Die Gewinn- & Verlustrechnung (GuV): Aufbau & Verfahren

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Die Gewinn- und Verlustkostenrechnung (GuV): Ihre Definition und zusätzliche wichtige Details sollte jeder Anleger kennen. (Foto: Siriwat Sriphojaroen / Shutterstock.com)


Das Wichtigste zur Gewinn- und Verlustrechnung

Gewinn- und Verlustrechnung: Bildet mit Bilanz und Anhang den Jahresabschluss nach Handelsgesetzbuch

Gesetzesgrundlage: §275 HGB

Wer: Jeder, der nach HGB „buchführungspflichtig ist

Wie: Gesamtkosten- oder Umsatzkostenverfahren

Zweck: Hilfe für internes und externes Rechnungswesen

Erfolgsquellen: Zeigt wie Gewinne bzw. Verluste entstehen


Definition: Gewinn- und Verlustrechnung (GuV)

Die sogenannte Gewinn- und Verlustrechnung (GuV) ist ein wichtiger Bestandteil des Jahresabschlusses eines Unternehmens. Darin werden die Aufwendungen und Erträge innerhalb der jeweiligen Periode gegenübergestellt, um die Differenz bzw. das Unternehmensergebnis zu ermitteln.

Unternehmen bzw. Kaufleute sind laut dem Handelsgesetzbuch dazu verpflichtet, eine Gewinn- und Verlustrechnung (GuV) zu erstellen. Diese Aufstellung gibt Aufschluss darüber, woher die Erträge des Unternehmens stammen bzw. wie die Verluste zustande gekommen sind. Insbesondere Anleger benötigen diese Informationen, um zu sehen, wie erfolgreich das Unternehmen investiert und ob es seine Schulden tilgen kann.

Es dient somit dem externen und dem internen Rechnungswesen. Im externen Rechnungswesen erfüllt es einen Teil der Informationspflicht gegenüber dem Gesetzgeber, dem Fiskus und die Anleger des Unternehmens. Im internen Rechnungswesen dient die GuV den Controllern des Unternehmens bei der Überprüfung und Einhaltung des Budgets durch die verschiedenen Abteilungen.

Die Gewinn- und Verlustrechnung (GuV) ist für Unternehmen verpflichtend und für Anleger ebenso wichtig. Denn innerhalb dieser Rechnung legen die Unternehmen ihre Ausgaben und Erträge offen, und schließlich die Differenz bzw. ihr Unternehmensergebnis, woran sich die Anleger orientieren können.

Transparenz und Kontrolle durch monatliche GuV

Obwohl die Gewinn- und Verlustrechnung laut Gesetz nureinmal jährlich eingereicht werden muss, erstellen und veröffentlichen sie viele Unternehmen jeden Monat und kurz nach dem letzten Geschäftstag (Ultimo genannt). Dadurch wird mehr Transparenz gewährleistet und das Unternehmen hat seine Finanzen besser im Blick.

Denn Irrtümer und Fehler liegen vor, wenn sich einzelne Posten innerhalb der Rechnung deutlich gegenüber den Werten des Vorjahres verändert haben. So fallen sie nicht erst am Ende des Jahres auf.

Indem das Unternehmen die Veränderungen aber im Rahmen dermonatlichen Gewinn- und Verlustrechnung frühzeitig erkennt, kann es darauf eingehen und Lösungen entwickeln, wie zum Beispiel anders investieren oder bestimmte Ausgaben erhöhen.

Insgesamt macht sich der Aufwand einer monatlichen Gewinn- und Verlustrechnung bezahlt, da einerseits die eigenen Finanzen optimiert und andererseits die Anleger besser informiert werden – und dementsprechend weiterhin in ein gut organisiertes Unternehmen investieren werden.

Gesetzesgrundlage für GuV: Das Handelsgesetzbuch (HGB)

Das Handelsgesetzbuch (HGB) enthält die Buchführungsregeln für Kaufleute in Deutschland.

Hierin enthalten sind die Gesetze zu Jahresabschlüssen und Berichten. Da es spezifischer ist als das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB), gilt bei einem Widerspruch im Zweifel das HGB.

Da die GuV neben der Bilanz Bestandteil eines Jahresabschlusses ist, sind die Regelungen dazu im HGB enthalten.

Gewinn- und Verlustrechnung: Wer muss eine GuV erstellen?

Nach §242 Abs. 3 HGB ist die GuV neben der Bilanz ein Bestandteil des Jahresabschlusses.

Darin sollen die Aufwendungen und Erträge des Geschäftsjahres gegenübergestellt werden. Als Saldo erhält man den Jahresüberschuss bzw. Gewinn des Unternehmens. Man spricht auch von Erfolgsrechnung.

Die GuV gibt Aufschluss über die Finanzen eines Unternehmens. Darin muss das Unternehmen seine Aufwendungen und Erträge offenlegen – und das mindestens einmal pro Jahr.

Viele Unternehmen veröffentlichen ihre Gewinn- und Verlustrechnung (GuV) allerdings jeden Monat. Das hilft dem Controlling nicht den Überblick über die eigenen Finanzen zu verlieren und ihren Investoren mehr Transparenz zu bieten.

Erstellen müssen die GuV alle, die nach §241a HGB buchführungspflichtig sind: Kaufleute, Freiberufler, Kleingewerbetreibende und „kleine Einzelkaufleute.

Kapitalgesellschaften und Personenhandelsgesellschaften im Sinne des §264a HGB müssen ihre GuV entsprechend §275 Abs. 1 HGB in Staffelform nach dem Gesamtkostenverfahren oder dem Umsatzkostenverfahren gliedern. Kleinstkapitalgesellschaften nach §267a HGB profitieren von einer verkürzten GuV nach §275 Abs. 5 HGB.

Gewinn- und Verlustrechnung: Formaler Aufbau der GuV erklärt

Beim formalen Aufbau der GuV unterscheidet man nach drei verschiedenen Kriterien:

  • Konten- oder Staffelform
  • Brutto- oder Nettoprinzip
  • Gesamtkosten- oder Umsatzkostenverfahren

Kontoform oder Staffelform der GuV

Bei der Kontoform hat man entsprechend den ursprünglichen T-Konten auf der Sollseite die Aufwendungen und auf der Habenseite die Erträge zu erfassen. Ein Gewinn oder Verlust ergibt sich als Saldo beider gegenüberstehender Kontoseiten: Ein Gewinn auf der Sollseite bzw. ein Verlust auf der Habenseite.

Bei der Staffelform werden die Aufwendungen und Erträge in fortschreibender Aufstellung angeordnet. Man beginnt mit den Umsatzerlösen. Dann folgen die Erträge und Aufwendungen, mit jeweils Zwischenergebnissen, bis man beim „Jahresüberschuss/Jahresfehlbetrag ankommt.

Gewinn- und Verlustrechnung: Bruttoprinzip oder Nettoprinzip

Beim Bruttoprinzip werden sämtliche Aufwendungen und Erträge gesondert, d.h. unsaldiert ausgewiesen. Es ist zurückzuführen auf das für alle Kaufleute geltende Verrechnungsverbot des §246 Abs. 2 HGB. Der Bruttoausweis ermöglicht einen detaillierteren Einblick in die Erfolgsquellen des Unternehmens.

Bei einer GuV nach dem Nettoprinzip erfolgt eine teilweise Verrechnung von Aufwendungen und Erträgen, die gleicher Art sind. Mit steigender Verrechnung sinkt die Aussagekräftigkeit der Erfolgsquellen des Überschusses.

Kleinen und mittelgroßen Kapitalgesellschaften ist wahlweise eine unspezifizierte Zusammenfassung der Posten erlaubt.

Praxis GuV: Gesamtkostenverfahren oder Umsatzkostenverfahren

Unternehmen müssen sich entscheiden, ob sie ihre GuV im Rahmen des Gesamtkosten- oder via Umsatzkostenverfahren erstellen. Beide Formen sind zulässig. Auf internationaler Ebene wird jedoch das Umsatzkostenverfahren bevorzugt.

Wählt das Unternehmen das Gesamtkostenverfahren (GKV), werden sämtliche Kosten sämtlichen Erträgen gegenübergestellt. Es werden alle Ausgaben mit allen (auch nicht abgesetzten) Leistungen verglichen und zu Unterpunkten wie zum Beispiel Abschreibungen oder Personalkosten zusammengefasst.

Im Gegensatz dazu stellt das Umsatzkostenverfahren (UKV) die Kosten den dazugehörigen, tatsächlich verkauften Leistungen bzw. Produkten gegenüber. Sind die jeweiligen Einheiten noch nicht abgesetzt worden, werden sie nicht als Erträge bzw. Aufwendungen erfasst. Außerdem wird in Funktionsbereiche, unter anderem auch Forschungs- und Entwicklungskosten, eingeteilt.

Wichtig ist, dass die einzelnen Posten – für beide Verfahren – grundsätzlich nicht vorher miteinander verrechnet worden sein dürfen (sogenanntes Bruttoprinzip).

Außerdem gilt, dass zu jeder Position innerhalb der GuV auch immer die Vorjahreszahlen angegeben werden müssen. Ausgenommen davon sind Leerpositionen, wenn sie bereits im vorherigen Jahr nicht ausgewiesen wurden.

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Das Gesamtkostenverfahren der Gewinn- und Verlustrechnung

Hat sich das Unternehmen für das Gesamtkostenverfahren entschieden, ordnet es in seiner GuV alle Aufwendungen allen Erträgen zu und unterteilt die einzelnen Punkte je nach deren Art (zum Beispiel ob Produkt- oder Materialkosten vorliegen).

Angenommen, ein Unternehmen verfügt über Umsatzerlöse von 10 Millionen Euro und erlangt einen Jahresüberschuss bzw. EBIT (Earnings before interests and taxes) von 2 Millionen Euro: Wie gelangt es dann mithilfe des Gesamtkostenverfahrens von A nach B?

Dazu gibt es für Sie ein kleines Beispiel:

GuV mit Gesamtkostenverfahren

10.000.000 € (Umsatzerlöse)
+5.000.000 € (Erhöhung oder Verminderung des Bestands anfertigen und unfertigen Erzeugnissen)
+3.000.000 € (Andere aktivierte Eigenleistungen)
+100.000 € (Sonstige betriebliche Erträge aus gewohnter Geschäftstätigkeit)
4.500.000 € (Materialaufwand: Roh-, Hilfs-, Betriebsstoffe, bezogene Waren und Leistungen)
= 13.600.000 € (Rohergebnis)
5.500.000 € (Personalaufwand: Löhne, Gehälter, Sozialabgaben, Beiträge zur Altersversorgung und Unterstützung)
2.000.000 € (Abschreibungen: Anlagevermögen ohne Finanzanlagen, unübliche Abschreibungen auf das Umlaufvermögen)
3.000.000 € (Sonstige betriebliche Aufwendungen)
= 3.100.000 € (Betriebsergebnis bzw. EBIT)
+200.000 € (Erträge aus Beteiligungen)
+100.000 € (Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des Finanzanlagevermögens)
+50.000 € (Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge)
100.000 € (Abschreibungen auf Finanzanlagen und auf Wertpapiere des Umlagevermögens
650.000 € (Zinsen und ähnliche Aufwendungen)
= 2.700.000 € (Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit)
+100.000 € (Außerordentliche Erträge)
200.000 € (Außerordentliche Aufwendungen)
= 2.600.000 € (Außerordentliches Ergebnis)
500.000 € (Steuern vom Einkommen und Ertrag)
100.000 € (Sonstige Steuern)

= 2.000.000 € (Jahresüberschuss)

GuV Umsatzkostenverfahren in der Übersicht

Das Umsatzkostenverfahren innerhalb der GuV berücksichtigt nur die Erträge, die mit tatsächlich abgesetzten Produkten einhergehen und führt dementsprechend nur die dafür entstandenen Ausgaben als Kosten auf. Sonstige Ausgaben werden innerhalb anderer Unterpunkte, die je nach der Funktion der Mittel geordnet sind, gelistet.

Auch in diesem Fall beläuft sich der Umsatzerlös auf 10 Millionen Euro, der Jahresüberschuss dann schließlich auf 2 Millionen Euro.

Der einzige Unterschied ist der Aufbau der GuV – diesmal mithilfe des Umsatzkostenverfahrens erstellt.

GuV Umsatzkostenverfahren

10.000.000 € (Umsatzerlöse)
5.000.000 € (Herstellungskosten der zur Erzielung der Umsatzerlöse erbrachten Leistungen)
= 5.000.000 € (Bruttoergebnis vom Umsatz)
1.500.000 € (Vertriebskosten)
500.000 € (Allgemeine Verwaltungskosten)
+600.000 € (Sonstige betriebliche Erträge)
500.000 € (Sonstige betriebliche Aufwendungen)
= 3.100.000 € (Betriebsergebnis bzw. EBIT)
+200.000 € (Erträge aus Beteiligungen)
+100.000 € (Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des Finanzanlagevermögens)
+50.000 € (Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge)
100.000 € (Abschreibungen auf Finanzanlagen und auf Wertpapiere des Umlaufvermögens)
650.000 € (Zinsen und ähnliche Aufwendungen)
= 2.700.000 € (Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit)
+100.000 € (Außerordentliche Erträge)
200.000 € (Außerordentliche Aufwendungen)
= 2.600.000 € (Außerordentliches Ergebnis)
500.000 € (Steuern vom Einkommen und Ertrag)
100.000 € (Sonstige Steuern)

= 2.000.000 € (Jahresüberschuss)

Somit unterscheiden sich beide Kostenverfahren hauptsächlich zu Beginn. Das Gesamtkostenverfahren berechnet zunächst das Rohergebnis, das Umsatzkostenverfahren das Bruttoergebnis vom Umsatz. Schließlich kommen beide Verfahren zum selben Ergebnis: Das Beispielunternehmen hat einen Jahresüberschuss von 2 Millionen Euro erwirtschaftet.

DasGesamtkostenverfahren (GKV) und das Umsatzkostenverfahren (UKV) unterscheiden sich hauptsächlich darin, wie sie die einzelnen Kosten gruppieren. Sie weisen unterschiedliche Zwischenergebnisse aus.

Diese Unterschiede sollten Anleger kennen und sich nicht von den zwei verschiedenen Möglichkeiten des GuV-Aufbaus verwirren lassen.

Die GuV im Jahresabschluss

Nach §242 HGB müssen Kaufleute Jahresabschlüsse erstellen. Dieser setzt sich zusammen aus Bilanz und GuV. Kapitalgesellschaften müssen zusätzlich nach §264 HGB einen Anhang schreiben.

Das Ziel des Jahresabschlusses ist die Transparenz der Finanzen und des Geschäftserfolges eines Unternehmens. Für den Investor werden Chancen, Risiken und wichtige Kennzahlen eines Unternehmens sichtbar.

Auch für mögliche Kreditgeber wie Banken sind Bilanzen und die GuV eine wichtige Datenbasis für Kreditentscheidungen. Diese sind gesetzlich gezwungen, Bilanzanalysen durchzuführen.

Funktionen des Jahresabschlusses

Der Jahresabschluss gibt einen Überblick über alle Gewinne und Verluste des Geschäftsjahres.

Die Funktionen des Jahresabschlusses sind: Information, Zahlungsbemessung und Dokumentation.

Information als Teil des Jahresabschlusses

In seiner Informationsfunktion bildet der Jahresabschluss eineOrientierung für externe Gruppen und Anteilseigner oder Gläubiger. Diese machen sich ausgehend von der aktuellen finanziellen Lage des Unternehmens ein Bild über die Zukunft.

Die Dokumentation über die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage zum Bilanzstichtag hilft diesen Parteien, strategische Entscheidungen treffen zu können.

Die Funktion zur Zahlungsbemessung

Der Jahresabschluss ist dieGrundlage für die Besteuerung und eventuell andere erfolgsabhängiger Zahlungen des Unternehmens. So hängen die Erfolgsbeteiligungen und Dividendenzahlungen an Aktionäre vom Gewinn im Jahresabschluss ab.

Die Rolle der Dokumentation

Der Jahresabschluss erfasst alle finanz- und leistungswirtschaftlich orientierten Sachverhalte eines Unternehmens.

Somit bildet der Jahresabschluss in seiner Dokumentationsfunktion den Nachweis der in der Buchführung verzeichneten Geschäftsvorfälle.

Die GuV im Jahresabschluss

Die GuV bildet zusammen mit der Bilanz und dem Anhang (für Kapitalgesellschaften) die Einheit „Jahresabschluss. DieBilanz und die Gewinn- und Verlustrechnung gewähren unterschiedliche Einblicke in ein Unternehmen.

Während die Bilanz Auskunft über die betrieblichen Bestände (unterteilt in Vermögen und Kapital) gibt, zeigt die GuV Aufwendungen und Erträge und damit letztlich den Erfolg des Unternehmens.

Aus der Bilanz lassen sich vor allem die finanzielle Stabilität und Unabhängigkeit eines Unternehmens ablesen. Hier findet man häufig genutzte Kennzahlen wie Eigenkapitalquote und Verschuldungsgrad. Die GuV ermöglicht Aussagen über die Struktur der vergangenen Umsätze und Kosten, also über die bisherige Profitabilität eines Unternehmens. Hier offenbart sich der Unternehmensgewinn.

Mit Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung kann man also auf den „Gesundheitszustand eines Unternehmens schließen.

Fazit: Die GuV ist vergangenheitsbezogen, aber unverzichtbar

Unternehmen müssen Rechenschaft darüber ablegen, wie sie ihre Erträge anlegen. Das passiert hauptsächlich im Rahmen der Gewinn- und Verlustrechnung.

Die GuV ist vor allem für Anleger interessant. Denn diese können anhand der Rechnung entscheiden, ob das Unternehmen rentabel wirtschaftet und ob es sich weiterhin als Investment lohnt. Die meisten Unternehmen veröffentlichen nicht nur einmal pro Jahr, sondern jeden Monat eine GuV, um selbst einen besseren Überblick zu behalten.

Neben der Gewinn- und Verlustrechnung gibt es die Bilanz. Beide Instrumente betrachten das Unternehmen dabei aus zwei verschiedenen Perspektiven.

Die GuV betrachtet das Unternehmen über einen bestimmten Zeitraum, also z. B. während eines Geschäftsjahres oder Quartals. Die Bilanz hingegen ist eine Momentaufnahme zu einem bestimmten Zeitpunkt, also z. B. am Geschäftsjahresende oder Quartalsende. Für diesen genauen Zeitpunkt werden alle finanziellen Mittel im Unternehmen erfasst. Es wird nachgewiesen, woher diese Werte stammen und wie sie im Unternehmen eingesetzt werden.

Aus Börsenkurs sowie Bilanz und GuV leiten sich die allermeisten Standardkennzahlen für Börsen-Investoren ab. So entstehen z.B. Kurs-Gewinn-Verhältnis, Kurs-Cash-Flow-Verhältnis, EBIT, Eigenkapitalquote und Eigenkapitalrendite.

Doch der Teufel steckt auch hier im Detail: Alle Daten in Bilanz und GuV sind Aussagen über die Vergangenheit. Gute Kennzahlen aus diesen beiden Instrumenten sind ein Indikator für ein gesundes Unternehmen und ein Erfolgsausweis. Sie garantieren aber keinen Erfolg für die Zukunft.

Und Kennzahlen, die sich aus Bilanz oder GuV ergeben, sind häufig Zielgrößen des Managements und werden mitunter kurzfristig optimiert. Manchmal kann das auf Kosten der langfristigen Unternehmensentwicklung passieren.

Für den Blick in die Zukunft ist es hilfreich, weitereAnsätze zur Unternehmensbewertung zu Hilfe zu nehmen. Der Ausblick im Geschäftsbericht kann hierbei hilfreich sein.

Letztendlich entscheiden die Produkte und Dienstleistungen eines Unternehmens, die Qualität des Managements und eine klare Unternehmensstrategie über den zukünftigen Erfolg.


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David Gerginov
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.