Fonds gehen 2019 in die Defensive

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Fonds setzen 2019 vermehrt auf Sicherheit. Gefragt sind nun defensive Dividendentitel aber auch Schwellenländer-Aktien mit Aufholpotenzial. (Foto: One Photo / Shutterstock.com)

Wer breit aufgestellt investiert ist, sollte es im Kern dabei belassen. Auch wenn die Party an den Aktienmärkten zunächst vorbei ist und sich eine abschwächende Konjunktur ankündigt, so zahlt sich Nervosität nicht aus. Hektische Wechsel verursachen Kosten, die an der Rendite nagen. Gleich ob der Handelsstreit zwischen den USA und China oder der ungewisse Ausgang des Brexit, auch bei Fonds ist 2019 eine Auswahl mit Bedacht angesagt. Immerhin sind gemanagte Produkte nicht gerade billig.

Sicherheit verdrängt Offensivstrategie

Gleichwohl lohnt ein Blick auf die Verschiebungen, die bereits 2018 stattfanden. So waren die Zuflüsse in Immobilienfonds fast doppelt zu hoch wie die in Aktienfonds. Zuvor war das noch anders. Verunsicherte Anleger suchten offenbar Sicherheit im „Betongold“ – in einem Markt, der schon längst überhitzt ist und wo die Renditen zwischen grob 2 % und 3,5 % liegen.

Generell setzten mehr Anleger ihre Engagements aus oder wechselten den Fonds. Und sei es nur, weil sie feststellten, dass offensiv ausgelegte Produkte besser liefen. Doch dann kam auf breiter Front die massive Korrektur bei den Technologiewerten. Und schon richten sich die Manager großer Fonds für 2019 erneut auf veränderte Rahmenbedingungen ein, wozu auch die schlechtesten globalen Wachstumserwartungen seit dem Ende der Finanzkrise gehören.

Gefragt sind neuerdings klassische, defensive Werte. Statt Apple oder Facebook wird vermehrt auf Pharma-Aktien oder auch Infrastrukturwerte gesetzt, die in Krisenzeiten stabiler sind als der breite Aktienmarkt. Und wie in unsicheren Zeiten üblich, rücken bei den Fonds 2019 wieder Ausschüttungen, sprich Dividendenfonds, in den Vordergrund. Außerdem werden in diesem Jahr tendenziell sowohl amerikanische als auch europäische Aktien weniger stark gewichtet. Dafür stehen seit Jahren wieder Aktien aus Schwellenländern auf dem Programm, denen ein gehöriges Aufholpotenzial zugetraut wird.

Fonds, die 2019 gegen den Trend laufen

Was generell breit und defensiv aufgestellte Fonds angeht, so punktet etwa der DWS Top Dividende derzeit mit seiner Ausrichtung auf klassische Blue Chips und Sicherheit. Auf Jahressicht konnte er sich zumindest behaupten, während der Dow Jones oder Dax spürbar Federn lassen mussten.

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Ähnlich kann sich auch der Kepler Small Cap Aktienfonds A sehen lassen. Er setzt darauf, dass kleine und mittlere Unternehmen den Bärenmarkt besser überstehen und investiert vorwiegend in Aktien aus den Bereichen Konsum und Gesundheit.

Nicht allein wegen seiner geringen Kosten und fehlenden Ausgabeaufschläge ist auch der Siemens Balanced einen Blick wert. Der Mischfonds ist sowohl in Aktien als auch Anleihen investiert und präsentiert sich deutlich stabiler als die großen Indizes.

Etwas teurer, dafür aber mit etwas besserer Performance präsentiert sich der UniImmo Global, der auf Gewerbeimmobilien wie Büros und Hotels weltweit setzt. Überhaupt lässt sich auch 2019 mit Spezialfonds mehr Rendite einfahren. Dafür ist das Risiko höher und in der Regel auch das Entgelt fürs Fondsmanagement.

Als günstige Alternative bieten sich hier ETFs, die einen jeweiligen Index abbilden. Der ISE Cyber Security UCITS etwa kommt im Vergleich der genannten Fonds auf die beste Rendite. Datensicherheit wird selbst bei schlechterer Konjunktur eine große Rolle spielen.

Die Beispiele sind natürlich nur ein kleiner Ausschnitt aus Tausenden von Fonds, die 2019 zur Auswahl stehen. Sie wirken jedoch stellvertretend für den jüngsten Trend, bei dem Sicherheit eine erheblich größere Rolle spielt als in den Jahren zuvor.


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Ralf Hartmann
Von: Ralf Hartmann. Über den Autor

Ralf Hartmann arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.