Gegenwärtige Politiker: Die Entsolidarisierung des Volkes

Die politische Moral ist verkommen.

Längst steht der Wohlstand der Staaten auf dem Spiel; und damit auch Ihr eigenes Vermögen, das für einen EU-Superstaat weiter vernichtet werden soll – und  nicht nur das:

Die Freiheit der Bürger nicht unnötig beschneiden

In diesem Zusammenhang möchten wir an den großen französischen Philosophen Jean-Jacques Rousseau erinnern.

Dieser gab mit seinem Werk Der Gesellschaftsvertrag oder Grundsätze des politischen Rechts der Politik ein ethisches Instrument an die Hand.

Sein 1762 erschienener Schlüsseltext der europäischen Aufklärung und der Staatsphilosophie betrachtet den Staat als eine von seinen Bürgern in absoluter Freiheit getroffene Übereinkunft:

Freiwillig ordnen die Einzelnen sich in ihrem Streben dem Gesamtwillen des Gemeinwesens unter.

Doch entscheidend hierfür ist, dass die dazu nötige staatliche Gewalt die unveräußerliche Freiheit des Individuums nicht unrechtmäßig und über Gebühr beschneidet.

Gegenwärtige Politiker: Vorgespielte Solidarität

Und wie sieht es damit in der Gegenwart aus?

Sie wissen: Statt ethischer Übereinkunft mit dem Volk, etwa bei den weit tragenden EU- und EZB-Entscheidungen, verschanzen sich die Politiker gemäß dem Silo-Effekt.

Der amerikanische Soziologe Richard Sennett bezeichnete es folgendermaßen: Jeder arbeitet für sich, Solidarität ist oft nur vorgespielt.

Die Entsolidarisierung des Volkes

Damit haben sich Politiker die mühsam erworbene demokratische Kooperation und persönliche Kommunikation in der von sozialer Vielfalt geprägten Gesellschaft verspielt.

Man kann sogar soweit gehen zu sagen, dass sie sich vom Volk entsolidarisiert haben; sich geradezu in einer priesterlichen Selbstherrlichkeit ergeben.

Das Ergebnis kennen Sie: immer weniger politischer Respekt.

Vertrauen und Glaubwürdigkeit sind angesichts steigender sozialer und materieller Ungerechtigkeit sowie gesellschaftlicher Abschottung die Folge.

Und gerade das ruft eine unheilvolle „Wir gegen sie“-Haltung hervor. Sie stärkt – gegen die Politik – den zwischenmenschlichen Zusammenhalt in sozialen Milieus.

Der Gedanke, dass die Volksvertreter sich der Mängel ihrer Entscheidungen durchaus bewusst sind, verstärkt diesen Effekt noch.

Ohne Vertrauen des Volkes funktioniert keine Demokratie

Damit haben die Politiker das Vertrauen in sie selbst und in den gemeinsamen europäischen Gedanken verloren:

geopfert auf dem Altar falscher wirtschaftspolitischer Entscheidungen und Versprechungen.

Demokratie allerdings funktioniert nur mit dem Vertrauen des Volkes. So sah es auch schon der chinesische Gelehrte Konfuzius.

Dieser meinte, dass der eigentliche und tatsächliche Träger der politischen Ordnung das Volk sei. Denn jede Regierung, die nicht dessen Vertrauen genieße, müsse früher oder später fallen.

Diesen Gedanken finden Sie bereits im Buch der Bücher, der Bibel; konkret im Ersten Buch des Propheten Samuel.

Dort heißt es: „Den Schwachen hebt empor aus dem Staub und erhöht den Armen, der im Schmutz liegt; er gibt ihm einen Sitz bei den Edlen, einen Ehrenplatz weist er ihm zu.“

2. November 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Guido Grandt. Über den Autor

Der Autor, Jahrgang 1963, war viele Jahre lang als Manager in verschiedenen großen Unternehmen tätig. Lernte das unternehmerische Handwerk sozusagen von der "Pike" auf, bevor er sich ganz dem wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Geschehens Deutschlands publizistisch widmete.

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