Gewinne aus Xetra Gold sind nun doch steuerfrei

Gold ist das älteste Investment der Erde. Das knappe Edelmetall diente bereits im alten Ägypten und bei den südamerikanischen Mayas als krisensicherer Wert.

Auch in unserer Zeit vertrauen viele Investoren angesichts zahlreicher Unwägbarkeiten des modernen Finanzmarktes auf die substanzstarke Geldanlage.

Xetra Gold ist ein so genanntes ETC, ein Exchange Traded Commodity, und wurde Ende des Jahres 2007 von der Deutsche Börse Commodities GmbH in den Handel gebracht. Das Wertpapier wird am Börsenhandelsplatz Xetra in € gehandelt.

Xetra Gold: Abgeltungssteuer nach Haltefrist gestrichen

In Deutschland ist Xetra-Gold inzwischen sehr beliebt und die am weitesten verbreitete Gold-Anleihe. Gegenüber dem Emittenten, der Deutsche Börse Commodities, kann der Anleger seinen Anspruch auf Lieferung der verbrieften Menge Gold jederzeit geltend machen.

Dabei gilt: Für einen Anteilsschein gibt es 1 Gramm Gold. Allerdings lohnt sich eine Auslieferung wegen der dadurch entstehenden Kosten erst ab einer großen Menge von Anteilen.

Daher ist der Handel von Xetra Gold an der Börse der Normalfall. Die Anleihe wird mit einer sehr geringen Differenz zwischen An- und Verkaufskurs börsentäglich gehandelt. Auf diese Weise sind Geschäfte mit dem Xetra Gold erheblich kostengünstiger als mit physischem Gold.

Darüber hinaus entfällt die problematische Sicherung und Lagerung des Edelmetalls. Was auch den Hauptgrund für die Beliebtheit von Xetra Gold liefert. Denn inzwischen sind Anteile im Wert von rund 2 Mrd. € im Umlauf – das enstpricht ca. 59 Tonnen Gold.

Ende 2015 hat der Bundesfinanzhof nach einem jahrelangen Rechtsstreit entschieden, dass Kursgewinne beim Xetra Gold nach Ablauf der Spekulationsfrist nunmehr steuerfrei realisiert werden können.

Die Richter in oberster Instanz stuften in ihren Urteilen (Az: VIII R 4/15 und VIII R 35/14) die Inhaberschuldverschreibungen als börsengehandelten Rohstoff ein. Dadurch ist das Xetra Gold unter steuerlichen Aspekten ebenso zu behandeln wie Barren oder Münzen aus physischem Gold.

Dadurch wurde klargestellt: Wenn Investoren Xetra Gold länger als 12 Monate halten, unterliegen die beim Verkauf erzielten Gewinne nicht der Abgeltungssteuer.

Abgeltungssteuer kann auch rückwirkend zurückgefordert werden

Seit 2009 haben Depotbanken auf Geheiß der Steuerbehörden bei Xetra Gold angefallene und von den Anlegern realisierte Kursgewinne mit 25% Abgeltungssteuer belegt und an den Fiskus abgeführt.

Wer es noch nicht getan hat, sollte es schnellstmöglich nachholen: Investoren, deren Steuerveranlagung noch nicht abgeschlossen ist oder die bereits Einspruch eingelegt haben, können sich nunmehr auf das Urteil des BFH berufen und die zu viel gezahlte Abgeltungssteuer zurückfordern.

Auch für Anleger, die aktuell in Xetra Gold investiert sind, hat das Urteil des Bundesfinanzhofs Konsequenzen.

Sie sollten in jedem Fall im Auge behalten, dass Kursgewinne nach der derzeitigen Rechtslage, die innerhalb der Spekulationsfrist von 12 Monaten realisiert werden, zwar nicht der Abgeltungssteuer, sehr wohl aber dem persönlichen Einkommenssteuersatz unterliegen.

Die Anleiheform Xetra Gold ist in Deutschland außerordentlich beliebt. Nach einem Urteil des Bundesfinanzhofes sind derartige Investments nach Ablauf der Spekulationsfrist von der Abgeltungssteuer befreit.

14. November 2016

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Peter Hermann
Von: Peter Hermann. Über den Autor

Peter Hermann ist studierter Germanist und Sozialwissenschaftler und arbeitet seit vielen Jahren im Wirtschafts- und Finanzjournalismus. Sein Spezialgebiet sind die Offenen Investmentfonds. Darüber hinaus besitzt er die Zulassung zum Anlageberater nach § 34 f.

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