Fondsgebühren bestimmen den Erfolg

Fondsgebühren vergleichen lohnt sich, denn es hilft Ihnen, die Überlebensfähigkeit eines Fonds zu bestimmen. Wie das geht, lesen Sie hier.

Es lohnt sich gleich doppelt, bei den Fondsgebühren hinzuschauen.

Denn einerseits liefert die Höhe der Gebühren nach neuesten Erkenntnissen tatsächlich ein wichtiges Indiz für die Renditeentwicklung des Fonds.

Andererseits müssen Sie ohnehin als Anleger versuchen, Zusatzkosten zu entdecken und diese zu vermeiden.

Auch wenn der Gesetzgeber über neue Transparenzforderungen etwas Verbraucherschutz beweist, so gibt es immer noch viele Produkte, die die Kosten verstecken.

Ein wichtiger Gebührenfaktor ist der so genannte Ausgabenaufschlag.

Dabei wird der eingezahlte Anlagebetrag sofort um diesen Aufschlag gemindert, und damit muss der Fonds erst einmal eine Zeit lang eine Performance aufweisen, damit überhaupt der investierte Betrag wieder erreicht wird.

Liegt der Ausgabenaufschlag beispielsweise bei 4 % und der Rücknahmepreis bei 100 Euro, so werden beim Erwerb eines Fondsanteils 104 Euro fällig.

Demnach müsste der Fonds über die Laufzeit mindestens 4 % verdienen, damit nominell kein Verlust entsteht.

Es ist eine bekannte Tatsache, dass sich die Fondsgesellschaften über diesen Betrag refinanzieren können.

Das ist die offensichtlichste Kostenposition für einen Fonds und daher auch am schnellsten und einfachsten zu umgehen.

Fonds ohne Ausgabenaufschlag sind derzeit im Kommen, denn die Gesellschaften haben den hohen Abschreckungsfaktor erkannt.

Allerdings kann man hier zugleich mit hohen Verwaltungs- oder Managementgebühren rechnen.

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Risikofaktor Erfolgskomponenten

Die Verwaltungskosten sind die Kosten, die man als Anleger nicht umgehen kann.

So entstehen für den Anleger feste und wiederkehrende Kosten für die Verwaltung und das Management des Fonds, die sich in einer Bandbreite von etwa 1 bis 3 % bewegen.

Hinzu kommen noch so genannte Erfolgskomponenten, deren prozentuale Höhe zwar ausgewiesen ist, vorher aber noch nicht feststeht. Bemessen werden diese an der Kursentwicklung des Fonds.

Die Kritik, die hier aufkommt, bezieht sich auf die Tatsache, dass die Performance der Fonds oftmals an risikolosen Renditen bemessen wird.

Durch diesen Trick muss man als Anleger trotz einer geringen Performance Erfolgsgebühren zahlen.

Die Ratingagentur Fitch konnte ermitteln, dass die Fonds mit einer geringen Gebührenstruktur tatsächlich die meisten Renditen einbringen.

Demnach erzielten die billigsten Fonds eine jährliche Rendite von etwa 3,4 %, wohingegen die teuren Produkte eine jährliche Rendite von gerade einmal 2,0 % aufweisen.

Dieses Ergebnis ist nicht wirklich überraschend, denn die Kosten müssen erst einmal eingespielt werden.

Verwunderlich ist jedoch das Ergebnis, dass niedrige Gebühren ein Indiz für die Überlebensfähigkeit der Fonds liefern.

Zwischen 2005 und März 2010 haben 48 % der günstigsten inländischen Aktienfonds überlebt.

Die teure Vergleichsgruppe entwickelte sich mit einem Wert von gerade einmal 24 % weitaus schlechter.

Demnach dürfte die Auswahl von Fonds-Produkten in erster Linie an den Gebühren festgemacht werden.


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Von: Cosmin Filker. Über den Autor

Der Chefredakteur des Newsletters "Nebenwerte aktuell" kann auf eine jahrelange Börsenerfahrung besonders im Nebenwerte-Bereich zurückblicken und durch seine berufliche Erfahrung beim Researchhaus GBC AG von der täglichen Präsenz am Markt profitieren.