Geruchsbelästigung durch Nachbars Zigarette – Vermieter muss nicht ein

In der eigenen Wohnung darf geraucht werden, auch wenn der Nachbarn sich durch den Geruch gestört fühlt, so lautet ein neues Urteil. (Foto: Scanrail1 - Shutterstock.com)

An der Zigarette scheiden sich die Geister: Für die einen ist sie ein nervenberuhigender Genuss, während die anderen einfach nur genervt von dem Qualm sind und berechtigterweise Schäden für ihre Gesundheit fürchten.

Deshalb reichte eine Mietpartei beim Landgericht Berlin Klage gegen den unter ihnen wohnenden Nachbarn ein, da dessen Zigarettenrauch beim Lüften seiner Wohnung nach oben zog und sich die Kläger durch den Geruch beeinträchtigt fühlen.

Geruchsbelästigung durch Nachbarn: Mietminderung nicht zulässig

Sie kürzten aufgrund der Rauchbelästigung die Miete um 50 Euro und verlangten, dass der Vermieter dem rauchenden Nachbarn vorschreiben solle, zu welchen Zeiten dieser seine Wohnung zu lüften habe.

Außerdem forderten Sie, dass der Vermieter dem Zigaretten-Liebhaber das Rauchen im Balkonzimmer untersagt.

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Doch das Berliner Landgericht wies die Klage ab: Der Vermieter kann seinen Mietern weder vorschreiben, wann und wie er zu lüften habe noch könne er seinen Mietern das Rauchen in bestimmten Zimmern innerhalb der Wohnung verbieten.

Vielmehr handelt es sich beim Rauchen innerhalb der Wohnung um einen vertragsgemäßen Gebrauch des gemieteten Wohnraums.

Landgericht Berlin, Aktenzeichen 63 S 470/08


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Tino Hahn
Von: Tino Hahn.