Fonds in 2018: Spezialthemen führen zum Erfolg

Mischfonds Symbolbild Investment_shutterstock_794018506_Watchara Ritjan

Trotz wackeliger Märkte konnten Fonds 2018 beachtliche Gewinne einfahren. Aktien und Spezialindizes erwiesen sich als beste Performer. (Foto: Watchara Ritjan / shutterstock.com)

Hin und her macht die Taschen leer. Dass sich Nervosität auf Dauer nicht auszahlt, wird sich mit Blick aufs laufende und kommende Jahr beweisen. Nerven behalten ist die Devise. Ab Ende 2017 ging dem seit der Finanzkrise anhaltenden Aufwärtstrend die Luft aus, dem längsten in der Börsengeschichte. In der Folge neigten sogar irritierte ETF-Anleger vermehrt dazu, ihre Engagements auszusetzen oder zu wechseln. Dabei sind ETFs eher auf langfristige Erfolge ausgelegt. Und jede Transaktion nagt am Gewinn.

Angesichts der aufgekommenen Unruhe ist es angebracht, zu schauen, wie es denn 2018 um Fonds bestellt ist. Und zwar generell, also passive Indexfonds genauso wie aktiv gemanagte Fonds. Zunächst fällt auf, dass dieses Jahr die Zuflüsse in Immobilienfonds fast doppelt zu hoch waren, wie die in Aktienfonds. Zuvor war das noch anders. Verunsicherte Anleger suchen offenbar Sicherheit im „Betongold“ – in einem Markt, der schon längst überhitz ist und wo die Renditen zwischen grob 2 % und 3,5 % liegen.

Gemanagte Fonds 2018: defensiv war negativ

Abgesehen davon zeigte sich bei Fonds im Jahr 2018, dass aktiv gemanagte Produkte besser liefen, wenn sie offensiv ausgelegt waren, also mehr Aktienanteile enthielten. Defensive Fonds indes lagen im Schnitt  im Minus. Erfolgreicher waren solche, die sich auf ausgewählte Themen spezialisieren.

Bei rein deutschen Aktien fällt die Performance des CS Small & Mid Cap Germany auf. Er brachte auf Jahressicht immerhin 0,58 %, während der Dax mit 12,3 % im Minus liegt. Bei Mdax und Sdax beträgt der Verlust über 8 %. Der Fonds von Credit Suisse setzt gezielt auf Nebenwerte wie Airbus, MTU, Qiagen oder Wirecard, das mittlerweile in den Dax aufgestiegen ist.

Um starke Aktien aus dem gesamten Spektrum Sicherheit geht es im CS Global Security. Das Spektrum umfasst IT-Security, Gesundheits-, Verkehrs- und Umweltschutz ebenso wie Kriminalitätsprävention. Der Fonds schaffte im selben Zeitraum ein Plus von 10,58 %.

Mit nur 30 Titeln schaffte der Comgest Growth Europe Smaller Companies 13,10 %. Hier geht es um europäische Nebenwerte mit den besten Gewinnaussichten. Derzeit setzt der Fonds auf Unternehmen wie die französische Sartorius-Tochter Sartorius Stedim Biotech, Asos, Straumann Holding oder Eurofins Scientific. Die Spezialisierung zahlt sich offenbar aus.

Trading-Strategie: Denken Sie in Wahrscheinlichkeiten und festen AusstiegenEine Strategie mit vorab festgelegten Ausstiegskursen hilft Ihnen, Psychofallen komplett auszuschließen, sofern Sie sich immer daran halten. › mehr lesen

ETFs glänzen mit Spezialthemen

Bei der Vielfalt von ETFs lässt sich auf der Verliererseite feststellen, dass gerade Regionen- und Länder-ETFs mit Fokus auf Indien, Südafrika und Türkei im hohen zweistelligen Prozentbereich herbe Verluste bescherten.

ETFs auf die großen Indizes wiederum folgten bei den Zuwächsen nur mit geringen Abweichungen: dem MSI World mit 1,65 %, dem Eurostoxx 50 mit 6,9 %, dem S&P 500 mit 7,01% und dem Nasdaq 100 mit 8,61 % Plus. Beim Dax allerdings gab es ein Minus von gut 13 %.

Als Renner erwiesen sich ETFs auf einige Spezialindizes. Der ISE Cyber Security UCITS brachte als Klassenbester 22,9%. Der MSCI GCC Countries ex Select UCITS Index setzt auf ausgewählte Titel aus Bahrein, Katar, Kuweit, den Vereinigten Emiraten sowie Saudi-Arabien und kommt auf 19,87 %. Und der S&P Health Care Select Sector brachte auf Jahressicht 17,45 % Plus.

Kosten sind die halbe Miete

Angesichts tausender von Fonds, die 2018 zur Auswahl stehen, stellen die Beispiele natürlich nur einen Ausschnitt dar. Dennoch zeigt sich zweierlei: Selbst bei generell konsolidierenden Märkten lässt sich mit Aktienfonds Geld verdienen. Und mit der richtigen Auswahl sind ETF-Anleger nicht schlechter bedient als bei aktiv gemanagten Fonds, die zwischenzeitlich teilweise besser liefen. Zudem sind ETFs im Vergleich erheblich günstiger.

Beim Comgest Growth Europe Smaller Companies etwa kommen zum Ausgabeaufschlag von 4 % noch Verwaltungsgebühren und laufende Kosten in Höhe von jeweils 1,5 % hinzu. Bei ETFs indes liegen die Kosten zwischen 0,07 % und 0,30 % sowie bis zu 0,65 % bei Spezialthemen. Bei allzu häufigen Wechseln jedoch schmilzt der Kostenvorteil schnell dahin. Auch wenn die Aktienmärkte nächstes Jahr einen Dämpfer erleben dürften, so lohnt sich ein langer Atem. Der Dax ist das beste Beispiel: Seit seiner Gründung vor 30 Jahren hat er inklusive Dividenden jedes Jahr ein Plus von 8,7 % gebracht.


© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Ralf Hartmann
Von: Ralf Hartmann. Über den Autor

Ralf Hartmann arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.