Garantiefonds – große Sicherheit, schwache Rendite

Obwohl Anleger meist wissen, dass mit kleinem Risiko nur bescheidene Renditen zu erzielen sind, erfreuen sich Garantiefonds oder Fonds mit Kapitalgarantie gerade bei deutschen Anlegern großer Beliebtheit. Das Sicherheitsbedürfnis, das dahinter steckt, ist nur zu erklären mit der Angst vor neuen Finanzkrisen und Börsencrashs.

Denn Garantiefonds bringen nicht nur relativ wenig Ertrag, ihre Kosten sind auch verhältnismäßig hoch. Fachleuten ist der Erfolg dieser Anlageform ein Rätsel. Deutsche Anleger haben schon zu allen Zeiten sicherere Investmentkategorien bevorzugt, auch wenn sie auf diese Weise an der erzielbaren Rendite Abstriche machen mussten oder müssen.

Fonds mit Kapitalgarantie – was sie so attraktiv macht

Der Begriff Garantiefonds erweckt den Eindruck, eine zufriedenstellende Rendite ohne Risiko erwirtschaften zu können. Also wie eine eierlegende Wollmilch-Sau. Dass es so etwas aber nicht gibt, blenden viele Anleger aus. Fonds mit Kapitalgarantie geben Anlegern das Versprechen, das Marktrisiko komplett oder zumindest zum Teil auszuschalten.

Hinter dem Sammelbegriff Garantiefonds verbergen sich recht unterschiedliche Anlage-Konzepte. Grundsätzlich ist ein Fonds mit Kapitalgarantie ein Finanzprodukt mit begrenzter Laufzeit, bei dem Investoren zum Ende der Laufzeit den vollen Anspruch auf Rückzahlung ihres eingezahlten Geldes besitzen. Die meisten Garantiefonds gewähren derzeit einen Anspruch auf Rückzahlung von 80 bis 100 %. Andere Fonds mit Kapitalgarantie werden ohne Begrenzung der Laufzeit angeboten. Diese weisen jährliche Garantie-Stichtage auf.

Das Grundprinzip der Fonds mit Kapitalgarantie

Bei fast allen Garantiefonds teilt der Fondsmanager das Kapital der Anleger in einen größeren, sicheren (der den Rückzahlungsanspruch garantiert) und in einen kleineren Part, mit dem Rendite erwirtschaftet werden soll. Der Sicherheitsanteil wird in vielen Fällen in Anleihen hoher Bonität mit kalkulierbaren Zinszahlungen investiert. Der Rest wird beispielsweise am Aktienmarkt angelegt.

Erfolgreiche Laufzeitfonds mi Kapitalgarantie sind dadurch gekennzeichnet, wenn die Aktienmärkte sich direkt nach der Auflage des Fonds gut entwickeln. Der spekulative Anteil des Kapitals bleibt in diesem Fall erhalten und kann in der Folge weiter eingesetzt werden. Sollte das Spekulationskapital dagegen durch einen ungünstig laufenden Markt schnell aufgebraucht werden, können die Fonds danach nur noch auf sichere Investments setzen. Dadurch fallen die Renditen der Garantiefonds auch sehr unterschiedlich aus.

Verbraucherschützer und Marktexperten stehen Garantiefonds recht skeptisch gegenüber. Anleger würden bei diesen Finanzprodukten mit ihren komplexen Strukturen oft nur zu einem sehr kleinen Teil von steigenden Märkten profitieren. Hinzu kommen die durchaus happigen Kosten: Zum Ausgabeaufschlag von bis zu 5 % zahlen Anleger 0,5 bis zu 2 % an Managementgebühr pro Jahr.

Fonds mit Kapitalgarantie bieten Anlegern bestenfalls eine Rendite von 2 bis 5 % jährlich. Darüber hinaus müssen diese Finanzprodukte meist bis zum Laufzeitende gehalten werden. Garantiefonds schneiden langfristig gesehen vielfach wesentlich schlechter ab als gut gemanagte Aktienfonds.

25. April 2017

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Peter Hermann
Von: Peter Hermann. Über den Autor

Peter Hermann ist studierter Germanist und Sozialwissenschaftler und arbeitet seit vielen Jahren im Wirtschafts- und Finanzjournalismus. Sein Spezialgebiet sind die Offenen Investmentfonds. Darüber hinaus besitzt er die Zulassung zum Anlageberater nach § 34 f.

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