Frauenquote: Die Aufsichtsrätinnen des DAX

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Bereits vor der geplanten Frauenquote finden sich in den DAX-Aufsichtsräten zahlreiche weibliche Mitglieder. (Foto: gopixa / Shutterstock.com)

Der Koalitionsvertrag von CDU und SPD sieht ab 2016 eine gesetzliche Frauenquote von 30 % in den Aufsichtsräten von börsennotierten Unternehmen vor. Doch bereits jetzt gibt es im Deutschen Aktienindex zahlreiche mächtige Aufsichtsrätinnen.

Renate Köcher in 3 Aufsichtsräten vertreten

Am häufigsten fällt dabei der Name Renate Köcher. 1952 in Frankfurt am Main geboren, ist Köcher neben ihrer Anstellung als Geschäftsführerin des Instituts für Demoskopie Allensbach als Aufsichtsrätin in gleich drei DAX-Konzernen vertreten. So sitzt Köcher im Aufsichtsrat der Allianz, von BMW und Infineon.

Wäre der Metro-Konzern nicht 2012 wieder aus dem DAX gefallen, würde auch Ann-Kristin Achleitner in den Aufsichtsräten dreier DAX-Konzerne sitzen. Neben dem Posten beim Einzelhandelskonzern ist die geborene Düsseldorferin auch in den Kontrollgremien von Linde und der Munich RE vertreten. So kommt sie ebenso auf zwei Kontrollposten wie ihre Kolleginnen Sari Baldauf (Daimler, Deutsche Telekom), Annika Falkengren (Munich RE, Volkswagen) und Nicola Leibinger-Kammüller (Lufthansa, Siemens).

Simone Bagel-Trah: Die einzige Aufsichtsratchefin im DAX

Nur eine Frau konnte sich jedoch bei den Wahlen zur Aufsichtsratchefin durchsetzen. Simone Bagel-Trah, die Ur-Ur-Enkelin des Konzern-Gründers Fritz Henkel, steht heute dem Aufsichtsrat des Henkel-Konzerns vor. Bagel-Rah ist außerdem ebenfalls seit 2009 Vorsitzende des Henkel-Gesellschafterausschusses, in dem die Interessen der drei Familienstämme geregelt werden.

In den vergangenen Jahren ist vor allem die Quote der Wissenschaftlerinnen in den Kontrollgremien börsennotierter Unternehmen stark angewachsen. Neben der Brasilianerin Dina Dublon, Professorin an der Harvard Business School, die neben Vorstandsposten bei Microsoft, Accenture und PepsiCo im Aufsichtsrat der Deutschen Bank sitzt, finden sich unter anderem auch bei SAP mit Anja Feldmann (TU Berlin) und Katja Windt hauptberufliche Wissenschaftlerinnen im Kontrollgremium. Auch die bereits genannte Ann-Kristin Achleitner ist hauptberuflich als Professorin an der Technischen Universität in München angestellt.

Damit verdrängen Professorinnen langsam die etablierten Unternehmerfamilien, die durch die BMW-Erbin Susanne Klatten sowie Trumpf-Chefin Nicola Leibinger-Kammüller. Auch die Ehefrauen von Vorstandsmitgliedern finden sich in der Liste der Aufsichtsrätinnen. Prominente Beispiele hierfür sind Ursula Piëch bei Volkswagen und Maria-Elisabeth Schaeffler bei der Continental AG.

DAX deutlich unter geforderter Frauenquote

Insgesamt bleibt die Frauenquote in den DAX-Unternehmen jedoch deutlich unter den kommenden Richtlinien. Aktuell liegt der Frauenanteil aller 30 Konzerne nur dann bei rund 22 %, wenn auch die von Arbeitnehmerseite entsandten Frauen mit in die Kalkulation aufgenommen werden. Vor allem beim Medizintechnikunternehmen Fresenius wird der derzeitige Aufsichtsrat in den kommenden Jahren kräftig durchgewirbelt werden. Bislang ist es der einzige DAX-Konzern ohne eine einzige Frau im Aufsichtsrat.

Eine Übersicht über alle Aufsichtsrätinnen in den 30 größten deutschen Unternehmen finden Sie in unserer Galerie.

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Von: David Gerginov. Über den Autor

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