versagen der Gemeinschaft.

Das große Versagen der EU

Das Zweite ist, dass sie aufgrund der Gemeinschafts-Währung des Euro und der Flüchtlingskrise so tief gespalten ist wie niemals zuvor.

Das dritte große Versagen: Der EU gelang es nicht, wie sie es eigentlich auf der Agenda hatte, die Armut zu senken – ganz im Gegenteil:

Blanke Armut und große Einkommens-Schere

Sie wissen jetzt: 2015 waren rund 119 Mio. EU-Bürger von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht. Das sind seit 2008 rund 3 Mio. mehr – etwa 24% der Bevölkerung.

In manchen Mitgliedsstaaten leiden Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren zu einem hohen Anteil an Protein-Mangel.

Der Grund hierfür: Ihre Eltern können angemessene Nahrung nicht mehr bezahlen.

Damit liegt die Armutszahl in der Union höher als im weitaus bevölkerungsreicheren China. Dort soll es noch 56 Mio. Arme geben.

Vergessen Sie auch nicht die große Einkommenss-Shere in der Union, die z. B. von 20.668 € jährlich (in Deutschland) und 2.250 € (in Rumänien) reicht.

Aber das ist noch längst nicht alles an Bad News…

Materielle Entbehrungen

In vielen EU-Staaten lebt laut eurostat ein signifikanter Teil der Bevölkerung in erheblicher materieller Deprivation – also in materiellen Entbehrungen.

Insbesondere trifft das auf Personen zu, auf die mind. 4 von 9 klar definierten Armuts-Kriterien zutreffen.

3 Beispiele hierfür: Sie können sich keine Waschmaschine und auch kein Telefon kaufen oder die Wohnung nicht angemessen beheizen.

Nachfolgend finden Sie die genauen Zahlen, damit Sie sich eine eigene Vorstellung davon machen können.

Statistik der EU-Schande

In Litauen leben 13,9% der Bevölkerung in erheblicher materieller Deprivation, in Lettland 16,4%, in Ungarn 19,4%, in Griechenland 22,2% und in Rumänien 22,7%.

In Bulgarien sind es gar 34,2% – das ist mehr als 1/3 der Bevölkerung!

Wollen Sie noch weitere Horror-Zahlen hören? – Bitte schön:

Bei Kindern und Jugendlichen liegt diese Rate deutlich höher. So waren 2015 in Ungarn 36,1% der Unter-18-Jährigen von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht.

In Griechenland waren es 37,8%, in Bulgarien 43,7% und in Rumänien sogar ganze 46,8% – also fast die Hälfte aller Kinder und Jugendlichen.

Armuts-lüchtlinge innerhalb der EU

Ein weiteres Thema, über das Sie weder von den Politikern noch von den Massenmedien etwas hören, ist, dass es auch innerhalb der EU Armuts-Flüchtlinge gibt.

Wenn Sie sich die oberen Zahlen vor Augen führen, dann wissen Sie auch warum die Menschen ihre Heimat verlassen:

zumeist, um der grassierenden Armut zu entkommen – und das wohlgemerkt innerhalb der EU!

Flucht aus Südost-Europa

So sind laut einer Studie des IWF in den vergangenen 25 Jahren aus der Großregion Ost- und Südosteuropa um die 20 Mio. Menschen ausgewandert.

Das entspricht rund 5,5% der Gesamt-Bevölkerung!

Sie sehen also:

Alles das ist garantiert kein Grund, um die Römischen Verträge, die 1957 geschlossen wurden, zu feiern – im Gegenteil:

Die EU-Politik hat einem ganzen Kontinent Schande gebracht.


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3. April 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Guido Grandt. Über den Autor

Der Autor, Jahrgang 1963, war viele Jahre lang als Manager in verschiedenen großen Unternehmen tätig. Lernte das unternehmerische Handwerk sozusagen von der "Pike" auf, bevor er sich ganz dem wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Geschehens Deutschlands publizistisch widmete.

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