Geheimpläne: Der neue EU-Superstaat

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SPD-Chef Martin Schulz will bis zum Jahr 2025 die Vereinigten Staaten von Europa durchsetzen. Dazu sollen die Nationalstaaten abgeschafft werden. […] (Foto: Zadorozhnyi Viktor / Shutterstock.com)

SPD-Chef Martin Schulz will bis zum Jahr 2025 die Vereinigten Staaten von Europa durchsetzen. Dazu sollen die Nationalstaaten abgeschafft werden.

So werden auch kräftig Fake News über die Gründung der Union verbreitet.

Einige haben wir Ihnen bereits aufgezeigt, beispielsweise, dass die EU-Gründerväter die Nationalstaaten abschaffen wollten – so wie es jetzt Martin Schulz will.

Ganz im Gegenteil jedoch wollten sie die Nationalstaaten reorganisieren und mit neuer Legitimation ausstatten, waren sich sogar über deren positive Rolle beim Aufbau einer Nachkriegs-Ordnung absolut im Klaren.

Historischer Vergleich mit dem EU-Monstrum

Eine noch größere “Verbrüsselung” lässt einen historischen Blick in die Zeit des Karolingers Karls des Großen (747/748-814) zu:

In der waren der gallo-romanische und der germanische Reichsteil (übertragen auf heute: Frankreich und Deutschland) zum Sacrum Imperium Romanum Nationis Germanicæ vereinigt:

zum übernationalen Gebilde des Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation.

Auch wenn dies freilich kein Nationalstaat nach heutigen Maßstäben war, sondern aus selbstherrlichen Kleinstaaten bestand, verlief die politische Gewichtung ähnlich.

Dieses Sacrum Imperium Romanum (also der Herrschafts-Bereich der römisch-deutschen Kaiser) existierte vom Spätmittelalter (10. Jh.) bis zum Jahr 1806.

Es erhob den Anspruch die Tradition des antiken Römischen Reiches, unter der Herrschaft Gottes heiligem Willen, im christlichen Sinne fortzusetzen.

Irregulär – Weder heilig noch ein Reich

Bereits 1667 veröffentlichte der Rechts-Philosoph Samuel von Pufendorf sein Werk De statu imperii Germanici, in dem er das Heilige Römische Reich als “irregulär und einem Monstrum ähnlichen Körper” beschrieb.

Voltaire alias Francois Marie Arouet (1694 – 1778), Schriftsteller, Dichter und Denker der französischen Aufklärung, sagte dazu:

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„Dieses Korpus, das sich immer noch Heiliges Römisches Reich nennt, ist in keiner Weise heilig noch römisch noch ein Reich.

Tatsächlich sind von Pfufendorfs und Voltaires Worte frei anwendbar auf den heutigen Zustand der Europäischen Union – dazu später mehr…

Das komplizierte Gebilde des Heiligen Römischen Reiches

Das Heilige Römische Reich entwickelte sich nie zu einem Nationalstaat.

Nein, es blieb ein monarchisch geführtes und ständisch geprägtes Gebilde aus Kaiser und Reichsständen mit nur wenigen gemeinsamen Reichs-Institutionen.

Seit der frühen Neuzeit wurden Rechtsschutz und Friedens-Wahrung als seine wesentlichen Zwecke angesehen. Das Reich sollte für Ruhe, Stabilität und die friedliche Lösung von Konflikten sorgen.

Seit dem Westfälischen Frieden von 1648 waren auch benachbarte Staaten als Reichsstände in seine Verfassungs-Ordnung integriert.

So erfüllte das Reich eine friedenssichernde Funktion im System der europäischen Mächte.

Der Untergang des Heiligen Römischen Reiches

Doch ab Mitte des 18. Jh. konnte sich das Reich immer weniger gegen die expansive Politik innerer und äußerer Mächte schützen.

Dadurch und durch die Napoleonischen Kriege mit der daraus resultierenden Gründung des Rheinbunds war es nahezu handlungsunfähig.

Der Rheinbund wurde 1806 von Kaiser Napoleon initiiert. Er war eine Konföderation deutscher Staaten, die somit aus dem Verband des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation austraten.

Mit dem Abdanken Kaiser Franz II. ging dieses letztlich endgültig unter.


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Von: Guido Grandt. Über den Autor

Der Autor, Jahrgang 1963, war viele Jahre lang als Manager in verschiedenen großen Unternehmen tätig. Lernte das unternehmerische Handwerk sozusagen von der "Pike" auf, bevor er sich ganz dem wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Geschehens Deutschlands publizistisch widmete.