Fußball: Hobby ja, Investment nein

Vielleicht haben Sie es mitbekommen: Der traditionsreiche Fußballverein Alemannia Aachen musste im März 2017 erneut Insolvenz anmelden.

Der einstige Bundesligist erklärte, dass diese Vorgehensweise aufgrund einer drohenden Zahlungs-Unfähigkeit notwendig war.

Die Deckungs-Lücke soll mehrere 100.000 € betragen haben.

Durch den Insolvenz-Antrag sollten dem Verein voraussichtlich 9 Punkte vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) abgezogen werden.

„Trotz intensivster Bemühungen waren u. a. die Verhandlungen mit einer Investoren-Gruppe bis in die vergangene Woche ohne Erfolg geblieben“, teilte der Verein mit.

Die Alemannia hat bereits seit Jahren finanzielle Probleme. Warum ich darüber berichte? – Ganz einfach:

weil Alemannia Aachen bis vor einigen Jahren auch Teilnehmer am Kapitalmarkt war und etliche andere Fußball-Vereine es aktuell sind.

Gescheiterte Fußball-Anleihen

Alemannia Aachen hat seinen Fans im Jahr 2008 die sogenannte „Tivoli-Anleihe“ (das Stadion der Alemannia heißt Tivoli) zum Kauf angeboten.

Nachdem der Verein in den Folgejahren bis in die 3. Liga abgestiegen war (aktuell spielt Aachen sogar in der 4. Liga) und Insolvenz anmelden musste, war das Geld der Anleger verloren.

Dem ebenfalls traditionsreichen ehemaligen Bundesligisten Arminia Bielefeld wäre es beinahe ähnlich ergangen.

Hier verzichtete jedoch rechtzeitig ein Großteil der Anleihe-Gläubiger (überwiegend Arminia-Fans) auf die Auszahlung von Zinsen und die Rückzahlung der Anleihe.

Das war für Arminia Bielefeld die finanzielle Rettung.

Bei einem weiteren ehemaligen Bundesligisten, der inzwischen in der 3. Liga beheimatet ist, lief bereits bei der Platzierung der Anleihe gehörig etwas schief: Die Rede ist vom MSV Duisburg.

Die Duisburger wollten mit ihrer „Zebra-Anleihe“ (die Spieler des MSV werden Zebras genannt) insgesamt 5 Mio. € einsammeln. Am Ende wurden es gerade einmal 700.000 €.

Es gibt aber auch Positiv-Beispiele

Bei allen gerade genannten Negativ-Beispielen muss an dieser Stelle jedoch auch gesagt sein, dass es daneben jede Menge Positiv-Beispiele gibt:

So gibt es etwa Anleihen vom Hamburger Sportverein (HSV), dem FC St. Pauli, Schalke 04 und „meinem“ Verein, dem 1. FC Köln.

Bei Letzterem erfolgten bislang alle Zinszahlungen rechtzeitig und in voller Höhe und bei diesen wurde im Rahmen der Platzierung der Anleihe auch genug Geld eingesammelt.

Zudem sollte bei allen gerade genannten Anleihen die Rückzahlung ziemlich sicher sein.

Fazit = Überschrift

Dennoch rate ich davon ab, Fußball-Anleihen zu zeichnen – zumindest dann, wenn Sie diese als Investment betrachten.

Wenn Sie eine Fußball-Anleihe zeichnen, weil Ihnen der dahinterstehende Verein am Herzen liegt, ist das okay.

Zeichnen Sie die Anleihe als Geldanlage, ist das aus meiner Sicht nicht ratsam.

Für mich ist Fußball eine der schönsten Nebensachen der Welt, spielt aber im Zusammenhang mit dem Thema Geldanlage für mich überhaupt keine Rolle.

23. März 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.

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