Globale Schuldenblase: Es wird immer schlimmer

Schulden sind oft etwas sehr Abstraktes. Schon bei der Vorstellung von 1 Mrd. wird es schwierig. Doch wie soll es aussehen, wenn wir uns die gesamten Schulden anschauen, die weltweit offen sind?

Laut aktueller Berechnung des Internationalen Währungsfonds (IWF) haben die globalen Schulden jetzt eine Summe von 152 Bio. Dollar erreicht.

Das klingt nicht nur nach viel, das ist es auch – extrem viel!

Die größte Schuldenblase der Geschichte

Eine mögliche Herangehensweise daran ist es beispielsweise, diese Schuldensumme durch die Anzahl der Weltbevölkerung zu teilen. So erhält man eine Pro-Kopf-Verschuldung für alle Menschen auf der Welt.

Wenn man diese Berechnung anstellt, kommt dabei Wert von 21.714 Dollar heraus. Die Basis ist hier eine Weltbevölkerung von 7 Mrd. Menschen. Im Endeffekt leben aber jetzt schon etwas mehr Menschen auf der Erde.

Diese Zahl ist schon beeindruckend.

Denn bei der Berechnung sind alle Menschen der Erde mit eingerechnet – also auch Kinder, alte Menschen und die Bewohner der ärmsten Länder der Erde, die überhaupt nicht in der Lage wären, Schulden zurückzuzahlen.

Nun geht es in Wirklichkeit gar nicht darum, die Schulden auf Familien-Ebene zurückzuzahlen, das wäre auch gar nicht möglich.

Doch die extrem hohen Zahlen sollen ihn vor allen Dingen verdeutlichen, unter welcher Schuldenlast wir alle zu leiden haben.

Lassen Sie es mich einfach zusammenfassen: Wir leben mit der größten Schuldenblase der Geschichte.

Experte sicher: Schulden sind so gefährlich wie Nitroglyzerin

Ich verwende mit Absicht das Wort Blase, denn ich erwarte auf jeden Fall, dass dieses gewaltige Konstrukt der weltweiten Schulden über kurz oder lang platzen wird.

Der weltweit anerkannte Anleihen-Investor Bill Gross fasste das erst kürzlich einem passenden Bild zusammen:

Er verglich unser risikoreiches Finanz-System mit einer LKW-Ladung Nitroglyzerin, die auf einer mit Schlaglöchern übersäten Straße transportiert wird.

Nun ist das Aufblühen der internationalen Schulden kein neues Phänomen. Doch die globale Finanzkrise 2008 barg auf jeden Fall das Potenzial, aus den Fehlern zu lernen und etwas zu verändern.

Doch das ist nicht geschehen; seitdem werden weiterhin auf globaler Ebene massiv neue Schulden angehäuft.

Dazu tragen auch die faktischen Nullzinsen bei, die es insbesondere den Staaten erlauben, die eigene Finanzierung sehr günstig aufzusetzen.

Lage schlimmer als 2008 – kaum eine realistsiche Lösung denkbar

Fakt ist:

Gerade jetzt nehmen viele Länder wieder extrem hohe neue Schulden auf. Tatsächlich haben zu Beginn des Jahres 2017 auf globaler Ebene die Schulden stärker zugenommen als zu Beginn des Desasters im Jahre 2008.

Damit erleben wir gerade jetzt eine klare Verschärfung der Lage, die kaum noch in den Griff zu bekommen sein wird. Das ist meine aktuelle Prognose zur Schuldenblase.

14. März 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Günter Hannich. Über den Autor

Günter Hannich, Bestseller-Autor und gefragter Experte auf dem Gebiet Kapitalschutz, unter anderem bei n-tv. Er steht mit dem „Crash Investor“ ab sofort zur Verfügung, um sein persönliches Wissen zu teilen. Für Ihre ­Sicherheit.

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