General Motors setzt voll auf Elektroautos – was erwartet Anleger?

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General Motors (GM) setzt voll auf das Elektroauto. Doch Geld verdienen wird GM damit zunächst nicht - ist die Aktie dennoch interessant? (Foto: Linda Parton / shutterstock.com)

Im Gegensatz zu einigen deutschen Automobil-Aktien, legte die Aktie von General Motors (GM) einen freundlichen Jahresstart hin. Zur Freude der Anleger kletterte das Papier um rund 20 %.

Kein Wunder, hatte General Motors (GM) im Schlussquartal 2018 rund 2,1 Mrd. US-$ oder 1,43 Dollar je Aktie verdient, nachdem im Vorjahr noch ein Verlust (5,2 Mrd. Dollar) anfiel. Gleichzeitig wurden die Analystenerwartungen (1,22 Dollar je Aktie) übertroffen. Der Umsatz kletterte im Schlussquartal leicht um 1,8 % auf 38,4 Mrd. US-$.

In den USA hatte GM in 2018 gut abgeschnitten und fast 3 Mio. Fahrzeuge verkauft, darunter rund 1 Mio. Crossover. Insgesamt waren die Absatzzahlen aber rückläufig, lediglich die Marke Cadillac verzeichnete ein Wachstum. So verkaufte GM in 2018 8,38 Mio. Autos weltweit (-12,7 %), darunter 3,64 Mio. Fahrzeuge in China. Allerdings waren die GM-Verkäufe in China im Schlussquartal um über 25 % eingebrochen.

General Motors überrascht mit mutigem Ausblick

Obwohl sich die Automobilindustrie im Umbruch befindet und viele Hersteller mit dem schwächelnden Absatzmarkt in China hadern, bleibt GM optimistisch. Der US-Autohersteller stellt für 2019 einen Nettogewinn von 6,5 bis 7,0 je Aktie US-$ in Aussicht. Außerdem will GM im Autogeschäft einen freien Cashflow von 4,5 bis 6,0 Mrd. US-$ erwirtschaften.

GM-Finanzchefin Dhivya Suryadevara stellt für 2019 durch die zuvor eingeleiteten Restrukturierungen Einsparungen in Höhe von 2,0 bis 2,5 Mrd. US-$ in 2019 in Aussicht. Bis Ende 2020 will GM insgesamt 6,0 Mrd. Dollar einsparen.

GM setzt voll auf Elektroautos, doch vorerst keine Gewinne in Sicht

In der jüngsten Analystenkonferenz machte GM-Chefin Mary Barra keinen Hehl daraus, dass man voll auf die Elektromobilität setzt. Die gesamte Produktpalette soll elektrifiziert werden.

Die Marke Cadillac soll dabei die Sperrspitze bilden. Die Fahrzeuge sollen eine völlig neuen Akku-Struktur (modular, flexibel etc.) bekommen, wodurch sich die neuen Batterien auch sehr leicht in andere Fahrzeug-Modelle einsetzen lassen sollen.

Gleichzeitig stellte Barra klar, dass GM bis auf weiteres kein Geld mit Elektroautos verdienen wird. Dies werde erst „Anfang des nächsten Jahrzehnts“ der Fall sein. Dadurch können Anleger frühestens in 2021 bzw. 2022 mit Erträgen aus dem Verkauf von Elektroautos rechnen.

Gerücht: GM und Amazon wollen in Tesla-Rivalen Rivian investieren

Um sein Elektroauto-Profil zu stärken, steht GM offenbar gemeinsam mit dem Online-Händler Amazon in Gesprächen, um in das Detroiter Elektroauto-Startup Rivian Automotive zu investieren, berichten US-Medien.

Bei Morgan Stanley sieht man Rivian derzeit als einen der stärksten Tesla-Rivalen, wobei die junge Firma GM zu einem elektrischen Pickup-Truck verhelfen könnte.

Fazit: General Motors rüstet sich für das neue Automobilzeitalter

General Motors (GM) gibt in Sachen Elektroautos weiter Gas. Bis 2023 will man 20 neue Elektroauto-Modelle auf den Markt bringen, doch Geld verdienen wird der US-Autobauer in diesem Marktsegment zunächst nicht.

Dennoch müssen Anleger nicht den Kopf hängen lassen. Zum einen können sich Investoren über eine solide Dividendenrendite von rund 3,8 % freuen, zum anderen könnte der Robotaxi-Service von GM, der in diesem Jahr an den Start gehen soll, die Kassen klingeln lassen.

GM hatte im Vorjahr rund 5 Mrd. US-$ für seine selbstfahrende Cruise-Sparte eingesammelt und einen Deal mit DoorDash für Essensauslieferungen geschlossen – damit könnte GM langfristig eine neue Umsatzquelle auftun.

Glaubt man Analysten, dürfte GM neben Google und Tesla mit am besten im Bereich autonomes Fahren aufgestellt sein – in den nächsten Jahren wird sich zeigen, ob GM dies auch in Gewinne ummünzen kann.

Für Anleger bleiben Automobil-Aktien in der Umbruch-Phase ein heißes Eisen, wobei GM durch die jüngste Restrukturierung vergleichsweise gut aufgestellt ist und optimistisch in die Zukunft blicken kann.

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Von: Alexander Mittermeier. Über den Autor

Als Gründungsmitglied einer der größten Finanz-Communitys in Deutschland schreibt Alexander Mittermeier heute nicht nur über Aktien und Hightech-Unternehmen, sondern auch über Geld- und Wirtschaftsthemen. Im Mittelpunkt stehen dabei Hintergrundberichte und Bewertung wirtschaftlicher Themen unter Berücksichtigung technologischer Gesichtspunkte für eine der größten Banken Deutschlands