Gleitende Durchschnitte zur Trendbestimmung nutzen – so geht’s

In einem vorangegangenen Beitrag habe ich Ihnen bereits erläutert, welche einfachen Regeln Sie beachten sollten, um an der Börse dauerhaft […] (Foto: Pavel Ignatov / shutterstock.com)

In einem vorangegangenen Beitrag habe ich Ihnen bereits erläutert, welche einfachen Regeln Sie beachten sollten, um an der Börse dauerhaft erfolgreich zu sein.

Die für mich wichtigste Regel lautet: „Gewinne laufen lassen, Verluste begrenzen“.

Gerade wenn Sie nach einer trendfolgenden Strategie investieren, ist dies der entscheidende Erfolgsfaktor.

Denn mit den großen Trends machen Sie auch die großen Gewinne.

Daher ist es so wichtig, diese Trends auch wirklich auszunutzen und erst dann auszusteigen, wenn der Aufwärtstrend sein Ende findet.

Eben zu diesem Punkt haben mich einige Anfragen von Ihrer Seite erreicht.

Die zentrale Frage: Wie erkenne ich einen Trendbruch? Auf dieses Thema möchte ich hier ein wenig näher eingehen.

Was ist überhaupt ein Trend?

Aktienkurse bewegen sich erwiesenermaßen nicht zufällig, sondern in Trends.

D. h., wenn der Aktienkurs erst einmal eine Richtung eingeschlagen hat, setzt er diese Bewegung meist über längere Zeit fort.

Diese Erkenntnis ist die Basis dafür, dass trendfolgende Strategien so gut funktionieren.

Nun verläuft so ein Trend natürlich nicht geradlinig, sondern unterliegt Schwankungen. Im Kursverlauf bilden sich also immer wieder Zwischentiefs und -hochs.

Ein Aufwärtstrend ist definiert durch steigende Hochs und steigende Tiefs im Kursverlauf, ein Abwärtstrend durch fallende Tief- und Hochpunkte.

Verschiedene Methoden zur Trendbestimmung

Es gibt verschiedene Methoden, den vorherrschenden Trend zu bestimmen. Eine davon sind Trendlinien.

Wenn Sie mehrere steigende Tiefpunkte im Chart verbinden, erhalten Sie eine aufwärts gerichtete Trendlinie.

Verbinden Sie mehrere fallende Hochs, ergibt sich eine abwärts gerichtete Trendlinie.

Diese Methode zur Trendbestimmung mag ich persönlich nicht so sehr.

Das Problem: Trendlinien sind sehr subjektiv. Wenn Sie mehreren Charttechnikern denselben Kursverlauf hinlegen, zeichnen nicht alle die gleiche Linie ein.

Dax30 – Immer weiter bergab!

Dax30 – Immer weiter bergab!Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe des Video-Newsletters „John Gossens Daily Dax.“ Täglich analysiere ich für Sie den Dax Index und einen Dax30 Einzeltitel. Dax auf Talfahrt Gestern betonte ich:… › mehr lesen

Trendbestimmung mit Gleitenden Durchschnitten

Eine weitere Möglichkeit, den Trend zu bestimmen, sind technische Indikatoren.

Dieses sehr umfangreiche Thema möchte ich an dieser Stelle jedoch außen vor lassen. Denn es würde den Rahmen dieses Artikels sprengen.

Eine Methode, die objektiv ist und zudem noch relativ einfach, ist die Trendbestimmung mit Hilfe von Gleitenden Durchschnitten.

Dabei wird der Durchschnitt der Schlusskurse über einen bestimmten Zeitraum errechnet und im Chart eingezeichnet. Sie erhalten eine Linie, die den Kursverlauf „glättet“.

Das Prinzip ist einfach:

Liegt der aktuelle Kurs über dem Gleitenden Durchschnitt, zeigt der Trend nach oben. Notiert der Kurs unter der Durchschnitts-Linie, liegt ein Abwärtstrend vor.

Nutzen Sie die 200-Tage-Linie zur Trendbestimmung

Gerade wenn Sie eher langfristig investieren möchten, hat sich die 200-Tage-Linie bewährt.

Diese finden Sie auch häufig in Charts eingezeichnet. Sie ist ein einfaches Instrument, um den langfristigen Trend zu bestimmen.

Ein Tipp von mir: Achten Sie auch darauf, ob die 200-Tage-Linie steigt oder fällt.

Ideal ist es, wenn der Kurs über der 200-Tage-Linie notiert und der Gleitende Durchschnitt im Steigen begriffen ist.

Im folgenden Chart sehen Sie als Beispiel den DAX mit seiner 200-Tage-Linie.

Der DAX liegt klar über dem Gleitenden Durchschnitt, der seit Oktober 2016 wieder steigt. Der Trend zeigt also klar nach oben. (Stand: März 2017)

dax

Konzentrieren Sie sich bei Ihren Investments auf Werte, die beide Kriterien erfüllen, haben Sie gute Chancen auf eine Fortsetzung des Aufwärtstrends.

Gleichzeitig können Sie die 200-Tage-Linie als Signalgeber für den Ausstieg verwenden.

Wird der Gleitende Durchschnitt nachhaltig (um circa 5%) unterschritten, nimmt das Risiko weiterer Einbußen erheblich zu.

Spätestens wenn die Durchschnitts-Linie nach unten abdreht, ist es Zeit die Reißleine zu ziehen.


© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Michael Kelnberger. Über den Autor

Chefanalyst Michael Kelnberger ist der Experte für Aktien. Er setzt auf nachweislich erfolgreiche Anlage-Strategien: Die Trend-Strategie im Dienst Volltreffer Aktien und die mechanische Handlungsstrategie im Ranglisten Investor. So erzielt er für seine Leser beider Dienste stets überdurchschnittliche Renditen. Profitieren auch Sie von seinem Know-How.