Geldanlage Rendite – Risiko oder Sicherheit?

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Zins ist nicht gleich Rendite. Oft frisst die Inflation den Zins auf und drückt die Rendite der Geldanlage. Lesen Sie hier, was sich lohnt. (Foto: Tzido Sun / shutterstock.com)

Rendite und Deutschland scheinen zwei sich widersprechende Begriffe zu sein. Denn eine höhere Rendite setzt auch ein höheres Risiko voraus und das gehen die Deutschen ungern ein.

Tatsächlich müsste sich der Laie intensiver mit dem Thema Geldanlage auseinandersetzen, um ein ordentliches Investment und somit eine eventuell höhere Rendite zu erlangen. Diesen Aufwand sparen sich die meisten.

Der durchschnittliche Michel investiert sein Geld lieber in Bankprodukte und Versicherungen. Allein auf den Sparbüchern liegen mehr als 500 Milliarden Euro und auf Giro- und Tagesgeldkonten sammeln sich über 600 Milliarden Euro an.

Doch ist das die richtige Wahl, um eine ordentliche Wertsteigerung zu erhalten und wie hoch ist die Rendite, wenn die Inflation noch einkalkuliert wird?

Rendite bei 4 verschiedenen Geldanlagemöglichkeiten

Ein nicht unerheblicher Teil der Deutschen legt sein Geld nach wie vor aufs Sparbuch. Dort erhalten Sparer einen jährlichen Zins von rund 1,5 Prozent.

Lebensversicherungen sind ebenfalls ein sehr beliebtes Anlageobjekt und bringen dem Sparer immerhin rund 3 Prozent Zinsen pro Jahr.

Beide Geldanlagemöglichkeiten gehören zu den sehr sicheren Anlagegruppen und werden sehr geschätzt. Auch gegenüber einer 30-jährigen Bundesanleihe mit einer jährlichen Rendite von rund 2,5 Prozent ist der deutsche Sparer nicht abgeneigt.

Die vierte Anlagemöglichkeit wiederum ist risikoreicher und ist nicht des Deutschen liebstes Kind – die Aktie. Sie erzielt allerdings die höchsten jährlichen Renditen.

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So liegt die durchschnittliche jährliche Rendite in den vergangenen 20 Jahren bei rund 8 Prozent.

Investiert ein Anleger 10.000 Euro in jede der vier Geldanlagemöglichkeiten, so teilt sich sein Vermögen nach 30 Jahren wie folgt auf:

Auf dem Sparbuch liegen 15.630,80 Euro, die Lebensversicherung hat einen Wert von 24.272,62 Euro, dank der Staatsanleihe sind 20.975,68 Euro zusammengekommen und das Aktienvermögen ist auf 100.626,57 Euro angewachsen.

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Damit verzeichnet das Sparbuch zwar eine absolute Rendite von rund 50 Prozent, doch das Aktienengagement konnte über 900 Prozent zulegen.

Inflation frisst die Rendite 

Sichere Wertanlagen schützen zwar das Geld des Sparers vor Wirtschaftsflauten, aber vor der Inflation sind die Euros nicht geschützt. Die Inflation frisst einen Großteil der Zinsen und damit der Rendite.

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In Deutschland beträgt die durchschnittliche Inflationsrate seit der Euroeinführung rund 2 Prozent.

Ausgehend von diesem Wert müssten aus 10.000 Euro in 30 Jahren 18.113,62 Euro werden, um zumindest die gleiche Kaufkraft darzustellen.

Mit den Zinsen vom Sparbuch wird dieses Ziel nicht erreicht – ganz im Gegenteil. Der Sparer verliert deutlich an Kaufkraft und spürt nichts von der 50-prozentigen Rendite.

Staatsanleihen können zumindest die Kaufkraft erhalten und hinterlassen einen realen Wertzuwachs von mehr als 10 Prozent.

Auch die reale Rendite der Lebensversicherung ist nach Berücksichtigung der Inflation geschrumpft. So kann sich der Anleger von einst rund 150 Prozent zumindest über einen realen Wertzuwachs von einem Drittel freuen.

Das Aktieninvestment bringt hingegen den größten Wertzuwachs. Denn der reale Aktienwert liegt nach 30 Jahren noch fünfmal höher als die inflationsberücksichtigten 18.113,62 Euro.

Der Mix macht die gute Geldanlage

Die Anlageform mit der höchstmöglichen Rendite ist die Aktie.

Doch bringt diese auch ein weit höheres Risiko mit sich, das durch die Finanzkrise erneut sichtbar wurde. Daher ist es ratsam, nicht alle Eier in einen Korb zu werfen.

Das heißt, um eine vernünftige Rendite zu erzielen und trotzdem Sicherheit im Portfolio zu haben, sollte ein Teil des Geldes in Aktien und ein Teil in sichere Anlagen wie Staatsanleihen oder Ähnliches angelegt werden.


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Michael Kempe
Von: Michael Kempe. Über den Autor

Der diplomierte Betriebswirt (FH) und ausgebildete Finanzjournalist beschäftigt sich seit vielen Jahren mit dem Kapitalmarkt – im Besonderen mit Aktien, Fonds und CFDs.