Freistellungsauftrag: Bank der richtige Ansprechpartner

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Immer mehr Aufgaben des deutschen Steuersystems liegen bei der Bank. Sie wird zum beliebten Ansprechpartner - und auch zum bestmöglichen? (Foto: Marco Rullroetter / Shutterstock.com)

Freistellungsaufträge, Abgeltungssteuern und so weiter – immer mehr Aufgaben des deutschen Steuersystems liegen bei der Bank. Jeder Steuerzahler, der mit Kapitalgeschäften Gewinne erzielt, muss seit 2009 eine Abgeltungssteuer entrichten. Diese wird direkt von der Bank abgezogen.

Bank: Beratung für den Freistellungsauftrag

Die Bank ist jedoch auch der richtige Ansprechpartner, um sich durch einen Freistellungsauftrag Vergünstigungen zu verschaffen. Die Grenze liegt aktuell beim so genannten Sparerpauschbetrages in Höhe von 801€.

Kleinanleger können somit in vielen Fällen ihre gesamten Kapitalerträge steuerfrei abrechnen lassen und müssen diese in der Steuererklärung gar nicht erst erwähnen.

Aber auch für aktivere Anleger lohnt sich der Freistellungsauftrag in jedem Fall. Die Steuerbefreiung in Höhe des Sparerpauschbetrages gilt auch für sie.

Zwar kann dieser auch erst in der Steuererklärung zurück gefordert werden, bis zur Rückerstattung ist das Geld aber erst mal verloren. Dies ist vor allem von Vorteil, wenn während des Zeitraums bis zur Rückzahlung Zinsen auf das Konto berechnet werden.

Freistellungsauftrag bei auszahlender Bank einreichen

Den Freistellungsantrag muss jeder Anleger bei der auszahlenden Stelle einreichen. Meist ist dies eine Bank oder Sparkasse, in seltenen Fällen unterliegen jedoch auch Auszahlungen von Versicherungen der Abgeltungssteuer.

Der Antrag muss dabei unterschrieben und auf einem amtlichen Vordruck abgegeben werden. In vielen Fällen ist ein entsprechender Vordruck in der Steuersoftware für den Computer bereits vorhanden.

Steuerpauschbetrag splitten oder zusammenlegen

Haben Sie Konten bei verschiedenen Banken, können Sie den Steuerpauschbetrag zwischen den einzelnen Banken splitten. Passen Sie dabei jedoch auf, dass Sie die Grenze von 801€ nicht überschreiten.

Das Finanzamt prüft sämtliche Anträge aufs Genauste. Beim Überschreiten des Betrags kann es daher schnell zu einer Anzeige wegen versuchter Steuerhinterziehung kommen.

Ehepaare können übrigens entscheiden, ob sie ihre Freistellungsvolumina zusammenlegen. In diesem Fall hätte ein Paar somit ein Anrecht auf steuerfreie Kapitalerträge in Höhe von 1.602€. Doch nicht nur in diesen Bereichen kann die Beratung der Bank wichtig sein.

Bank berechnet Kirchensteuer bald automatisch

Auch bei der Berechnung der Kirchensteuer können sich viele Anleger hier das Leben einfacher machen. Aktuell zieht die Bank diese nur dann ab, wenn der Kunde die Konfessionszugehörigkeit ausdrücklich bestätigt hat. Ab 2014 wird sich das jedoch ändern. Dann erfahren Banken die Religion ihrer Kunden direkt vom Bundeszentralamt für Steuern.

Diesem Vorgehen können Sie zwar mit Hilfe eines Sperrvermerks widersprechen, in diesem Fall müssen Sie die Kirchensteuer jedoch selber in der Steuererklärung abziehen. Eine Möglichkeit zur legalen Steuerhinterziehung besteht hier also nicht.

Bank: Beratung bei Kapitalerträgen verschiedener Quellen

Besitzt ein Anleger Konten bei verschiedenen Banken, werden Gewinne und Verluste übrigens nicht wie üblich zusammengerechnet und die Abgeltungssteuer nur auf den übrig gebliebenen Gewinn gezahlt. Stattdessen müssen sie diese Schlussabrechnung über die Steuererklärung regeln.

Hierzu müssen sich Anleger zur Beratung an die Bank wenden. Diese kann bis zum 15. Dezember eines Jahres eine Verlustbescheinigung ausstellen, die dann mit eventuell angefallenen Gewinnen verrechnet werden kann. In vielen Fällen kann also mit Hilfe der Bank Geld gespart werden.

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Freistellungsauftrag: Sparkassen haben ihre eigenen FormulareEinen steuerlichen Freistellungsauftrag kann man bei Banken wie der Sparkasse stellen. Dadurch kann man den Sparer-Pauschbetrag nutzen. Es gibt jedoch Einiges zu beachten. › mehr lesen


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David Gerginov
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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