Geely Aktie – der unbekannte Autoriese aus China unter der Lupe

Chinas Autogigant Geely Automobile will sich in der Weltspitze etablieren. Die Aktie kann für Anleger durchaus interessant sein. (Foto: xieyuliang / shutterstock.com)

Keine Frage, China ist der Automobilmarkt der Zukunft. Bis zum Jahr 2025 visiert die Regierung in Peking einen Autoabsatz von 35 Millionen Fahrzeuge an, mindestens ein Fünftel davon soll dann auf umweltfreundliche Elektro- oder Hybridautos entfallen.

China war bereits im Jahr 2016 mit einem Autoabsatz von 28 Millionen Fahrzeuge der weltgrößte Automarkt und zugleich auch der größte Markt für Elektroautos, wovon auch der chinesische Autohersteller BYD profitierte, der als der marktführende Hersteller von E-Autos im Reich der Mitte gilt.

Doch neben BYD tummeln sich noch eine Reihe anderer Autohersteller in China, denen Analysten langfristig Potenzial zuschreiben. Einer dieser Hersteller ist Geely Automobile, dessen Aktien nicht nur in Hongkong, sondern auch in Deutschland gehandelt werden. Dabei kann die Geely-Aktie durchaus überzeugen. Auf 1-Jahressicht legte die Aktie um rund 120 % zu – ein näherer Blick auf die Auto-Aktie aus China.

Geely Automobile Aktie – Was steckt hinter dem Unternehmen?

Die Geely Automobile Holdings Ltd, ansässig im chinesischen Hangzhou wird von Li Shu Fu geführt und ging im Jahr 1998 aus dem Geely-Konzern hervor, der seit Februar 2017 auch ein Bestandteil des Hang Seng Index (Leitindex der Hongkonger Börse) ist.

Geely Automobile Holdings gilt heute als einer der führenden Auto- und Motorradhersteller in China, wobei das erste Geely-Auto die Fabrik bereits im Jahr 1998 verließ. Zu den Konzernmarken gehören neben Geely die Marken Emgrand, Englon, London Taxi, Lynk & Co, Panda, Shanghai Maple Automobile (SMA), Volvo, Proton, sowie Lotus und Terrafugia.

Geely unterhält zahlreiche Kooperationen und Partnerschaften. Unter anderem ist Geely Ende 2017 beim schwedischen LKW-Hersteller Volvo Trucks mit mehr als 8 % eingestiegen, nachdem bereits Volvo Cars zu Geely Automobiles gehört. Auch ist Geely mit knapp 10 % der Anteile inzwischen der größte Einzelaktionär bei Daimler.

Zudem ist Geely auch an dem Lithium-Ionen-Batteriehersteller Shandong Forever New Energy beteiligt, der unter anderem die Akkus für Geely-Elektroautos liefert. Geely vertreibt seine Fahrzeuge nicht nur in über 920 Verkaufsniederlassungen in China, sondern auch International.

Geely Automobile in Zahlen und ein Ausblick auf die nächsten Jahre

Für das vergangene Jahr 2017 konnte Geely starke Zahlen präsentieren. Der Umsatz kletterte um 73 % auf 92,8 Mrd. Yuan (14,75 Mrd. US-$), während der Nettogewinn um 108 % auf 10,6 Mrd. Yuan (1,7 Mrd. US-$) anzog.

In 2017 hat Geely insgesamt 1,25 Millionen Fahrzeuge verkaufen können, nach knapp 800.000 Autos im Jahr vorher – 99 % blieben dabei in China. In den nächsten Jahren will Geely vor allem die Auslandsexpansion vorantreiben, im Jahr 2020 sollen dann 2 Millionen Geely-Fahrzeuge verkauft werden, in 2018 visiert Geely eine Absatzsteigerung auf über 1,5 Millionen Autos an.

Ferner will Geely bis 2020 den Spritverbrauch seiner Modellpalette auf unter 5 Liter pro 100 Kilometer zu drücken, helfen sollen dabei auch kostengünstige Plug-in-Hybride.

Das Zugpferd für Geely ist jedoch das Elektroauto Emgrand EV300, ein reines Elektroauto mit einer Reichweite von über 300 Kilometern und einer Leistung von 130 PS bei einer Top-Geschwindigkeit von 140 km/h. Der Emgrand EV300 ist das erste Elektroauto von Geely, das seit etwa 2 Jahren in China verkauft wird.

Fazit: Geely ein interessanter Autohersteller mit Potenzial

Geely Automobile hat sich in den letzten Jahren ein kleines Imperium im Automobilsektor zusammengekauft. Vor allem die Übernahme des Flugauto-Herstellers Terrafugia überrascht, zeigt aber auch, dass Geely bereit ist, neue Wege zu gehen.

Das Elektroauto hat sicherlich in China eine große Zukunft im Hinblick auf die Smog-Probleme vieler Großstädte. Allerdings müssen Anleger wissen, dass China die Subventionen für Elektroautos mit geringer Reichweite reduziert bzw. gänzlich abgeschafft hat. Dies bedeutet: Für Elektroautos mit einer Reichweite von unter 150 Kilometern gibt es künftig keine Förderung vom chinesischen Staat mehr.

Jedoch tritt in 2019 eine Elektroauto-Quote in Kraft, wodurch 10 % der verkauften Fahrzeuge eines Herstellers aus dem Elektrolager kommen sollen, in 2020 soll diese Quote auf 12 % steigen. Erfüllt ein Hersteller diese Quote nicht, kann dieser Punkte von anderen Herstellern kaufen – oder eine Strafe zahlen.

Analysten sehen Geely und andere Elektroautohersteller in China daher weiter in einem positiven Licht und erwarten insbesondere von Geely weitere Marktanteilsgewinne in China. Der Grund ist unter anderem, dass Geely in den nächsten Monaten und Jahren weitere E- und Hybrid-Autos auf den Markt bringen will.

Die Qualität und Reputation der chinesischen Marken und Hersteller ist in den letzten Jahren gestiegen. Das chinesische Informationsministerium (MIIT) erwartet daher, dass im Jahr 2025 gleich mehrere chinesische Automarken in den weltweiten Top 10 der Autohersteller zu finden sein werden, was die Autoverkäufe angeht. Neben positiven Aussichten können sich Anleger auch auf eine kleine Dividende freuen, die Geely zuletzt in 2017 spürbar angehoben hat.


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Von: Alexander Mittermeier. Über den Autor

Als Gründungsmitglied einer der größten Finanz-Communitys in Deutschland schreibt Alexander Mittermeier heute nicht nur über Aktien und Hightech-Unternehmen, sondern auch über Geld- und Wirtschaftsthemen. Im Mittelpunkt stehen dabei Hintergrundberichte und Bewertung wirtschaftlicher Themen unter Berücksichtigung technologischer Gesichtspunkte für eine der größten Banken Deutschlands

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